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Copernicus

Victim of the Sky

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1986 (CD-Reissue 2012, Moonjune Records)
Besonderheiten/Stil: improvisiert; live; sonstiges
Label: Nevermore Inc.
Durchschnittswertung: 8/15 (1 Rezension)

Besetzung

Copernicus Vocals
Pierce Turner Keyboards
Larry Kirwan Guitar, Keyboards, Voice
Thomas Hamlin Drums
Jeffrey Richards Flute, Keyboards, Effects
Chris Katris Guitar
Steve Menasche Marimba, Percussion
Fred Parcells Trombone
Roseann Horn Vocals
Andy Leahy Violin, Voice
Fred Chalenor Bass
Paddy Higgins Bodhran, Floor Toms
Matty Fillou Sax
Marvin Wright Guitar, Piano, Drum Machine
J.C. Rose Vocals
Jim O'Leary Voice
Andy Heermans Base

Tracklist

Disc 1
1. Lies! 1:11
2. The Wanderer 3:31
3. Victim of the sky 4:12
4. White from black 5:02
5. Not him again! 3:02
6. Desperate 4:26
7. In terms of money 5:10
8. From bacteria 3:30
9. The Lament of Joe Apples 9:42
10. Victim reprise 1:10
Gesamtlaufzeit40:56


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Vor einiger Zeit (ist das wirklich schon wieder über drei Jahre her?), habe ich in meiner Rezension zum damals neuesten Album von Joseph Smalkowski alias Copernicus behauptet, dass die ersten vier Alben es Amerikaners bisher nur auf LP erschienen sind. Daran hat sich inzwischen etwas geändert. Moonjune Records - auf deren Konto auch das eben schon erwähnte "disappearance" ging - haben sich des Backkatalogs des improvisierenden Poeten angenommen. Nachdem letztes Jahr mit "Nothing Exists" der Copernicus-Erstling auf digitalem Tonträger erschienen ist, war nun "Victim of the Sky", der 1986 veröffentlichte Zweitling, an der Reihe. "Deeper" soll bald folgen.

Wie ich schon in der eben erwähnten Rezension schrieb, sind sich Copernicus-Alben (soweit ich sie kenne) immer recht ähnlich. Somit ist auch auf dem meistenteils am 13. Mai 1985 in New York live mitgeschnittenen "Victim of the Sky" vornehmlich Copernicus zu hören, der von einer doch recht umfangreichen Band begleitet redet, schreit, deklamiert, röhrt, brabbelt und nölt. Hier hat er (leider) noch ein paar Damen dabei, die gelegentlich noch dazu heulen und jaulen. Dazu gibt es einiges an Musik, die sich aber immer (trotz der eher großen Besetzung - wobei ich vermute, dass nicht alle aufgeführten Mitmusiker auch in jeder Nummer zu hören sind) irgendwie im Hintergrund abspielt, ist doch Copernicus' Reden, Schreien, Deklamieren, Röhren, Brabbeln und Nölen das, worauf es ankommt.

Die Musik bietet so allerlei, zischen "normalem" Rock, Funk, Waveartigem und Reggea, über Jazzrock bis hin zu recht freiformatigem Durcheinander. Musik und Texte sind, so behauptet man auf der Rückseite des Digipacks, meistenteils improvisiert. Copernicus redet, schreit, deklamiert, röhrt, brabbelt und nölt das, was im gerade in den Sinn kommt und die Band begleitet das mit durchaus passenden Klängen. Einige der Stücke und Texte, so steht es auf der Rückseite des Digipacks, wurden allerdings auch vorher konzipiert. Allerdings, so steht es ..., fand dann die Aufführung ohne vorheriges Proben und spontan statt.

Also, was Copernicus da so anstellt, mit seiner rauchig-kratzigen, sehr voluminösen Stimme, ist schon witzig und stellenweise auch beeindruckend. Aber, wie eigentlich auf jedem mir bekannten Album des Amerikaners, nutzt sich Copernicus' Konzept schnell ab, sowohl innerhalb eines Albums, als auch (und noch viel mehr) bei mehrmaligem Hören. Es wird eben doch etwas langweilig oder anstrengend auf Dauer dem Reden, Schreien, Deklamieren, Röhren, Brabbeln und Nölen zu folgen (vor allem im langen "Lament of Joe Apples").

Es ist sicherlich eine interessante Erfahrung einmal ein Album von Copernicus zu hören. "Victim of the Sky" ist in dessen Katalog ein sehr typisches Album, sicher kein Höhepunkt, aber auch keine Ausfall. Andere Alben ("Deeper" und "disappearance" z.B.) sind abwechslungsreicher, dichter und ausgewogener in Bezug auf die Mischung von Text und Klang. Ansonsten gibt es hier das zu hören, was man eben auf einem Copernicus-Album in der Regel zu hören bekommt: Reden, Schreien ... und etwas Musik. Leider sind die einzelnen Nummern oft durch ein- und ausblenden voneinander getrennt, was dem Ganzen einen etwas zerrissenen Charakter verleiht (was noch dadurch verstärkt wird, dass in jeder Nummer eine etwas andere Musik im Hintergrund herumgeistert). Vermutlich muss man Copernicus live erleben, um seine Kunst wirklich angemessen goutieren zu können.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.8.2012
Letzte Änderung: 17.8.2012
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Copernicus

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2009 disappearance 10.00 1

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