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Ange

Escale à Ch'tiland

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012 (Aufnahmen vom 19.03.2010)
Besonderheiten/Stil: live; DVD; ArtPop; Folk; HardRock; Klassischer Prog; RetroProg
Label: ArtDisto
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Christian Décamps vocals, keyboards, accordion, acoustic guitar
Tristan Décamps keyboards, vocals
Hassan Hajdi guitar, backing vocals
Thierry Sidhoum bass, 'ethno' vocals
Benoît Cazzulini drums
Caroline Crozat vocals

Tracklist

Disc 1
1. Ces gens-là   (DVD)
2. Le cimetière des Arlequins
3. Les yeux d'un fou
4. Le rêve est à rêver
5. Le marchand de planètes
6. Sur la trace des fées
7. Les eaux du Gange
8. Neuf heures
9. Fou
10. Le Vieux de la Montagne
11. Couleurs en colère
12. Les enfants du hasard
13. Capitaine Coeur de Miel
14. Hors-la-loi
15. L'oeil et l'ouie
16. Hymne à la vie
17. Shéhérazade
18. Le ballon de Billy
19. Ode à Emile
20. "Le pied en coulisses"   (bonus)
Disc 2
1. Ces gens-là   (CD1) 5:56
2. Le cimetière des Arlequins 8:20
3. Les yeux d'un fou 4:22
4. Le rêve est à rêver 6:20
5. Le marchand de planètes 7:37
6. Sur la trace des fées 5:32
7. Les eaux du Gange 5:23
8. Neuf heures 5:31
9. Les collines roses   (13.11.2010, Nancy) 3:58
10. Le Vieux de la Montagne 7:52
11. Couleurs en colère 7:54
Gesamtlaufzeit68:45
Disc 3
1. Les enfants du hasard   (CD2) 6:29
2. Capitaine Coeur de Miel 19:34
3. Hors-la-loi 5:21
4. L'oeil et l'ouie 7:07
5. Hymne à la vie 12:49
6. Shéhérazade 4:29
Gesamtlaufzeit55:49


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @


Und mal wieder liegt ein neues Ange-Live-Album vor. Es ist das fünfte in sechs Jahren, wenn man den Bogen etwas weiter spannt und sozusagen historische Veröffentlichungen mitbetrachtet, sind es schon acht Live-Alben in zehn Jahren. Und viele davon kommen als CD- und DVD-Packages. Also ganz schön viel Ange-Live-Overkill? Ja und nein. Die Fans werden es goutieren, zumal sich Ange mit ihren Live-Auftritten ziemlich deutlich auf den französischen Großraum beschränken und allenfalls mal in Belgien oder bei großen Festival im südlichen Europa auftauchen. So sind sie gerade für ihre deutschen Fans oftmals nur ein Live-Phantom. Dazu kommt, dass sich die Songsauswahl auf den vielen Live-Werken durchaus unterschiedlich darstellt und sich oftmals nur bei den absoluten Klassikern überschneidet (wer natürlich alle Live-Werke sein eigen nennt, der hat auch acht Versionen von „Hymne à la Vie“). Aber auch die Klassiker werden schon immer mal wieder anders dargeboten.

Was ist nun also mit dem Zwischenstopp in diesem seltsamen „Ch’tiland“? Das Ganze kommt also schönes Digipak zum Aufklappen mit zwei CDs und einer DVD darin, kein Booklet. Auf der DVD befindet sich anscheinend das gesamte zugrundeliegende Konzert (durchaus nicht selbstverständlich bei Ange-Live-Veröffentlichungen). Dazu gibt es noch als Bonus einen Film über Ange, in dem sich die (damals) aktuellen Bandmitglieder, teils sehr euphorisch, äußern und alle bisherigen Ange-Mitglieder seit 1970 bildlich auftauchen. Da sich alles in französisch abspielt und auf Untertitel großzügig verzichtet wurde, kann eigentlich nur jemand, der wirklich gut französisch spricht, dem Ganzen folgen. Alle anderen schauen es sich halt einmal an und gut ist. Keine Ange-Live-Veröffentlichung ohne Seltsamkeiten: Wie gesagt auf der DVD ist das gesamte Konzert, einschließlich der Solo-Zugaben von Christian Décamps mit Akustik-Gitarre. Auf den beiden CDs fehlen die Zugaben (eben das Akustik-Medley aus „Le ballon de Billy“ und „Ode à Emile“) und „Fou“. Anstelle von „Fou“ findet sich eine Aufnahme von „Les collines roses“, die bei einem anderen Konzert entstanden ist. Das verstehe mal wieder wer will.

Auf „Escale à Ch’tiland“ ist das Jubiläumskonzert zum 40jährigen Bühnen-Jubiläum von Ange am 19.03.2010 in Lyon dokumentiert. Das Ganze fand in einem Theater vor größtenteils sitzendem Publikum (welches es aber immer wieder von den Sitzen reißt und gegen Ende stehen eh alle) statt. Der Jubiläums-Charakter erklärt vielleicht die etwas eigenwillige Songauswahl, die das damals aktuelle Album „Le bois travaille, meme le dimanche“ ziemlich links liegen lässt. Stattdessen gibt es einen Querschnitt aus der langen Karriere von Ange (soweit dies in einem Konzert überhaupt möglich ist), allerdings mit teils eher selten gespieltem klassischen Material und erstaunlicherweise mit einem kleinen Schwerpunkt auf den bösen 80er Jahren, in denen auch Ange eine Reihe eher schwache Alben veröffentlichte. Aber im Livegewand erstrahlen diese Songs in neuem Glanz und entwickeln plötzlich sehr viel Charme.

Über die Live-Performance der Franzosen muss man wahrscheinlich nicht mehr viele Worte verlieren. „Escale à Ch’tiland“ ist klar eine der besten Live-Veröffentlichungen von Ange. Die Band musiziert lustvoll, kraftvoll, voller Begeisterung zwischen Sympho-Prog, chansonesken Momenten, veritablem Hardrock und allerlei kuriosen Kirmeseinlagen, für die vor allem Christian Décamps und die hinreißende Caroline Crozat verantwortlich sind. Alleine der Auftritt der Beiden bei „Fou“, mit Verkleidung und nur mit Akkordion als Begleitung, ist die DVD wert. Aber auch die Mitmusiker lassen sich nicht lumpen. Hajdi ist ein variabler Gitarrist, der die Saiten fliegen lässt, Bassist Sidhoum ist diesmal nicht nur cool, sondern voll dabei, hat ein paar kurze Solopassagen und darf sogar mal ein bisschen singen und Drummer Cazzulini brennt ein Feuerwerk hinter der Schießbude ab. Tristan Décamps, der Sohn des Hauses, wütet wie immer am Bühnenrand hinter seiner Keyboard-Burg und hat natürlich auch den einen oder anderen Solospot, diesmal eher ruhig und ergreifend („Neuf heures“). Musikalisch perfekt und mitreißend gespielt, doch den Unterschied macht wirklich die Performance von Crozat und Décamps, dem Älteren. Gerade bei der Monsterversion von „Capitaine Coeur de Miel“ muss man manchmal schon Sorge haben, dass sich Christian Décamps derartig verausgabt, dass er von der Bühne fällt oder ihm zumindest die Augen herausquellen. Damit gewinnt die DVD gegen die beiden CDs.

Ein hinreißendes Konzert von Ange, sehr gut in Bild und Ton dargeboten, für den Genuss zu Hause. Nur das echte Liveerlebnis geht hier (vermutlich, der Rezensent hatte dieses Vergnügen leider noch nicht) drüber. Leider wohl auch die Abschiedsvorstellung der umwerfenden Caroline Crozat, die anscheinend Ende 2010 ihren Rückzug aus der Band bekannt gegeben hat. Ein herber Verlust für Ange.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.8.2012
Letzte Änderung: 6.8.2012
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Ange

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Caricatures 8.00 3
1973 Le Cimitière Des Arlequins 9.00 2
1974 Au-Delà Du Délire 11.00 2
1975 Emile Jacotey 12.00 1
1976 Par les Fils de Mandrin 10.50 2
1977 Tome VI 10.00 1
1977 Guet-Apens 11.00 1
1980 Vu d'un chien 7.00 1
1995 Un p'tit tour et puis s'en vont 13.00 2
1999 La Voiture A Eau 11.00 1
2000 Rêves-Parties 13.00 1
2001 Culinaire Lingus 12.00 2
2002 Tome 87 - Live 11.00 2
2003 En Concert - Par Les Fils De Mandrin - Millésimé 77 12.00 1
2005 ? 10.00 1
2006 Live Tour 2003-2004 - Par Les Fils De Mandrin (DVD) 13.00 1
2007 le tour de la question 12.00 1
2007 Zénith an II 12.00 1
2007 Souffleurs de vers 9.00 1
2009 Souffleurs de vers Tour 11.00 1
2010 Le bois travaille, même le dimanche 11.00 3
2012 Moyen-Âge 11.50 2

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