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Kalutaliksuak

Last Day of Sun

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: Psychedelic; RetroProg; RIO / Avant; Spacerock; sonstiges
Label: R.A.I.G
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Alexander Chuvakov Guitars, Flutes, Voice
Vladimir Konovkin Keyboards
Alexei Ohontsev Bass
Sergei Titovetz Drums, Voice

Tracklist

Disc 1
1. Sailing into the sunset to a new night

1. Sun Phase 1 8:47
2. Sun Phase 2 13:14
3. Sun Phase 3 4:27
4. Sun Phase 4 10:11
5. Sun Phase 5 13:32

2. She who knows 7:01
3. The shadows ripening 5:11
4. Her names are miles away in the sea / Whales come to answer 15:35
Gesamtlaufzeit77:58


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Im Jahre 2006 reaktivierten Vladimir Konovkin und Alexander Chuvakov ihr ursprünglich 1997 aufgelöstes Bandprojekt Kalutaliksuak. Nachdem dann im darauf folgenden Jahr das Debütalbum mit Archivmaterial aus den 90ern erschienen war (siehe "Kalutaliksuak"), machte man sich daran ein neues Album aufzunehmen. In Alexei Ohontsev (Bass) und Sergei Titovetz (Schlagzeug) fand man dazu weitere Mitspieler. "Last Days of Sun" entstand 2008 in Moskau und wurde noch im selben Jahr vom Label R.A.I.G auf CD veröffentlicht.

Wie man auf der Bandseite des Labels nachlesen kann geht es auf "Last Days of Sun" um die langen Polarnächte, die den Winter in weiten Teilen Russlands, die nördlich des 60sten Breitengrades liegen, prägen. Eine ständige Dämmerung liegt über dem Land, die Sonne sieht man für Wochen oder Monate nicht. Man lebt in einem unwirklichen Halbdunkel, das die Seele bedrückt, düstere Fantasien erzeugt, Legenden von Geisterwesen und anderweltigen Kreaturen schafft und die Menschen Zuflucht zu Schamanismus und Naturreligionen suchen lässt, die vor den Geistern der Dunkelheit beschützen. Ängstlich beobachtet man täglich den Himmel, wartet auf den letzten Tag, an dem die Sonne noch scheint und bereitet sich dann auf die Zeit der Dämmerung vor. Kalutaliksuak machen auf "Last Days of Sun" nun die passende Musik dazu.

So düster, wie man nach den obigen Zeilen vermuten würde, ist die Musik auf "Last Days of Sun" dann aber doch nicht. Dämmrig, mysteriös und bisweilen auch unheimlich sind die hier zu hörenden Klänge aber durchaus. Ein ziemlich eigenartiges Gemenge an E-Gitarren- und Tastensounds quillt hier aus den Boxen, das meist recht kraftvoll von der Rhythmusfraktion vorangetrieben wird. Dazu kommen diverse flötende Einlagen und allerlei menschliche Lautäußerungen, die meist so wirken, als würden sie von einem der oben erwähnten Polar-Schamanen stammen. Mächtig ist das klangliche Ergebnis, angeschrägt, gleichzeitig spacig und psychedelisch, aber alles in allem schwer zu beschreiben.

Eine dichte Masse an jaulend-sägenden E-Gitarrenlinien, frickeligem Gerocke, voluminösen Tastenflächen, wirrem Geklimper, allerlei elektronischem Fiepen, Schweben und Dröhnen, bisweilen auch jazzigen E-Pianoläufen, gewaltigem Basswummern (ab und an auch flottem Basstanzen) und wuchtigem Getrommel (das sich immer wieder zu einem exzessiven Wüten steigert) fließt hier mal verhalten, mal bewegt, aber immer ausgesprochen mächtig und druckvoll durch die Gehörgänge, bisweilen ergänzt um seltsames Geflöte. Dazu kommen die schon erwähnten Stimmeinlagen, die sich als sonores Stammeln, düsteres Murmeln, wütendes Knurren, ächzendes Stöhnen oder tranceartiges Schreien darstellen. Beeindruckend!

"Last Days of Sun" bietet eine hypnotisch-schwebende, bisweilen auch ziemlich lärmende Soundreise in polare Regionen, seltsam sakral, paganisch, schamanenhaft, monolithisch und unwirklich wie die Polarnacht, die das thematische Zentrum darstellt. Spuren von Zeuhl, Retro-Crimson (die bisweilen frippige Gitarre), RIO-artiges à la Univers Zero, Present oder Shub Niggurath, Spacig-Psychedelisches und sehr viel Eigenes vermengen die vier Russen hier zu einem bizarren, schummrig-schrägen Klangereignis, dem zwar eine gewisse hypnotische Eintönigkeit anhängt (zur Polarnacht passend), das aber alles in allem ziemlich abwechslungsreich und farbig (in Grauabstufungen) und versehen mit einer sehr eigenen Atmosphäre voran schreitet. Gut, vielleicht hätte es nicht fast 80 Minuten davon gebraucht. Man hätte wohl auch nach dem fünften Teil von "Sailing into the sunset to a new night" das Album beenden können, ohne das der Hörer Essentielles verpassen würde. Trotzdem sei das Album allen Klangabenteurern mit Hang zu spacig-psychedelisch-seltsamen Progexkursen sehr empfohlen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.5.2013
Letzte Änderung: 6.12.2014
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kalutaliksuak

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2007 Kalutaliksuak 11.00 1
2011 Snow Melts Black 12.00 1
2014 Death of the Alpinist 12.00 1

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