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la flag

spargelzeit

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: instrumental; Mathrock; Postrock
Label: Eigenvertrieb
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Ricardo Farinha
Nuno Carreira
Tiago Bento
Tito Carreno

Tracklist

Disc 1
1. Zenith 4:55
2. Antonov 5:52
3. Dama de Espadas 7:53
4. Far 6:03
5. Liu Kang 5:28
6. Mocho 6:08
7. Ophelia 4:43
Gesamtlaufzeit41:02


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Es gibt Alben, da reicht ein Blick aufs Cover, um festzustellen, dass keine gewöhnliche Musik drauf sein kann. So etwa spargelzeit, das Debüt des Lissabonner Quartetts la flag (sowohl Band- als auch Albumname werden klein geschrieben). Wie kommt eine portugiesische Band auf einen solchen Titel? Aber wer sich solche Covermotive ausdenkt wie den Herrn, der offensichtlich gerade ein komplettes Bündel grünen Spargel verschlingt (womöglich roh?), kommt wohl auf allerlei abstruse Ideen.

Musikalisch zeigt sich die Band zwar nicht ganz so durchgeknallt, wie Titel und Cover vermuten lassen könnten, aber dennoch erfreulich unkonventionell. Über die Instrumentierung schweigt man sich aus, identifizieren konnte ich jedenfalls lediglich die rockmusikalische Basisausstattung von Gitarre, Bass und Schlagzeug. Keyboards werden, abgesehen von etwas E-Piano an wenigen Stellen, nicht eingesetzt.

In dieser schlichten Besetzung fabriziert das Quartett eine veritable, weitgehend instrumentale (bissl gesprochener Text hie und da) Mixtur aus Postrock und Mathrock. Die vielfältigen Klangmöglichkeiten der elektrischen Klampfe stehen dabei im Zentrum der Musik, ganz Postrock-typisch werden alle Variationen von filigranen Läufen bis zu krachenden Riffs eingesetzt. Wer nun schon gelangweilt abwinkt („gips doch tausendfach“), dem sei gesagt, dass die Musik der Portugiesen mit deutlich mehr Dynamik und Härte aus den Boxen stürmt als in diesem Genre vielfach üblich; wie eine steife Brise vom Atlantik. Die für viele Postrock-Produktionen typischen elegischen Passagen fehlen komplett, und selbst wenn doch einmal die Dynamik etwas zurückgefahren wird, wie phasenweise in Dame de Espadas oder Far, sägen und kratzen die Gitarren immer noch erfreulich rau. Die Musik kommt aber nicht einfach nur laut und krachend daher, sondern häufig auch recht vertrackt, die Rhythmusabteilung hat einiges mehr zu tun als üblich.

Dem portugiesischen Quartett ist es mit seinem Debüt gelungen, einem scheinbar ausgelutschten Genre gehörig frischen Wind einzupusten. Schöne Scheibe, der hoffentlich noch weitere folgen werden! Reinhören bei Bandcamp, dort kann man das Album zu einem sehr moderaten Preis auch als physischen Tonträger bestellen.

Anspieltipp(s): Zenith
Vergleichbar mit: ausnahmsweise mal nicht den üblichen Verdächtigen!
Veröffentlicht am: 27.7.2014
Letzte Änderung: 27.7.2014
Wertung: 11/15

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