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Blim

Zero / No Frills

(Archiv-Tipp 10/2013)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013 (Aufnahmen von 1992 und 1993)
Besonderheiten/Stil: RetroProg; Spacerock; sonstiges
Label: Blim Music
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Andy Read Guitars, Vocals
Ben BJ Gardiner Bass (CD1)
Neil Spragg Drums, Voice
Phil Cook Sax, Voice (CD1)
Nigel Pugh Keyboards, Flute (CD 1)
Tony Child Keyboards, Wibbles, Effects, Tapes, Samples
Robert Illesh Bass, Mandolin, Keyboards, Vocals (CD2)

Gastmusiker

Ade Synthesizer (Track 4, CD1)

Tracklist

Disc 1
1. Derangement   (Zero) 8:50
2. Prawnwarp 4:21
3. There's a hole in my toe 0:11
4. F 8:25
5. Synchromesh 9:54
6. Echo-Logical 6:02
7. Hoffman bike pump 0:15
8. Little one 0:16
9. Big one 5:40
10. 1234 4:19
11. Disappearance 11:55
12. Country & Eastern   (Bonustrack CD-Reissue) 2:50
13. Spanish song   (Bonustrack CD-Reissue) 4:37
14. The disconcerting riff   (Bonustrack CD-Reissue) 6:32
Gesamtlaufzeit74:07
Disc 2
1. Approach   (No Frills) 0:25
2. The Noup 7:03
3. Junk 6:45
4. Ocean 7:06
5. Headphones 2:15
6. Sparsely & Much 8:15
7. Vector 5:27
8. Ubusubu 1:40
9. Plop 8:05
10. Wet potato 3:18
11. Beejayone 12:56
12. The Fly 0:23
13. The Eagle   (Bonustrack CD-Reissue) 1:29
14. Isis Hatstand   (Bonustrack CD-Reissue) 3:12
15. Fumanchumanflu   (Bonustrack CD-Reissue) 3:35
16. The Eagle (exit)   (Bonustrack CD-Reissue) 1:31
Gesamtlaufzeit73:25


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Blim kamen aus Birmingham und existierten offenbar nur für kurze Zeit Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Viele Informationen sind im Weltweiten Netzt nicht zu finden, doch entstand die Band wohl 1990, als der Schlagzeuger Neil Spragg (von Omnia Opera kommend - die sich gerade zum ersten Mal aufgelöst hatten) mit dem Gitarristen Andy Read eine neue Band startete. Man wuchs zum Sextett heran, war live sehr aktiv und spielte ein erstes Album ein, welches 1992 unter dem Namen "Zero" als Tonbandkassette veröffentlicht wurde. Ein Jahr später erschien, man hatte sich inzwischen zum Quartett reduziert, mit "No Frills" ein zweites Tape. Irgendwann danach hat sich die Gruppe dann wohl aufgelöst. Spragg war ab 1992 jedenfalls (auch) wieder im Lineup der reformierten Omnia Opera zu finden.

Die beiden Blim-Kassetten entwickelten sich vor allem in Spacerock-Kreisen und unter Tape-Händlern zu gesuchte Raritäten, so dass man (vermutlich Andy Read) sich dazu entschlossen hat zum 20sten Veröffentlichungsjubiläum von "No Frills" beide Alben auf CD wieder aufzulegen. 2013 erschien daher das Doppel-Album "Zero / No Frills" mit allen Stücken der Kassetten und einer handvoll Bonusnummern. Die CDs werden in einem Platz sparenden, aber durchaus schmucken Pappklappteil geliefert (à la Doppel-LP), versehen mit den nötigsten Informationen und ein paar Bandfotos. Der Klang des Ganzen (der ursprünglichen Albumtracks) ist sehr gut bis exzellent (nicht perfekt, zumindest auf CD1; allzu viel Geld konnte die Truppe wohl nicht in die Produktion investieren), wurden die beiden Tapes damals doch unter durchaus professionellen Studiobedingungen aufgenommen. Die Bonusnummern haben etwas schlechtere Qualität, sind aber auch noch sehr gut anhörbar. Man erfährt zwar nirgends wo diese Stücke aufgenommen wurden, doch handelt es sich vermutlich um semiprofessionelle Demoaufnahmen, Live- oder Probenraummitschnitte. Eine nette Zugabe ist das allemal.

Einen instrumentalen Spacerock machen Blim auf CD1, der der jazzigeren Seite des Genres zugeneigt ist und daher eher Gong als Hawkwind als Vorbild hat. Die Band rockt ausgesprochen druckvoll (manchmal auch durchaus heftig - man höre "Big One") voran, bestimmt von E-Gitarre, Schlagwerk und Bass, begleitet vom ausufernden Blubbern und Fiepen der Synthesizer, von allerlei jazziger Linien vom Sax, verschiedenen Akustikgitarreneinwürfen und ab und zu auch einigen Flöteneinlagen. Letztere tauchen meist dann auf, wenn die Band etwas Fahrt aus der Musik nimmt und getragener durchs All gleitet (wie z.B. im Mittelteil von "F" oder der ersten Hälfte von "Disappearance"). Sehr farbig und vor allem sehr schwungvoll und virtuos wird hier spacegerockt. Natuerlich hat die Band wenig Neues zu sagen (ist aber etwas progressiver, abwechslungsreicher und komplexer unterwegs als ihre spacerockenden Zeitgenossen - auch als die Ozric Tentacles, denen Blim auf jeden Fall das Wasser reichen konnten), aber so mag ich meinen Spacerock und goutiere ihn gerne immer wieder. Die Bonusnummern bieten more of the same, eine Spur erdiger und bei etwas roherem Klang.

"No Frills" hat die Band dann in neuer, etwas reduzierter Besetzung eingespielt; Sax und Flöte fehlen (dafür wird aber ab und zu gesungen). Spacige Überbleibsel sind auch hier klar vorhanden, doch hatte die Band ihren Stil etwas verschoben, hin zu einem modernen, komplex-sperrigen Prog, der sich etwas an den späteren Produktionen von King Crimson orientiert. "The Noup" bietet z.B. ziemlich kompliziertes Triogerocke, dominiert von der exzellenten E-Gitarrenarbeit Reads, in das in der zweiten Hälfte, nun begleitet von dazu passenden Synthesizerfiepen, immer wieder Gongs Om-Riff aus dem Stück "Master Builder" (siehe "You") eingebunden wurde. Auch sonst gibt sich "No Frills" stilistisch breiter, wird hier doch bisweilen funkig Jazzgerockt, wird auch einmal eine Art von Heavy-Reggea/Dub zelebriert (man höre das dritte Drittel von "Sparsely & Much"), wird entspannter spacegejammt ("Ocean", "Beejayone") oder der Hörer mit kurzen Tonband-Geräuschkollagen unterhalten ("Headphones", "Ubusubu" und "The Fly"). Meist wird aber druckvoll und progressiv gerockt, sperrig und vertrackt und bisweilen ganz schön schräg und deftig (man höre "Vector"), was in Verbindung mit dem immer wieder aufwabernden spacigen Synthesizergeblubber eine recht eigene Atmosphäre erzeugt.

Das auf CD2 zu findende Bonusstück "Isis Hatstand" begibt sich dann gar in elektronisch-free-funkige Gefilde. Schade, dass sich die Band damals aufgelöst hat. Der auf CD2 zu findende, durchaus eigenständige Spaceprog-Ansatz hätte genügend Potential zu einer interessanten weiteren Karriere geboten.

"Zero / No Frills" ist eine ausgesprochen unterhaltsames Album, das sowohl Adepten von komplexerem Spacrock, als auch Freunde von sperrigem 90er-Jahre-Prog sehr zusagen sollte. An diesen beiden Silberlingen sollte daher ein nicht geringer teil der Babyblauen Leserschaft seine Freude haben. Kaufen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.10.2013
Letzte Änderung: 28.10.2013
Wertung: 12/15

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