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Superdrama

The Promise

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Neoprog; RetroProg
Label: Progressive Promotion Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Robert Gozon vocals, keyboards
Robert Stein-Holzheim drums
Michael Hahn guitar
Thomas Klarmann bass, flute

Gastmusiker

Thilo Brauß organ, additional keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Chance of a Lifetime 5:17
2. Evening Odds 6:45
3. Turn the Stone 10:55
4. In Love for a Day 6:31
5. Beyond the Edge 9:15
6. Healing Earth 6:02
7. The Promise 11:40
Gesamtlaufzeit56:25


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß


Superdrama haben einen langen Anlauf genommen und veröffentlichen nun im zehnten Jahr ihres Bestehens ihr Debütalbum. „The Promise“ ist beim umtriebigen deutschen Label Progressive Promotion Records erschienen, welches sich immer mehr zur ersten nationalen Adresse für unterschiedlichste Musik aus „unserer“ Ecke mausert (nur mal am Rande lobend bemerkt). Superdrama sind unter anderem Robert Gozon und Thomas Klarmann, die aufmerksamen Lesers dieser Seiten auch als Mitglieder bei Argos schon bekannt sein sollten.

Musikalisch verfolgen Superdrama allerdings einen anderen Weg als Argos, was natürlich auch gut ist, denn wer braucht schon zwei Bands mit den gleichen Musikern, die das gleiche machen. Aber es wird ohnehin schon beim ersten Kontakt mit „The Promise“ deutlich, dass es Superdrama um mehr als „nur“ um Musik geht. Das Album steckt in einem stabilen Digipak mit einem gut 60seitigen Booklet. Das Booklet enthält einen langen Text, der als eine Art Leitfaden und Inspiration den Hörer beim Hören des Albums begleiten soll. Die Musiker sind eben auch Denker, die die Welt um uns wahrnehmen, Schlüsse ziehen und Fragen stellen. Es sind die „ewigen“ Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach dem menschlichen Sein und Handeln, nach dem Zustand unserer Welt. Dabei skizzieren die Musiker keine Lösungen (wie auch), regen aber die Gedanken des Hörers - wenn er sich darauf einlassen kann - an. Das klingt nun vielleicht abschreckend verkopft oder hölzern, aber nichts da. Die Texte sind eher philosophisch (und wie gesagt, anregend) und enthalten kein religiös übermotiviertes Sprengmaterial. Neben dem Text enthält das Booklet auch Bilder vom Weltraum-Teleskop Hubble.

Musikalisch unterstreichen Superdrama ihr Anliegen mit vom klassischen Progressive Rock der 70er Jahre inspiriertem hoch melodiösem, meist sanft dahinschwingendem Neoprog. Ganz im Sinne des Bandnamens gibt es immer wieder dramatische, leicht aggressive, rockige Ausbrüche, die das instrumentale Geschehen beleben und vor allzuviel Wohlklang bewahren. Großartige, elegischen Gitarrenklänge, wohlige Tastenwogen über moderat vertracktem Drumming bestimmen das Klangbild von Superdrama, immer wieder durch lyrische Flötenpassagen von Thomas Klarmann aufgelockert. Musik, die quasi mal verträumt, mal nachdenklich, mal bewegt, den Denkprozess des Hörers anregt. „The Promise“ funktioniert vor allem auf einer emotionalen Ebene. Das macht natürlich „allgemeine“ Aussagen schwierig, denn wenn der Hörer diesen emotionalen Zugang nicht findet, mag das Album auch seine Wirkung gar nicht entfalten können.

Es wird natürlich auch viel Gesungen. Möglicherweise für den einen oder anderen Hörer ein kleiner Schwachpunkt. Die Stimme von Robert Gozon ist durchaus angenehm, aber nun nicht der stärksten eine (so in etwa Yogi Lang von RPWL in ihrer Intensität vergleichbar). Und manchmal wirkt der Gesang ein bisschen wackelig, hat aber dann wieder sehr ausdrucksstarke Momente. Aber letztlich unterstreicht das vielleicht sogar die Emotionalität des Albums noch. Besonders gelungen sind einige Chorpassagen, wobei sich kein anderer Musiker zu Gesang bekennt, also sind das vielleicht Doppelungen von Gozon selbst (?).

Das Album wurde anscheinend zumindest in Teilen live aufgenommen, was man aber nicht hört. Die Produktion ist satt und vollmundig.

Mit „The Promise“ legen Superdrama ein Gesamtkunstwerk aus Musik und Philosophie vor, unterstrichen von der edlen Aufmachung. Der Hörer wie Leser kann hier also eine knappe Stunde der Welt entfliehen und seinen Gedanken nachhängen, wenn er sich darauf einlassen möchte. Da fallen einem fast weniger musikalische Vergleiche ein, als eher literarische wie zum Beispiel „Der kleine Prinz“ oder „Sofies Welt“... aber man kann natürlich auch ganz einfach die schöne Musik genießen.

Anspieltipp(s): Das sollte eigentlich ganz gehört werden... "Beyond the Edge" als erster Eindruck
Vergleichbar mit: ICU, ein bisschen versus X
Veröffentlicht am: 23.2.2014
Letzte Änderung: 23.2.2014
Wertung: 11/15

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