SUCHE
Erweiterte Suche
NEUER LESESTOFF
Close to the Edge. How Yes's Masterpiece defined Prog Rock (20.11.2017)
ARCHIV
NEUE REZENSIONEN
21.11.2017
French TV - Operation: Mockingbird
Peter Hammill - From the Trees
Orpheus Nine - Transcendental Circus
20.11.2017
Jeffrey Biegel - Manhattan Intermezzo
Badger - One live Badger
Various Artists - AMIGA Electronics
19.11.2017
Taylor's Universe - Almost Perfected
Hans-Hasso Stamer - Digital Life
French TV - Ambassadors of Good Health and Clean Living
Cluster - Cluster & Farnbauer Live in Vienna
18.11.2017
Babils - The Joint Between
Reinhard Lakomy & Rainer Oleak - Zeiten
Deluge Grander - Oceanarium
Virgil & Steve Howe - Nexus
Sons of Apollo - Psychotic Symphony
Yurt - III - Molluskkepokk
17.11.2017
The Gerald Peter Project - Incremental Changes, Pt. 1
ARCHIV
STATISTIK
24099 Rezensionen zu 16468 Alben von 6403 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Monochromie

Enlighten Yourself While You Sleep

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Postrock
Label: Fluttery Records
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Wilson Trouvé -

Tracklist

Disc 1
1. A Cold Sunset 5:36
2. Brokean Beauties 4:39
3. Ashes And Sparks 3:04
4. Birds Never Die 3:52
5. Hymn 4:29
6. Silence Is Anger 5:29
7. Day And Night Of A Scarecrow 7:54
8. Fireworks 4:37
9. Insomnia 7:20
Gesamtlaufzeit47:00


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


So, "Enlighten Yourself While You Sleep". Ein ganz netter Aufforderungs-Titel, den Wilson Trouvé sich da für das zweite bei Fluttery Records veröffentlichte Monochromie-Album überlegt hat, fast genauso schön wie Maybeshewills "Sing The Word Hope In Four-Part Harmony" oder Cloudkickers "Let Yourself Be Huge". Angesichts der Tatsache, dass unlängst noch mit "Colors In The Dark" ein weiteres Album veröffentlicht wurde, stellt sich nun die Frage, wie sich "Enlighten Yourself While You Sleep" sowohl gegenüber diesem als auch zum letztjährigen Debüt "Angels And Demons" abgrenzt.

Insgesamt lässt sich hierzu sagen, dass "Enlighten..." offensichtlich mehr nach dem "Angels And Demons" kommt denn nach "Colors In The Dark". Das mache ich jetzt allerdings auch nur daran fest, dass es keinerlei trabende Klavierpassagen gibt, für die ich auf letzterem Album Philip Glass als Vergleich herangezogen hatte. Ansonsten sind natürlich alle drei Platten grob gesagt ähnlich. Schließlich besteht der größte Teil des Materials weiterhin aus einer Mischung von Ambient-Soundeffekten und ein postrockiger, ähem, Monotonie. Wie ist dieses Gemisch nun auf "Enlighten..." ausgeprägt? Nun, Referenzen an die warmherzigen Harmoniefolgen von Sigur Ros lassen sich weiterhin ausmachen, so etwa im Opener "A Cold Sunset" (das in dieser Hinsicht etwas an "Svefn-g-englar" erinnert) oder in "Silence Is Anger". Sehr oft werden derartige Eigenschaften mithilfe eines zuweilen impressionistischen, zuweilen mit Echo- und Delay-Effekten verfremdeten Klaviers erzeugt. Ein zusätzliches Stilmittel, das auf "Colors In The Dark" eher wenig präsent war, sind allerlei knackende, zirpende, rauschende und knirschende Soundeffekte aus dem Glitch-Genre, die sich hier in den meisten Songs finden.

Ob und wie diese so erzeugten Soundscapes nun wirken, ist wie so oft die Gretchenfrage einer Ambient-Platte. Meiner Ansicht nach ist die Mischung zumindest teilweise gelungen. Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass die ständigen Wiederholungen von Passagen und Arrangements langweilen und der Eindruck einer Endlosschleife entsteht. Spannender dagegen wird es, wenn immer wieder mal interessante Aspekte dem Hörer vor die Füße fallen: So erzeugt "A Cold Sunset" beispielsweise den größten Teil seiner Spannung aus einer Variation der Lautstärke, in "Insomnia" kommen versatzstücke moderner Chormusik (und später noch Dudelsack-artige Klänge) zum Einsatz, und "Silence Is Anger" macht mit einem hohen Pfeifen inmitten seiner Klanglandschaft deutlich, bis zu welchem Rand Monochromie das akustische Spektrum ausreizen. "Birds Never Die" bricht dank kratzig-übersteuerter Synthesizer ein wenig mit der allgemeinen Lethargie, und vom (zum Ende hin infernalisch lauten) "Day And Night Of A Scarecrow", das teils mit einem Schlagzeug unterlegt ist, lässt sich ähnliches behaupten. Gerade "Birds Never Die" liefert dabei einen möglichen Schlüssel zum Verständnis der gesamten Platte: So simpel dieses Stück auch sein sollte, Monochromie verstehen es zumindest, regelrechte Klangräume entstehen zu lassen.

Das ist damit insgesamt auch die positive Aussage, die sich abschließend über "Enlighten Yourself While You Sleep" tätigen lässt. Zwar sit einiges an dieser Musik wie so oft etwas unscheinbar, und der tausendfünfhundertsiebenundvierzigste Einsatz tremolierender Postrock-Gitarren (in "Hymn") langweilt natürlich, aber abseits von all dem akustischen Bauschutt ist Monochromie tatsächlich ein ähnlich interessantes Album gelungen wie auf "Angels And Demons". Das ist insofern als Kompliment zu verstehen, da sich die wiederholte Verwendung immergleicher Stilistiken ansonsten eigentlich sehr schnell erschöpfen würde. Das ist bei "Enlighten Yourself While You Sleep" überraschenderweise etwas anders, auch wenn ich mir mittelfristig schon lieber pointierte und extremistischere Stücke in der Art von Ulvers "Of Wolves & Withdrawal" wünschen würde.

Anspieltipp(s): Birds Never Die, Insomnia, Day And Night Of A Scarecrow
Vergleichbar mit: etwas mehr als nur bloßer Ambient-Monotonie
Veröffentlicht am: 31.10.2013
Letzte Änderung: 31.10.2013
Wertung: 9/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Monochromie

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 Angels And Demons 9.00 1
2013 Colors In The Dark 8.00 1
2014 Winter 10.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum