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Minerva

Germinal

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; New Artrock; Psychedelic
Label: Eigenverlag / Brausehaus
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Jan Waterstradt guitar, kalimba
Martin Mann drums, flute
Enrico Semler bass, vocals
Benjamin Ihnow sax, flute, poems

Gastmusiker

Johannes Walenta organ, rhodes (on "All I've done" & "Hastily")

Tracklist

Disc 1
1. A child was born in spring 8:42
2. Before I lost my fight and sight 9:33
3. Der gläserne Käfig 4:25
4. All I've done 12:14
5. Hastily 5:57
6. Schicht im Schacht 5:46
Gesamtlaufzeit46:37


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß


Aus Potsdam stammen Minerva und sind seit 2008 aktiv. Seither sind eine EP und jetzt – 2013 – eben das Komplett-Debüt „Germinal“ erschienen. „Germinal“ gibt es als Download, ganz im aktuellen Zeitgeist als LP („Vinyl“) und auch als (anscheinend limitierte) CD in einem minimalistischen, aber ansprechenden Papp-Digipak. Die digitale Version kann man auf der Bandcamp-Seite der Band auch komplett streamen, so muss man keinesfalls die Katze im Sack kaufen (wobei die Investition ohnehin moderat ausfällt).

Auf ihrer Website schreiben Minerva, dass sie mit dem Einstieg des Saxophonisten Benjamin Ihnow den Sound gefunden hätten, den sie schon immer anstrebten. Gut, aber nicht einfach zu schubladisieren, was an das Ohr des Hörers dringt. Psychedelischer Rock, bei dem schon mal ordentlich georgelt wird (hier ist allerdings ein Gastmusiker am Werk), der aber nicht retro klingt. Postrockig dahin mäandernde Passagen, die aber immer wieder in hardrockige Ausbrüche münden. Jazzige, canterbureske Anklänge mischen sich ein, gerade wenn sich der schon genannte Saxophonist in den Vordergrund spielt. Ansonsten dominiert die Gitarre mit feinen Soli, fetten Riffs, percussivem Picking, WahWah-Einlagen und so weiter Minervas Klangwelt ganz ordentlich. Dazu umgarnen immer wieder hochmelodische Basslinien das Geschehen und im Untergrund wuselt dynamisch-vertracktes Schlagwerk vor sich hin. Und obwohl hier durchaus öfters gesungen wird, und das wahrlich nicht schlecht, hat das Album irgendwie einen instrumentalen Charakter. Liegt vielleicht daran, dass die ausladenden instrumentalen Passagen sich wirklich in die Ohren einbrennen und den Hörer zwar nicht erdrücken, aber ihn umhüllen und auf eine Reise mitnehmen.

Die Potsdamer agieren erfreulich eigensinnig und unkonventionell. Die längeren Stücke geizen nicht mit kleinen Gimmicks, originellen Wendungen und komplexen musikalischen Geflechten, so dass die Spannung hochgehalten wird. Durch Chorpassagen – gerade am Anfang des Openers -, die an militärische Motivationsgesänge erinnern, oder eingeflochtene Sprech-Passagen, in denen Gedichte bzw. poetische Texte rezitiert werden, wagt das Quartett auch Experimentelles. „Der gläserne Käfig“, ein Stück, welches ohnehin komplett aus dem Rahmen fällt, ist nahezu komplett um die Lyrik herum aufgebaut. Durchaus mutig, aber auch recht gelungen.

Vergleiche sind hier schwierig, Minerva ziehen schon ein recht eigenes Ding durch. Mir kommen am ehesten The Void's last Stand in den Sinn, die ähnlich konsequent an Schubladen und Erwartungen vorbeimusizieren. „Germinal“ ist ein sympathisch verschrobenes, rundum gelungenes Debütalbum einer interessanten Band. Ich hoffe, dass ist der Auftakt zu weiteren guten Alben.

Anspieltipp(s): Before I lost my fight and sight, Schicht im Schacht
Vergleichbar mit: The Void's last Stand
Veröffentlicht am: 14.12.2013
Letzte Änderung: 14.12.2013
Wertung: 11/15

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