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Deafening Opera

Blueprint

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: HardRock; New Artrock; Progmetal; Psychedelic
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Adrian Daleore vocals
Gérald Marie keyboards, background vocals
Christian Eckstein bass, background vocals
Moritz Kunkel guitar, background vocals
Thomas Moser guitar, spoken lyrics
Konrad Gonschorek drums

Tracklist

Disc 1
1. her decay 7:26
2. tatjana 0:49
3. dripping hot chocolate 6:50
4. blueprint 7:33
5. jericho I am 4:53
6. 25.000 miles 6:55
7. paralelno 6:58
8. no man's shadow 5:08
9. porcupine syndrome 7:29
Gesamtlaufzeit54:01


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Manchmal bedauert man ja, dass es heute keinen klassischen Prog mehr gibt. So muss man sich entweder mit Neoprog beschäftigen oder in die Gefilde des Retroprog eintauchen. Aber dann gibt doch wieder Bands, welche die Fahne des Progressive Rock in den heutigen Zeiten hochhalten und sich einen eigenen, zeitgenössischen Weg suchen. Da wird der Faden des klassischen Progressive Rocks aufgenommen und in die Moderne geführt.

Ein schönes Beispiel für ein derartiges Fortspinnen des Progressiven Fadens in der Neuzeit ist „Blueprint“ der – in München beheimateten – Band Deafening Opera. Deafening Opera sind zwar in München daheim, verstehen sich aber als deutsch-französisch-serbische Band, also quasi Europäer (auch nicht leicht in diesen Zeiten). „Blueprint“ ist bereits das zweite Album der Band, wobei mir der wohl mehr im Progmetal beheimatete Erstling unbekannt ist.

Natürlich sind Deafening Opera Rückgriffe und Inspirationen aus der guten alten Zeit nicht fremd. Wogende Orgelklänge und scharfe Gitarrenriffs beschwören wohliges 7ties Feeling. Aber es gibt auch modernistische flirrende und puckernde Tastenklänge auf die Ohren, perlende Pianoläufe, wuseliges Drumming zwischen treibend rockig und filigran, jazzig-angehaucht und melodische Basslinien, welche die Weiten des Raumes erkunden. Die Münchner mixen knallharten Rock mit lyrisch-verträumten Passagen, psychedelisch-schrägen Elementen und kraftvollen Melodiebögen. Eine recht eigene Mixtur, welche dazu noch kompetent, knackig, voll spürbarer Spielfreude dargeboten wird. Alles gehüllt in ein modernes, offenes, transparentes, druckvolles New Artrock-Klanggewand.

Die Songs wirken durchaus sehr durchdacht, auskomponiert, ohne dabei steif und allzu verkopft zu wirken. Da ist schon der veritable Rockfaktor der Band vor. Die Arrangements glänzen mit Abwechslungsreichtum, Farbigkeit und Verspieltheit... immer wieder durchaus überraschende Wendungen und Gimmicks inklusive. Abgerundet vom sehr variablen, kraftvollen Gesang von Adrian Daleore, der mal flüstern, mal schreien, mal sanft, mal rau, mal heftig intonieren kann. Unterstützt vom gelungenen Chorgesang der Bandkollegen. Schade, dass nur ein Song in Daleores Muttersprache vertreten ist. „Paralelno“ ist denn auch gleich ein Höhepunkt des Albums.

„Blueprint“ ist ein höchst gelungenes Album modernen Progressive Rock geworden, welches mal eben den Bogen von Deep Purple, Dream Theater bis hin zu Porcupine Tree, Riverside und Echolyn schlägt.

P.S.: Das Album ist als physische CD wie auch als „pay-what-you-want“-Download über die Bandcamp-Seite der Band erhältlich.

Anspieltipp(s): jericho I am, paralelno, porcupine syndrome
Vergleichbar mit: von Deep Purple über Dream Theater bis Porcupine Tree, da ist alles mögliche drin
Veröffentlicht am: 23.7.2013
Letzte Änderung: 23.7.2013
Wertung: 11/15
...mit Tendenz nach oben

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Von: Marc Colling @ (Rezension 2 von 2)


Als Schülerband im Jahre 2002 gegründet, spielen Deafening Opera eine Mischung aus Progmetal und Progrock. Trotz der Jugend der Musiker, klingen die Kompositionen ausgereift. Immer melodisch, aber ohne sich anzubiedern.

Der Sound ist warm, transparent und modern und verbreitet Liveatmosphäre. Die zwei Gitarristen dominieren, doch werden die Keyboards trotzdem nicht vergessen. Gesanglich ist das Album eine Bereicherung, denn Adrian Daleore hat eine angenehme und starke Stimme.

Zu Beginn startet HER DECAY als regelrechter Alleskönner. Der Song hat eine sofort ins Ohr gehende Melodie, doch von schneller Abnutzung kann keine Rede sein. TATJANA ist anschließend mit 49 Sekunden nur ein instrumentaler Übergangstrack.

Mit DRIPPING HOT CHOCOLATE folgt ein ebenfalls abwechslungsreicher Track. Ein kräftiges Riff leitet ein, doch beim Refrain wildert die Band im Funk und sogar im Swing. Sehr variabel und spannend.

Der Titeltrack BLUEPRINT folgt. Anfangs wird noch hart gerifft, bald aber beruhigt sich alles. Den Refrain vergisst du schon nach 1-mal hören nie mehr. Und nach 50-mal hören kriegst du davon immer noch nicht genug.

JERICHO I AM ist schwächer, wegen der zu eingängigen Melodie. Der Song besitzt aber ein interessantes Gitarrensolo im Mittelteil. Mir fehlt trotzdem der Überraschungsmoment, den ich in den anderen Songs meistens finde. 25.000 MILES kommt erst mittelalterlich, es dauert aber nicht lange und die Gitarre und eine Orgel stellen die Zeiger auf Progmetal um.

So langsam kommen wir zum Ende des Albums. Und hier hauen Deafening Opera noch 3 echte Perlen raus. PARALELNO ist davon noch der schwächere Teil, wird auf französisch gesungen, der Muttersprache von Daleore. Gérald Marie, Keyboarder und ebenfalls Franzose, hat den Text dazu verfasst. Dieser handelt davon, wie schnell die Zeit bis zu dem Tag vergeht, wo Krankheit den Körper in Geiselhaft nimmt und die Seele befreit wird. Sowohl kompositorisch als auch textlich zwar überzeugend, doch mit NO MAN'S SHADOW kommt noch eine Steigerung mit einem härter riffenden Song. Auch dieser besitzt eine Melodie die sofort fesselt und wie Kaugummi im Ohr klebt.

Ganz zum Schluss folgt noch PORCUPINE SYNDROME. Dieser Song unterscheidet sich von den anderen, weil er sphärischer ist.

Deafening Opera sind für mich eine große Entdeckung. Von der Produktion her ist zwar noch Luft nach oben, doch sollte man das angesichts des wohl schmalen Budgets nicht überbewerten. Wo viele andere Bands nur imitieren, ziehen sie ein sehr eigenständiges Ding durch. Freunde von nicht alltäglichem Prog und alle die auf Gitarre und tollen Gesang stehen sind hier gut aufgehoben.

Anspieltipp(s): Blueprint
Vergleichbar mit: mir fällt keiner direkt ein, sehr eigenständig
Veröffentlicht am: 23.7.2016
Letzte Änderung: 8.1.2017
Wertung: 11/15

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