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AJ Nutter

The Birds

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: instrumental; Konzeptalbum; Ambient
Label: 16 Pound Rabbit
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Aaron Nutter alles

Tracklist

Disc 1
1. Sea Crisp Theme 3 1:16
2. Bodega Bay 2:53
3. Up And Down 3:05
4. In The Hall 0:51
5. The Birds Are Out Of The Cage 0:45
6. The Long Way Home 1:45
7. Sea Crisp Theme 2 1:22
8. Down We Go 2:28
9. Lifted 2:41
10. Wings of Design 5:53
Gesamtlaufzeit22:59


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Zu einem echten Filmklassiker gehört immer auch ein mindestens ebenso epochaler Soundtrack, und dieser Aspekt könnte einen derartigen Film schon vom üblichen Blockbuster mit Hans-Zimmer-Untermalung unterscheiden. Alfred Hitchcocks "Die Vögel" aus dem Jahr 1963 fällt entsprechend eindeutig in die Kategorie "Klassiker", ergänzten sich doch damals Bernhard Herrmanns postmoderner Score und Oskar Salas elektronisches Vogelgeschrei zu einer einmalig verstörenden Mischung, mit der die Paranoia und Mysterien der Handlung bestens untermalt wurden.

Heute, knapp 50 Jahre später, nimmt sich Aaron "AJ" Nutter erneut des Themas des Hitchcock-Films an. Schlicht "The Birds" heißt dieses 23-minütige Werk, das zwar nicht die Handlung nachzuerzählen versucht, aber die Stimmungen der Vorlage bestens einfängt. Interessanterweise sind dabei die musikalischen Mittel gar nicht so sehr vom Original entfernt: Immer noch stehen hier diffuse und schwelgerisch-sinfonische Klänge neben vermutlich künstlichen Vogel- oder ähnlichen Geräuschen (prominente Beispiele: "Up And Down", "The Birds Are Out Of The Cage", "Down We Go"). Der sinfonische Anteil schafft es dabei in seiner Mischung aus Verträumtheit und sprödem Minimalismus stets, das maritim-verschlafene Flair der portraitierten Küstenstadt Bodega Bay und ihres kärglichen Umlandes einzufangen.

Der Unterschied ist wohl der, dass kraft des elektronischen Instrumentariums, dass Aaron Nutter hier bedient, der zugehörige Musikstil neuerdings "Ambient" genannt wird, und in dieser Form erinnert die Musik tatsächlich beispielsweise an die entsprechenden Alben von Ulver ("Perdition City", "Shadows Of The Sun"). Zeitweilig ("Bodega Bay", "The Long Way Home") kommt allerdings noch ein Drumcomputer ins Spiel und gibt einen monotonen Rhythmus vor. In solchen Momenten lässt die Musik etwas an eine finstere Variante von Kraftwerk denken. Eher untypisch ist wohl das Ende dieses kurzen Albums: "Lifted" schlägt geradezu optimistische Klänge an, die vom abschließenden "Wings Of Design" kaum ausgeräumt werden können.

Somit geht "The Birds" damit gegen Ende ein wenig die Luft aus, die Viertelstunde davor wird allerdings gut und stimmungsvoll ausgefüllt. In diesen Momenten wird die Musik wie erwähnt jederzeit dem Vorbild voll und ganz gerecht, auch wenn es natürlich im Nachhinein merkwürdig erschiene, Tippi Hedren zu Ambient-Musik zu betrachten. Ansonsten bleibt als Fazit zu sagen, dass "The Birds" somit eine nette und kompakte Konzept-EP ist.

Anspieltipp(s): Up And Down, The Long Way Home
Vergleichbar mit: Ulver, Kraftwerk
Veröffentlicht am: 5.9.2012
Letzte Änderung: 6.9.2012
Wertung: 9/15

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