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Svin

Svin

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazz; Postrock; RIO / Avant
Label: Ponyrec
Durchschnittswertung: 12.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Lars Bech Pilgaard Guitar
Henrik Pultz Melbye Tenorsax,Clarinet
Magnus Bak Horn
Thomas Eiler Drums

Tracklist

Disc 1
1. Maharaja 4:22
2. Arktis 3:46
3. Alt 3:20
4. Fuck John 5:07
5. Satan 2:44
6. Fede Piger 8:57
Gesamtlaufzeit28:16


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 3)


Soeben habe ich ganz nebenbei herausgefunden, dass es in Stockholm auch eine Formation namens Svin gibt, die Hardcore Punk spielen soll. Also Augen auf beim Tonträger-Kauf und lieber die Svin aus Dänemark vorziehen!

Und nachdem man aus der Sicht eines Avant-Prog-Hörers die richtigen Svin gefunden hat, muss man sich mit der Tatsache abfinden, dass auch ihr drittes, einfach „Svin“ genanntes Album sich mit ca. 30 Minuten Laufzeit nicht an die Gepflogenheiten des Marktes hält. Was an sich kein Vorwurf, sondern nur eine Information darstellen soll.

Dass man für musikalische Qualität nicht unbedingt 45, oder 70 Minuten braucht, dafür ist „Svin“ ein Beweis genug. Den offenen Hörer erwarten hier energiegeladene Verschmelzungen von Noise-Rock, Jazz und Avant-Prog („Maharaja“), Drone-artige Ambient-Passagen für Gitarren und Blasinstrumente und majestätische Klangwelten zwischen Stoner Rock und Power Ambient („Arktis“), ein entspanntes und wohl durch Volksmusik geprägtes Musizieren für die Blasinstrumente mit („Alt“) und ohne als solche erkennbare Gitarre („Satan“), Post-Punk-Avant-Noise-Jazz-Prog mit mehrstimmigen Saxparts und anarchistischen Untertönen seitens der Gitarre („Fuck John“) und sich langsam steigernde Klangeruption für Freunde von alledem (siehe oben), wofür Svin im Jahre 2014 steht.

Ehrlich gesagt ist „Svin“ für mich bisher die beste Veröffentlichung der Band. Manche Eindrücke sind nicht ganz einfach zu begründen, aber „Svin“ bietet für diese Formation ungewöhnlich viele temperamentvolle Passagen und setzt verstärkt auf dichtere Strukturen und weniger auf resigniert wirkende Improvisationen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.11.2014
Letzte Änderung: 14.11.2014
Wertung: 12/15

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Von: Andreas Hofmann @ (Rezension 2 von 3)


"Die Zirkularatmung, Kreisatmung oder auch Permanentatmung ist eine Blastechnik, die einen kontinuierlichen Luftstrom aus dem Mund auch während des Einatmens ermöglicht." (Quelle: wikpedia)

Erstmals so etwas bewusst gehört/gesehen und im Anschluss von Henrik Pultz Melbye erklärt bekommen habe ich diese Technik beim Svin-Konzert in Köln, als sie das Stück "Alt" spielten, das zu diesem Zeitpunkt noch auf seine Veröffentlichung wartete. Jetzt ist es auch auf Tonträger zu haben und klingt dabei nicht minder beeindruckend. Wer genau hinhört, kann auch bei der Aufnahme das (nasale) Einatmen hören, während der Ton an sich immer noch gehalten wird. Überhaupt erschien mir die dänische Band nach diesem Live-Erlebnis noch besser und beeindruckender zu sein, als ich dies nach ihren ersten beiden Veröffentlichungen ohnehin schon gedacht hatte. Hier sind absolute Vollblutmusiker am Werk, die nicht nur ihre Instrumente beherrschen, sondern vor allem in der Lage sind, Musik und Atmosphäre zu erschaffen, die ihresgleichen suchen. Die Rollen sind dabei perfekt verteilt – hier der im positiven Sinne manische Lars Bech Pilgaard an der immer etwas schrill klingenden Gitarre, dort der urgewaltige Thomas Eiler an einem auf das Wesentliche reduzierte Drumkit, daneben die beiden vergleichsweise ruhenden Pole Magnus Bak und Henrik Pultz Melbye, die mit ihren behutsam arrangierten Blasinstrumenten den Laden zusammenhalten.

Siggy ist der Meinung, das selbstbetitelte neue Album sei Svins beste Veröffentlichung bislang. Ob ich dem so ohne weiteres folgen möchte, weiß ich aber gar nicht so recht, denn dafür habe ich "Heimat" einfach zu schnell zu lieb gewonnen und auch schon zu lange für zu gut gehalten. War ihr Debüt schon nicht wirklich leicht zugänglich, gilt das für "Svin" auf jeden Fall noch einmal mehr. Genau das macht ihr neues Album aber so gut und möglicherweise tatsächlich noch besser als das, was sie bislang aufgenommen haben. Die EP "Secretly we are gay" war im Vergleich noch wesentlich näher an "Heimat", was zum Zeitpunkt des Erscheinens und angesichts des Formats auch okay war. Ein weiteres Album dieser Art wäre aber wohl einer Stagnation gleichgekommen, weshalb die Entscheidung für einen noch roheren Sound keine schlechte war. Bewusst getroffen wurde sie von der Band aber ganz sicherlich nicht, denn dafür klingt alles viel zu natürlich und authentisch, was nach all den Live-Konzerten, die sie in den letzten Jahren gespielt haben, aber auch nicht verwundert. Svin wissen halt mittlerweile sehr gut, wie sie am besten klingen, und dass sie auf dem neuen Album nun ihrem Live-Sound (noch) näher gekommen sind, ist daher vermutlich einfach so passiert.

Dass ich kurze Alben nicht schlimm finde, habe ich hier auf den BBS schon öfter mal angemerkt. Bei "Svin" von Svin möchte aber auch ich bemängeln, dass ich davon gerne noch mehr gehabt hätte. Auch wenn dieses Album gefühlt für mich eigentlich noch mehr Punkte verdient hätte, möchte ich daher bei der Bewertung nur ein bisschen höher als Siggy gehen. Froh bin ich allerdings, dass ich der "Heimat"-Rezension inhaltlich ebensowenig etwas hinzuzufügen habe wie der von "Freiheit" (von Pilgards Slowburn-Projekt), denn ansonsten hätte ich arge Probleme bei der Abwägung, welches der Alben denn jetzt mehr Punkte als das jeweils andere verdient.

Anspieltipp(s): angesichts der kurzen Spielzeit eigentlich alles, aber dann halt einfach mal bei YouTube nach dem "Maharaja"-Video Ausschau halten
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.11.2014
Letzte Änderung: 16.11.2014
Wertung: 13/15
nur aufgrund der kurzen Spielzeit, sonst sogar noch mehr

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 3)


Die Dänen Svin, Nachfolger der legendären (zumindest für Freakshow-Besucher) Magnus Fra Gaarden, habe ich zwar schon das ein oder andere Mal live erlebt, dennoch fand erst jetzt einer ihrer Tonträger den Weg in meine Sammlung.

Die Besetzung ist ja schon recht originell; Saxophon ist jetzt nicht so ungewöhnlich, Klarinette und vor allem Horn schon eher. Zu Holz- und Blechgebläse kommen noch Gitarre und Schlagzeug - Keine Tasten! Ist das nicht ein Sakrileg im Prog? Wie auch immer, das reichlich kurze und komplett instrumentale Album packt in nicht einmal eine halbe Stunde Laufzeit eine Menge musikalischer Energie. Die Gitarre bratzt ordentlich, manchmal ein bisschen metallisch, oft aber auch auf eine dissonant-noisige Art, die mir ganz besonders zusagt - manchmal kommen mir da Pere Ubu in den Sinn (am Anfang von Fuck John etwa). Das schrille Tröten des Saxophons, das tiefe Quaken des Horns und das kraftvolle Schlagzeug vermengen sich damit zu einem faszinierenden Klanggebräu irgendwo zwischen Avant-Punk und Noise-Rock.

Wenn’s gar zu heftig rifft, geht das Horn leider manchmal etwas unter, aber dafür gibt es dann auch etwas leisere und filigranere Stücke wie Alt oder Satan, die freilich mit eigenartig verschlungenen Linien der Bläser nicht weniger seltsam daherkommen. Ganz kurios wird’s zum Abschluss mit dem längsten Stück Fede Piger, das mit Drone-artigen Geräuschen der Bläser beginnt, um allmählich in Postrock-Manier in eine gewaltige Klangeruption mit jazzigen und stonerrockigen Anleihen steigert. Ein starker Abschluss eines starken Albums, das gerne doppelt so lang sein dürfte. Da kann man nur hoffen, dass die Band sich mal wieder in Würzburg blicken lässt!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.4.2015
Letzte Änderung: 10.4.2015
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Svin

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2011 Heimat 11.00 1
2013 Secretly we are gay 11.00 1
2016 Missionær 12.00 2

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