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PB II

1000 Wishes

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; Konzeptalbum; Neoprog; RetroProg
Label: Freia Music
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Ruud Slakhorst Vocals
Ronald Brautigam Electric & Acoustic Guitars
Michael van Wassem Keyboards, Piano, Vocals
Alex van Elswijk Bass Guitar & Bass Pedals
Tom van der Meulen Drums & Percussion

Gastmusiker

The Hague Youth Symphony Orchestra
Nathalie Mees Soprano Vocals
Steve Hackett Lead Guitar on Evil Weed
Roger Watson Voice of Storyteller

Tracklist

Disc 1
1. Eric's Story Part I 2:17
2. A Perfect Day 11:36
3. Never Old 8:19
4. White 4:38
5. Eric's Dream 5:36
6. Eric's Story Part II 1:24
7. Lorian 4:12
8. Land Of A Thousand Wishes 10:52
9. Evil Weed 2:29
10. The Loss 4:50
11. Reflections 4:13
12. Into The Light 4:14
13. Eric's Story Part III 1:34
14. We Are Home 1:17
15. Parental Thoughts 7:37
Gesamtlaufzeit75:08


Rezensionen


Von: Harald Schmidt @ (Rezension 1 von 2)


Arbeitstage sind heutzutage anstrengend genug. Da freut man sich umso mehr über einen Abend vor der Stereoanlage (ja, es geht auch ohne 5.1) und bekommt dann ein Konzeptalbum über einen 9-jährigen Jungen, der an Krebs erkrankt in den Player. Also nichts mit der Flucht vor dem Alltag, sondern ein ziemlich bedrückendes Thema, mit dem sich PBII und der gestresste Hörer 75 Minuten lang beschäftigen.

Für eine musikalisch abwechslungsreiche Umsetzung ist die Vorgabe des Themas allerdings prädestiniert. So bekommt man alle emotionalen Facetten musikalisch dargeboten – Schock, Angst, Nachdenklichkeit, Hoffnung, Aggression, Verzweiflung und was der menschlichen Natur sonst alles widerfahren kann. PBII greifen dazu in die symphonische Trickkiste und bieten über weite Strecken eine an neuere Yes oder Glass Hammer erinnernde melodische Retro-Prog-Variante. Soweit so gut. Leider vergeht man sich auch an musical-artigen Songideen, die unglaublich kitschig ausfallen. So kommt die Mischung insgesamt oft ein wenig überambitioniert rüber, wenn überdies Erzählpassagen eingestreut werden oder ein 70-köpfiges Symphonie-Orchester aufspielt und noch eine veritable Klassiknote hinzufügt.

Also was nun? Neo-Prog? Sympho-Prog? Klassik-Prog? Von allem etwas und oft genug schwankt der Hörer damit auch in der Beurteilung dieses Album. Verleiht das Orchesters der Aufnahme beispielsweise eine erfreuliche Tiefe und Qualität, lässt es die Band aber auch mehr als einmal in die Bombast- oder Kitschfalle tappen, wenn die Stücke einfach zu getragen und aufgeblasen werden.

Ganz grandios wirkt Ruud Slakhorst, der extrem an den reifen Jon Anderson erinnert und so die gesamte Aufnahme stark in Richtung Yes mit ihrem Album Magnification rückt. Im Gegensatz zu Yes brechen PBII aber wiederholt in sehr rockige und treibende Passagen aus und das sind dann meist genau die starken Phasen des Albums, das zudem exzellent produziert und durch ausgeglichenen und sehr transparenten Sound besticht. Auch die Verzahnung der klassischen Rockbesetzung mit den Orchesterklängen klappt für meine Begriffe ausgesprochen gut, wenn es um ausgedehnte und strukturierte Instrumentalpassagen geht.

Das Erbe der 70er können aber auch PBII einfach nicht ablegen: In White erinnert das Gesamtarrangement stark an Yes‘ Onward, die Gesangslinie im Refrain ist dafür einfach nur geklaut bei Genesis und ihren Carpet Crawlers, was quasi als epischer Vorverweis auf Evil Weed zu verstehen ist, in welchem Ex-Genesis-Virtuose Steve Hackett einen fulminanten Auftritt an seiner Elektrischen hat.

Das ganze Album ist umgeben von fettem Mellotron, Moogs, Röhrenglocken oder selig miauenden Gitarren, die dem Ganzen einen üppigen Klangkörper verleihen. Die Band versteht definitiv ihr Handwerk, schreibt auch einige tolle Prog-Stücke, die dem Sympho-Fan sehr gefallen dürften. Mit der teils musicalartigen Inszenierung tut man sich für meine Begriffe aber keinen Gefallen, sondern verwässert das Album und verdeutlicht eher die Überambitioniertheit.

1000 Wishes Live erscheint außerdem als Live-DVD und hier setzt die Band das Thema in einer rund zweieinhalbstündigen Bühnenfassung um. Genau wie das Studioalbum ist es teils grandios gelungen und sogar das komplette Orchester ist auf der Bühne. Die Band thront auf einer Zusatzbühne über dem Symphonie-Ensemble, was eine interessante Lösung für die Präsenz beider Teile bietet. Allerdings sind hier die vielen und leider allzu naiven Tanzeinlagen von diversen Schülergruppen und auch die permanenten Theaterelemente mit ellenlangen Textpassagen eher kontraproduktiv als dass sich ein geschlossenes Werk ergäbe.

Vielleicht bin ich nur ein Banause und weiß die Gesamtleistung dieses Kunstprojekts nicht zu würdigen, musikalisch kann ich mit dem Album (sowohl live als auch Studio) aber über weite Strecken gut leben und der Yes-Touch macht es richtig heimelig.

Anspieltipp(s): A Perfect Day, Evil Weed
Vergleichbar mit: Yes, Glass Hammer
Veröffentlicht am: 29.10.2013
Letzte Änderung: 29.10.2013
Wertung: 10/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 2)


Ich tu mich verdammt schwer damit, dieses Werk angemessen zu beurteilen und werde mir daher die Beurteilung in Form einer Note sparen. Das Thema, dem sich PB II auf ihrem zweiten Album widmen ist "Krebs", beschreibt es doch den Kampf eines Jungen (Eric) gegen diese schwere Krankheit. Und ich denke, dass sich viele Leute viele Gedanken mit der thematischen Auseinandersetzung und letztlich der musikalischen und theatralischen Umsetzung gemacht haben. Hinzu kommt, dass man bei der Bühnenpräsentation (auf DVD) mit Laiendarstellern arbeitet und ein komplettes Orchester auffährt. Das da viel Arbeit drinsteckt und viel Liebe zum Detail dabei ist, wird ersichtlich. Nicht zuletzt gehen die Erlöse sämtlicher Verkäufe im Internet an die niederländische Krebsstiftung KiKa. Der soziale Aspekt dieses Projekts darf also im Vorfeld schon einmal gesondert gewürdigt werden.

Nun ist es aber so, dass man ja dieses Album auch verkaufen möchte. Und da kommt der Hörer/Zuschauer ins Spiel. Zur DVD: Bei allem Respekt vor der Live-Aufführung dieses Projekts muss ich sagen, dass es mich emotional nicht erreicht. Das mag unter anderem an der holländischen Sprache liegen, in der die gesprochenen Passagen dargeboten werden. Macht natürlich Sinn, da es vor einem niederländischen Publikum live aufgeführt wurde. Wenn ich es aber am heimischen PC anschaue, dann wären Untertitel hilfreich. Die finde ich aber nicht auf der DVD, weshalb mir manche Passagen inhaltlich leider fremd bleiben.

Die Aufführung ist durchaus sehenswert. Die Band spielt auf einer erhöhten Zusatzühne, während auf der eigentlichen Bühne darunter das komplette Orchester aufgebaut ist. Vor dem Orchester und auf den Bereichen neben der Band finden immer wieder Musical ähnliche Sequenzen wie Tanzdarbeitungen oder eben die gesprochenen und gespielten Sequenzen zwischen den Stücken statt. Da das von Laiendarstellern dargeboten ist, ist es nicht perfekt. Doch davon lebt die Szene auch und macht es schlicht menschlich.

Musikalisch gehen mir leider die Aha-Momente ab. Alles ganz nett, ein wenig schwülstig vorgetragen, mit viel Keyboard-Pomp und mit den besten Momenten, wenn Nathalie Mees ihre Sopranstimme erklingen lässt. Watteweicher Neo-Sympho-Prog sozusagen. Eine gewisse Nähe zu den Yes der 80er ist durchaus vorhanden. Ansonsten passiert da wenig auf der Bühne, was wahrscheinlich auch gewollt ist, um nicht von der eigentlichen Handlung abzulenken.

Zur CD: Die reinen Audiospuren bringen es nicht auf die über 2 Stunden Spielzeit der DVD, weil dort die gesprochenen Passagen des "Theaterspiels" nicht dabei sind, das vereinfacht die Auseinandersetzung. Beschrieben habe ich die Musik ja oben schon. Mir ist das alles zu gefällig.

Das Projekt ist sicherlich erwähnenswert. Und bei einer Livedarbietung kann das sicherlich sogar Spaß machen (letztlich wird das aber nicht mehr der Fall sein, man hat lediglich an drei Abenden aufgeführt und den dritten eben filmtechnisch festgehalten). Auf DVD erreicht mich das Material nicht, weil die Distanz zu groß ist. Die weitgehend weichen filmischen Übergänge, wenig Kanten in der Musik und die mir fremde Sprache lassen es mich emotionslos betrachten und letztlich schnell daran vorbei gehen. Für die CD sind mir zu wenig Reizpunkte in der Musik, die mich fesseln würden. Vielleicht werde ich dem ganzen Projekt nicht gerecht, wenn ich das so runterschreibe. Letztlich ist es die Wirkung, die es bei mir erzielt. Dennoch denke ich, dass der ein oder andere Gefallen an dem Dargebotenen finden wird und die Unterstützung einer guten Sache rechtfertigt sicherlich auch den Kauf.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.10.2013
Letzte Änderung: 30.10.2013
Wertung: keine

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2010 Plastic Soup 10.00 1

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