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Spiral

Mind Trip In A Minor

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: New Artrock; Psychedelic
Label: Eigenproduktion (Download)
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Chris Walker Gitarre
Aaron Frale Gitarre, Gesang
Chris Boat Gesang, Keyboards, Bass, Gitarre

Gastmusiker

Felicia Karas Violine (Track 9)
Casey Mraz Gitarre (Tracks 4 und 5)

Tracklist

Disc 1
1. Watch My F**king Head   (Part I) 9:20
2. Cave In The Oak   (Part II) 3:26
3. Down The Rabbit Hole   (Part III) 7:48
4. In The Desert   (Part IV) 5:13
5. A Face In The Sand   (Part V) 3:40
6. Ritual Of The Snake   (Part VI) 6:36
7. Half Of What He Gives   (Part VII) 3:26
8. The Snake   (Part VIII) 9:03
9. The Way Out Is The Way In   (Part IX) 5:15
Gesamtlaufzeit53:47


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Offenbar gibt es noch eine ganze Menge weiterer Musik von Spiral, erstmal geht es aber, kaum ein Dreivierteljahr nach "The Capital In Ruins", um "Mind Trip In A Minor". Bemerkenswerterweise hat sich die Besetzung veranderthalbfacht und nunmehr gehört ein für die Gitarre verantwortlicher Knabe namens Chris Walker zur Besetzung. Ansonsten bleibt vieles wohlbekannt: Noch immer spielt die Band aus New Mexico einen Stil zwischen melancholischem New Artrock und recht freiformigen Passagen. Die Kompositionen sind dabei mitunter recht minimalistisch ausgefallen, was angesichts der ausladenden Spielzeit einiger Stücke durchaus das Attribut "extensiv" für "Mind Trip In A Minor" rechtfertigt. Ein Konzept gibt es übrigens auch wieder, aber damit habe ich mich gar nicht weiter beschäftigt, denn eigentlich, so finde ich, spricht die Musik hier diesmal am besten für sich selbst.

Eher als neues Element geht der teilweise verzerrte Gesang durch. Im Zusammenspiel mit einigen monoton-repetetiven Anlagen (so etwa schon im Opener "Watch My F**king Head" oder im hysterisch besungenen "The Snake") rückt das den Sound in einem gewissen Sinne sogar in die Nähe manch nachdenklicher Prog-Black-Metal-Band aus den USA, die nennenswertesten Namen in dieser Hinsicht wären wohl Agalloch oder Wolves In The Throne Room. Das gilt aber wohlgemerkt nur für das Grundgerüst, nicht etwa für den Sound an sich, denn der fällt hier mit der Begleitung durch eine (eher wenig virtuos eingesetzte) Hammondorgel und grummeligen, leicht ins Spacerockige gehenden Riffs sowie ausladenden Gitarrensoli nach 70er-Hardrock-Konventionen (Led Zeppelin, Black Sabbath) recht zugänglich aus.

Für Auflockerung sorgen, und das war wiederum auch schon auf "The Capital In Ruins" so, einige entspannte Zwischenspiele und ab und an Abwechslung im Klangbild. So erinnern die luftigen Klänge von "Cave In The Oak" oder "Half Of What He Gives" an Instrumentals von Porcupine Tree oder Riverside, und für eine gewisse Erheiterung sorgt die Erweiterung des bereits beschriebenen Bandsounds um Western-artige Akustikgitarren in "In The Desert" und "A Face In The Sand". Im abschließenden "The Way Out Is The Way In" gibt es sogar nette Einsätze von der Violine, die an skandinavische Folklore denken lassen.

Indes tritt leider auch einer der althergebrachten Mängel zutage: Teilweise ist das Material doch etwas zu ereignsarm ausgefallen, was insbesondere dann gilt, wenn melodisch und harmonisch minutenlang nichts passiert und einfach nur zu Rhythmus von der Gitarre erzeugte Geräusche ertönen, so wie es in der ersten Hälfte von "Down The Rabbit Hole" oder in der Mitte von "The Snake" geschieht. Abseits davon schaffen es Spiral aber mindestens ebenso oft, mit ähnlichen Mitteln eine bedrückende bis zermürbende Stimmung aufzubauen. Ein gutes Beispiel dafür ist "In The Desert", dessen schon erwähnte Westerngitarren den Hörer die ganze Zeit hinüber auf eine unmittelbar drohende Katastrophe vorzubereiten scheinen (die dann natürlich ausbleibt). Eine ähnliche Schwere geht auch von Nummern wie "A Face In The Sand", "Ritual Of The Snake" oder "Watch My F**king Head" aus.

Im Gesamtbild gefällt mir "Mind Trip In A Minor" allerdings besser als "The Capital In Ruins". Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass man den Sound ein wenig anders gewichtet hat. Lange Soundscape-Passagen gibt es nicht mehr, stattdessen ist das Material fast über die gesamte Länge rhythmisch geprägt. Das kommt der beschriebenen Atmosphäre sehr zugute und ist Minimalismus im besten Sinne, der trotz des teilweise spartanischen Charakters und der immer wieder mal zur Schau gestellten Anti-Musik (einprägsame Melodien? Wiedererkennbare Themen? Rhythmus- oder Tempowechsel? Text-Musik-Wechselbeziehungen? Hahaha!) gewissermaßen zu fesseln weiß. Dafür sehe ich gerne auch über die kleineren Schwächen hinweg, denn in diesem Sinne haben Spiral hiermit die Möglichkeiten ihres Rahmens praktisch optimal ausgenutzt. Diese Musik hier ist die optimale Projektionsfläche für die Fantasie.

Anspieltipp(s): Watch My F**king Head, In The Desert, A Face In The Sand
Vergleichbar mit: Progressive Black-Metal-Musiker nehmen ein New-Artrock-Album auf
Veröffentlicht am: 27.7.2012
Letzte Änderung: 9.12.2012
Wertung: 10/15
In Teilen nochmals besser

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Spiral

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2011 The Capital In Ruins 8.00 1

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