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Furyu

Cio che l'anima non dice

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010 (2012 als Download-Album wiederveröffentlicht)
Besonderheiten/Stil: instrumental; HardRock; Mathrock; Progmetal
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Michele Zappoli bass
Riccardo Grechi drums
Federico Melandri guitar
Giulio Capitelli guitar
Damiano Storelli samples

Tracklist

Disc 1
1. Illusione dei miei Giorni 6:14
2. ..E poi la Luce 8:44
3. Un Momento, Vado a Fuoco 4:11
4. Finalmente io Sono 5:37
5. La Vastità del mio Tempo 6:58
Gesamtlaufzeit31:44


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 1 von 2)


Furyu sind eine italienische Progmetal-Band, deren Wurzeln bis zum Jahr 2000 zurückreichen. Es dauerte dann aber bis 2009, bis sich ein stabiles Band-LineUp zusammen fand. Und erst damit war auch die musikalische Ausrichtung klar. Also dauerte es doch ein paar Jahre, bis das vorliegende Debütalbum fertig war.

Italienischer Progmetal, das endet nicht selten bei einem Dream Theater-Klon oder einer Band die sich durch melodischen Progressive Powermetal prügelt. Beidem enthalten sich Furyu glücklicherweise weitgehend und auch das Nacheifern einem direkten Vorbild ist nicht das Ding der Italiener. Vielmehr sucht man sich eigene Wege durch den Dschungel des technisch angehauchten, kraftvollen, trocken-erdigen, aber auch melodischen Progmetals.

Furyo setzen fette Riffs ab, brechen in waghalsige Soli aus, feuern immer mal wieder funkige Basspassagen ab und zünden ein wildes Schlagzeuggewitter mit allerlei rhythmischen Anomalien im Untergrund. Kraftvoller Progmetal mit „Eiern“, wie man so schön sagt. Ungewöhnlicherweise ist das Album instrumental. Einige eingestreute Sprachsamples mit einer Art Sprechgesang dienen nur zur Illustration des Geschehens um den Protagonisten, der im Laufe des Albums einige kuriose Lebenssituationen durchläuft. Dem nicht des italienischen Mächtigen, wird sich allerdings die vage Story hinter diesem Album kaum erschließen. Macht aber gar nichts, dann kann man umso mehr dem freudvollen Musizieren der Italiener fröhnen.

Das kurze Debüt (knapp über 30 Minuten) von Furyu ist ein echter Rohdiamant am Progmetal-Himmel. Ein beeindruckendes Album, welches die Italiener einfach so verschenken (Download (inklusive komplettem Artwork) über die Homepage der Band, siehe auch oben beim Labellink). Das sollte sich also jeder progmetal-affine Leser, der nicht unbedingt Gesang zu seinem Glück braucht, gönnen.

Anspieltipp(s): einfach vorne loslegen...
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.7.2012
Letzte Änderung: 1.8.2012
Wertung: 11/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


"Was nichts kostet, kann auch nichts taugen", behauptet ein Sprichwort, das mittlerweile auf Musik bezogen eigentlich ziemlich hinfällig ist, da immer wieder Bands ihre formidablen Alben als kostenlose Downloads veröffentlichen. Auch "Ciò che l'Anima non Dice" von Furyu wird dem interessierten Hörer keine müde Mark abverlangen, allerdings stellt mich dieses Album dennoch vor die Frage, ob ich die Musik nicht anders beurteilen würde, hätte ich hier Geld investieren müssen. Nicht, dass Furyu hier grundsätzlich schlechte Arbeit abliefern würden. Die Musik, die ausnahmsweise die technisch-vertrackte Seite des Progmetals betont und sich damit mehr dem Erbe von Watchtower oder den ganz alten Adramelch verpflichtet denn dem ganzen hinlänglich bekannten Melodic-Krempel, wird respektabel dargeboten und kann in spiel- und produktionstechnischer Hinsicht ohne Einschränkungen als "professionell" attributiert werden.

Was ist also faul im Staate "Ciò che l'Anima non Dice"? Aus meiner Sicht hapert's am Songwriting. Denn das erweckt nur allzuoft den Eindruck, um das ganze Gefrickel herum aufgebaut worden zu sein, und ist damit alles andere als schlüssig ausgefallen. Mitreißende Melodien, stringente Strukturen oder auch nur halbwegs hymnische Passagen (diesen Alliterations-Hattrick werte ich einfach trotzdem...) sind kaum zu finden. Stattdessen wird hier gebraten und gebolzt, was zwar das Zeug hält, aber die Kompositionen nicht eben unbedingt zu sinnstiftenden Einheiten zusammenfügt. Hier folgt Break auf abgedrehte Instrumentalpassage und ausladendes Solo, was nicht nur eintönig ist, sondern aufgrund des fatalen Ungleichgewichts nicht mal für herunterklappende Kinnladen sorgt.

Nummern wie "..E poi la Luce" bestätigen diesen Eindruck. Am Anfang gibt's mal kurzzeitig etwas Gesang und gegen Ende mal eben eine ruhigere Passage, dazwischen musizieren Furyu, als ob es kein Morgen gäbe. Ähnliche Effekte stellen sich ein bei "Finalmente io Sono", das nur mal zwischenzeitlich mit etwas Hammondorgel im Hintergrund oder einem psychedelischen Zwischenpart mit Sitar-artigen Klängen für Aufhorchen sorgt. Wesentlich cooler und souveräner kommt derartige Musik entsprechend rüber, wenn wie in "Un Momento, Vado a Fuoco" der Sound etwas reduzierter ist und der Song einer stärkeren Strukturierung unterliegt. Das weckt glatt Assoziationen an einige überraschende Bands der Neuzeit, namentlich Disillusion (zu "Back To The Times Of Splendor", äh, -Zeiten) und Ansur (die auf "Warring Factions" allerdings auch Fricklorgien wesentlich besser zu verpacken wussten). Zudem bietet das abschließende "La Vastità del mio Tempo" mit netten Kontrasten aus ruhigen und aufgedrehten Passagen nochmals eine etwas ausgewogenere und kontrastreichere Mischung auf als der überwiegende Teil des Albums, was "Ciò che l'Anima non Dice" immerhin einen ganz passablen Abgang beschert.

Unterm Strich überwiegt meinerseits beim Debüt von Furyu allerdings die Skepsis. Über weite Strecken sind mir die Stücke auf diesem Album hier schlichtweg zu kopflos, was alle spieltechnische Rafinesse so ziemlich verpuffen lässt, da mein Hirn bei sowas nur allzuschnell auf Durchzug schaltet. In Zukunft ist hier mehr Balance zugunsten von weniger Selbstzweck-Frickeleien dringend erforderlich, sonst wird man recht schnell Schiffbruch erleiden. Somit verbleibt hier der Blick auf eine eher fragwürdige Frickelorgie, die zwar kein Geld gekostet hat, aber doch schon einiges an Nerven.

Anspieltipp(s): Un Momento, Vado A Fuoco; La Vastità del mio Tempo
Vergleichbar mit: Watchtower, Adramelch, Ansur
Veröffentlicht am: 8.11.2012
Letzte Änderung: 9.11.2012
Wertung: 7/15
Vorsprung durch Technik? Na ja...

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