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Papir meets Electric Moon

The Papermoon Sessions

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013 (Aufnahme vom 9. August 2012)
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; live; Jazzrock / Fusion; Krautrock; Psychedelic; Spacerock
Label: Sulatron
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Nicklas Sorensen guitar
Christian Becher Clausen bass
Christopher Brochmann Christensen drums
Komet Lulu bass, effects
Sula Bassana guitar, casio, effects
Mogens Deenfort synths
Rosi Diamond mental support

Tracklist

Disc 1
1. Farewell Mr. Space Echo 16:10
2. Red Dust 5:55
3. The Circle 21:17
Gesamtlaufzeit43:22


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 2)


„This record is in memory of Ralph Rjeily.“ So ist es auf der Innenhülle der CD zu lesen. Ralph Rjeily starb am Tag als sich Musiker der Bands Papir, Electric Moon und des Øresund Space Collective am 9. August 2013 in Kopenhagen trafen. Im Gedenken an ihn sind diese Aufnahmen entstanden.

Ralph Rjeily starb an Krebs im Alter von nur 41 Jahren. Er war als Konzert-Veranstalter, Toningenieur und Mitbegründer des Labels Burnt Hippie Recordings tätig. Seine Kontakte und Inspirationen in der Psychedelic-Spacerock-Szene waren vielfältig (On Trial, Oresund Space Collective, Baby Woodrose, Korai Öröm etc.). Und zuletzt inspirierte er die Musiker von Papir meets Electric Moon zu dieser spontanen Session an seinem Todestag.

Ganz zaghaft tasten sich die Musiker mit leisen Tönen in sich repetiv steigernder Folge in den Eröffnungssong „Farewell Mr. Space Echo“ hinein. Da schwingt natürlich eine Menge Melancholie mit, die aber doch von einer lebendigen Zuversicht getragen wird. Der sanft schwebende, treibende Sound wird von flirrenden Gitarren und Synthies getragen, der kraftvoll von doppeltem Bass und Drums zusammengehalten wird, bis er am Ende wieder versiegt.

Das relativ kurze Zwischenspiel „Red Dust“ weckt mit seinem locker swingenden Rhythmus und filigranen Gitarrenspiel hingegen eher weniger schwergewichtige Emotionen und hat fast etwas leicht Jazzrockiges an sich.

Mit „The Circle“ schließt sich der Kreis, indem die Elemente zu einem ausufernden Ganzen zusammengefügt werden. Ein komplexer, gleichwohl gut rockender Rhythmus ist dabei zunächst die Projektionsfläche für das intensive Zusammenspiel der Musiker. Nach einigen Minuten aber löst sich dieser plötzlich auf und weicht einer wehmütigen, leisen Improvisation, die immer nahe am Verlöschen ist. Nach weiteren Minuten aber erhebt sich ein diesmal schleppender Rhythmus mit sparsam akzentuierter sich stetig steigernder, lauter werdender, von immer heftigeren Gitarrensounds umspielten spacigen Untermalung, der schließlich wieder in der Leere des Entschwindens aufgeht.

Dieses Gemeinschaftsprojekt mit dem wundervoll stilisierten Artwork eines sich verästelnden Baumes vor interstellarem Hintergrund ist eine Sternstunde entspannten zeitgenössischen Spacerocks.

Gemastert wurde die Session schließlich von Eroc, ist limitiert auf 1.000 Exemplare und auch in schwarzem und rotem Vinyl jeweils in 500 Stück erhältlich.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.10.2013
Letzte Änderung: 25.10.2013
Wertung: keine jenseits penibler Punktewertung

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Und wieder ist ein Mitschnitt einer alten Krautrock-Session erschienen, aufgenommen irgendwann anno ‘68 oder so in einer vom Duft der Räucherkerzen geschwängerten Klause… ach halt, das ist ja von 2012. Wobei, das mit den Räucherkerzen könnte schon stimmen. Jedenfalls haben sich hier zwei Bands der aktuellen Krautrockszene zusammengetan, Papir aus Dänemark und Electric Moon, eines der vielen Projekte von Dave „Sula Bassana“ Schmidt, die sich im August 2012 in Kopenhagen zu einer Session trafen. Live, aber ohne Publikum, entstanden diese Aufnahmen, denen keine Overdubs hinzugefügt wurden.

In zwei langen und einem dazwischengequetschten kurzen Stück zelebrieren die insgesamt sieben Musiker (obwohl, sollte man jemanden, der „mental support“ leistet, als Musiker bezeichnen…?) die ganze Herrlichkeit des psychedelischen Krautrock. Farewell Mr. Space Echo entwickelt sich aus einzelnen, zaghaft vorgebrachten Klängen zu einer fulminanten Kraut-/Spacerock-Orgie aus psychedelisch jammenden Gitarren und elektronischem Geflirre über treibender Rhythmik. Ein echter Trip, könnte gerne auch doppelt so lang sein. Beim kurzen Red Dust wird das Tempo deutlich zurückgenommen, ausladende elektronische Klangflächen sorgen für spacig-schwebendes, geradezu tranceartiges Feeling. Dazwischen flirren und sirren die Gitarren. Leider wird das Stück ausgeblendet, bei Liveaufnahmen finde ich so etwas immer besonders unpassend.

Das abschließende The Circle beginnt zunächst als relativ normale Rockimprovisation, wandelt sich dann aber abrupt (und etwas unmotiviert) zu einem recht freiformatigen Klanggebilde wandelt, das jedoch allmählich wieder Form annimmt. Die Gitarren schieben sich mit spacig-psychedelischem Gejamme immer weiter in den Vordergrund, die Rhythmik wird drängender, und schließlich sind wir wieder mitten in einer ausladenden psychedelischen Orgie. Zum Ende hin löst sich das Stück in einzelne Klänge auf, die langsam verschwinden.

Wie bei den meisten Veröffentlichungen des zeitgenössischen Krautrock gilt auch hier: musikalische Neuerungen finden anderswo statt. Das ist lupenreine Retro-Musik. Aber warum nicht? So wie es Retro-Prog gibt, gibt es eben auch Retro-Kraut. Wobei ich die meisten Retro-Kraut-Bands interessanter finde als die meisten Retro-Prog-Bands. Wer auf ausladendes krautig-psychedelisches Jammen steht, liegt hier jedenfalls goldrichtig.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.11.2013
Letzte Änderung: 29.3.2014
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Papir meets Electric Moon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2015 The Papermoon Sessions Live at Roadburn 2014 11.00 1

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