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Obsidian Kingdom

Mantiis

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012 (Download und CD)
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Ambient; Independent / Alternative; Metal; New Artrock; Postrock; Progmetal; Psychedelic
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Zer0 Æmeour Íggdrasil Keyboard, Gesang
Rider G Omega Gitarre, Gesang
Prozoid Zeta JSI Gitarre
Fleast Race O’Uden Bass
Ojete Mordaza II Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Not Yet Five 4:18
2. Oncoming Dark 2:50
3. Through The Glass 2:24
4. Cinnamon Balls 3:03
5. The Nurse 1:49
6. Answers Revealing 2:34
7. Last Of The Light 5:05
8. Genteel To Mention 2:50
9. Awake Until Dawn 3:44
10. Haunts Of The Underworld 3:51
11. Endless Wall 4:44
12. Fingers In Anguish 2:55
13. Ball-Room 2:21
14. And Then It Was 4:25
Gesamtlaufzeit46:53


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Man mag die Kategorisierung von Musik in Genres für Unsinn und Sektiererei halten. Ein Album wie "Mantiis" von Obsidian Kingdom liefert dafür gute Gründe, denn ganz offensichtlich wurde hier bei der Komposition und der Aufnahme desselben auch gar nicht daran gedacht, irgendwelchen Definitionen gerecht zu werden. Pech für den Rezensenten, der sich an dieser Stelle nicht auf gängige Floskeln à la "Obsidian Kingdom würzen ihre Promenadenmischung aus Progmetal und New-Artrock mit Anklängen aus Postrock, TripHop und Ambient" verlassen kann. Nicht, weil es verkehrt wäre, sondern weil es der Musik nicht gerecht wird.

Denn Nummern wie die verträumten "Not Yet Five", "The Nurse" und "Answers Revealing", das stimmungsvolle "Oncoming Dark", reine Brecher wie "Cinnamon Balls" und "Last Of The Light" oder das ebenso verspielte wie bombastische und brutale Instrumental "Through The Glass" haben nicht nur Klasse, sondern sind vor allem derart eigenständig, dass ich mir die Referenzen hierfür aus allen möglichen Ecken der Welt zusammensuchen muss. Da kommen mir so verschiedene Bands in den Sinn wie beispielsweise The National Orchestra Of The United Kingdom Of Goats, Cloudkicker, Spastic Ink, Enslaved, Dream The Electric Sleep, Ihsahn, Chryst, North Atlantic Oscillation, Sole Remedy, und auch ultimativ bekannte Namen wie Ulver, Opeth, Celtic Frost und logischerweise Porcupine Tree.

Natürlich könnte man hier noch ähnliche Argumente vorbringen, wie Kollege Nik es unlängst in seiner Kritik zu Riversides "Shrine Of New Generation Slaves" getan hat: Viele Sachen sind für sich genommen gar nicht sonderlich komplex oder herausragend elaboriert oder setzen auf nie gehörte außermusikalische Bezüge. Nein, auch hier gibt es Musik zu hören, die zwar überwiegend verspielt ist, aber oftmals auf einem recht simplen Fundament steht wie etwa einem rhythmisch-harmonischen Konstrukt, das dann für die Dauer die Grundlage für Soundspielereien, Schwelgereien oder auch bloß pures Geballer bildet. Das ist - um mal Nik zu zitieren - "Normaler Rock, manchmal mit Überlänge, der Atmosphäre weitgehend nicht mit musikalischen Mitteln erzeugt, sondern über Produktion und Sound." Allerdings verüble ich das "Mantiis" gar nicht, denn gerade die nahtlose Abfolge aller Stücke im Rahmen eines Konzeptalbums sorgt hier ebensosehr für Abwechslung, wie es sich eben um alles, bloß nicht um Rock handelt (schon gar nicht um "normalen").

Zumal einige dieser Nummern auch eine hübsche Innenspannung aufweisen: Etwa "Awake Until Dawn", das mit schrill-disharmonischen Gitarrenwänden und Black-Metal-Gekreische beginnt und dann auf spartanische Klavierarbeit, wehmütige Synthies und New-Artrock-Sprechgesang setzt (den schunkeligen 3/4-Rhythmus hält man allerdings die ganze Zeit). Von der Machart her recht ähnlich ist "Last Of The Light", das ebenfalls brutal anfängt und endet, nur um dann im Mittelteil auf spacige Effekte auf Gitarre und Keyboards zu setzen und obendrauf ein relaxtes Saxofonsolo zu platzieren. Und mit Nummern wie "Haunts Of The Underworld" und "Through The Glass" spielt man sich stilvoll ins Nirvana.

Ansonsten finde ich damit "Mantiis" insgesamt durchwegs gelungen und ziemlich spannend. Der nette Effekt, der sich beim Hören einstellt und diesem Album hier seinen zusätzlichen Reiz verleiht, ist außerdem der, dass immer wieder mal der Eindruck entsteht, mit der Musik davontreiben zu können. Stimmungen, Arrangements, Melodien - alles geht fließend und nahtlos ineinander über, ohne dass man sich dabei an allzuvielen Konventionenn festklammern müsste. Insofern ist dieses Album damit zwar schwer zu beschreiben, aber umso angenehmer zu hören.

Anspieltipp(s): Alles und wiederum nichts
Vergleichbar mit: Allem und wiederum nichts
Veröffentlicht am: 14.3.2013
Letzte Änderung: 15.3.2013
Wertung: 12/15

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2016 A Year With No Summer 12.00 1

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