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King Of Agogik

Exlex Beats

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: instrumental; Progmetal; RetroProg
Label: Saustark Records
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Hans Jörg Schmitz Drums,Guitars,Keyboards
Dago Wilms Guitars,Bass
Gary Farmer Bass Guitars
Steve Unruh Violin and Flute
Michael Elzer Chapman Stick
Michael Kreutz Bass Guitar
Erik Vaxjö Mellotron
Pantelis Petrakakis Bass Guitars
Andrew Marshall Spanish guitar and keyboard
Arne Schäfer Electric Guitar
Peter Simon Oboe

Tracklist

Disc 1
1. Bronto's Navel 3.09
2. 11th Sense 11.57
3. Nomouglea 7.12
4. The Chasteness 8.17
5. Making of SWEP 1.37
6. Musicogenic Epilepsy 3.50
7. Sheol 8.21
8. Lick Me 5.17
9. The venturous dream of Schlabbershirt 3.02
10. Thin as a Skin 22.47
11. Arrived without travelling 1.31
Gesamtlaufzeit77:00


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 3)


Gut geklaut ist so gut wie halb komponiert? Auf seinem 2014 aktuellen Album macht sich der Schlagzeuger Hans-Jörg „King of Agogik“ Schmitz einen Spaß daraus, die eigenen Einfälle mit unzähligen Zitaten aus der Geschichte der sog. Unterhaltungsmusik, von Prog, Metal, Pop bis zum Jazz und Hardrock zu vermengen. Zwei Beispiele: an einer Stelle wird versucht, das Gitarrensolo von Van Halens „Jump“ nachzuspielen, an einer anderen Dave Brubecks „Take Five“.

Die Scheibe heißt “Exlex Beats”, weil der Künstler als gesetzloser (exlex) Komponist freiwillig zugibt, 88 Einfälle bei anderen entwendet zu haben.

Mein Eindruck ist aber, dass die Musik auch eigene Substanz aufweist, oder ich habe halt mindestens 66 Zitate nicht erkannt.

Die Schwerpunkte von „Exlex Beats“ liegen eindeutig beim traditionellen symphonischen Progressive Rock, dem Einflüsse des klassischen Prog der 70er, des Progmetal der Dream Theater-Schule und des Neoprog beigemengt werden. In den besten Momenten klingt die Scheibe, als hätten sich etwa Keith Emerson, Mike Oldfield, Mike Portnoy, John Petrucci und der Keyboarder von Traumhaus zusammengetan. Genau, so bunt und abwechslungsreich klingt „Exlex Beats“ an vielen Stellen. Die obengenannten Namen sollen nur die Richtung andeuten, denn am Ende ist es doch wohl die eigene Mischung von Schmitz.

Die Freunde von Mellotronklängen kommen ebenso auf ihre Kosten, wie die Freunde der klassischen akustischen Gitarre. Fast die gesamte Musik (bis auf die kurzen Soloparts für die akustische Gitarre und die Bassgitarre) wird von dem erstklassigen Schlagzeugspiel von Schmitz begleitet, der sich diesmal eher dem Komponieren, als den Schlagzeugsolos widmen wollte, wie er schreibt.

Für mich persönlich sind die „Thick as a Brick“-Variationen und -Zitate in „Thin as a Skin“ am lustigsten. So frisch hat man Jethro Tull schon lange nicht mehr erlebt. Hier kann man sich das Konzept von „Exlex Beats“ ganz gut veranschaulichen: Aufgrund von einer eindeutigen Inspirationsquelle wird mehr oder weniger in ihrem Geiste komponiert, in diesem Fall auch mit zahlreichen Einsprengseln, die von anderen Stilrichtungen, wie Progmetal und Folk kommen. Ein Steve Unruh als Flötist trägt Wichtiges zum Gelingen der Komposition bei. Gleiches gilt für die zahlreichen Gastmusiker an den Gitarren und Keyboards, ohne die „Exlex Beats“ ganz anders – und nicht unbedingt besser – klingen würde.

„Exlex Beats“ profitiert nicht zuletzt von der überraschend frisch wirkenden Synthese des instrumentalen symphonischen Progs und Progmetals.

Anspieltipp(s): Thin as a Skin
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.12.2014
Letzte Änderung: 21.12.2014
Wertung: 11/15

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Von: Thoralf Koss @ (Rezension 2 von 3)


Irgendwie liebe ich es immer wieder, wenn sich der progressive Rock nicht jedes Mal neu zu erfinden versucht und einige vor Erhabenheit strotzende Musiker nichts Anderes mehr hinbekommen, als sich total ernst zu nehmen, ganz ähnlich wie manchmal auch ihre Fans. Um wie viel schöner ist es da doch, wenn ein Schlagzeug spielender Progmusiker mit Sinn für Humor ein Album veröffentlicht, das jede Menge offensichtliche Zitate von der Klassik bis zum Prog und auch so einige Pop-Ideen aufgreift und diese in ein eigenständiges Kunstwerk verwandelt. So als orientiere sich die Musik an einem Bild von Hieronymus Bosch, bei dem der Betrachter ganz genau hinschauen muss, um all die kleinen, so wundervoll versteckten Details zu erkennen.

Ganz ähnlich fühle ich mich beim Hören des neusten Albums unseres King Of Agogik, Hans Jörg Schmitz, der als „musikalischer Kleinkrimineller“ jede Menge Takte und Rhythmen ganz großer und kleinerer Musik-Helden auf seinem 2014er Album „Exlex Beats“ versteckt und dieses musikalische „Verbrechen“ auch gleich im Albumtitel zum Ausdruck bringt, vorausgesetzt der Hörer ist des Lateinischen und Englischen mächtig: „Gesetzlose Rhythmen“.

Ein Album, das mit King Crimson beginnt und den Beatles endet, ist natürlich schon dieser eigenartigen Kombination wegen recht fragwürdig. Besonders dann, wenn sich ein stümpernder Plagiatist daran vergreifen würde - nur genau diese Fragwürdigkeit gibt es beim königlichen Agogiker nicht, da er jeden eigenen und nachgespielten Ton auf dermaßen gekonnte Art und Weise miteinander verbindet, dass bereits nach dem ersten kompletten Hören von „Exlex Beats“ sich Neugier und Begeisterung breit machen. Neugier wegen des musikalischen „Ratespiels“ (Wonach klingt denn das schon wieder?) und Begeisterung wegen des Gesamtkunstwerks (Ist das etwa ein Konzept-Album?), welches trotz der 88 „Diebstähle“ wie aus einem progressiven Guss klingt. Großen Anteil haben daran natürlich auch die namhaften Gastmusiker, wobei besonders Steve Unruh mit seinen vielfältigen Violine- und Klarinetten-Einsätzen und Dago Willms, der an akustischen und elektrischen Gitarren eine hervorragende Arbeit leistet, hervorstechen.

Auch wage ich zu behaupten, dass alle beinharten Fans von Jethro Tulls „Thick As A Brick“ an diesem Album einfach schon wegen des 22minütigen „Thin As A Skin“ nicht vorbeikommen. Eine dermaßen intensive Neuinterpretation dieses Ausnahme-Klassikers ist nicht nur beeindruckend, sondern aus meiner Sicht auch deutlich überzeugender als Ian Andersons zweiter und dritter Anlauf bei der TAAB-Fortsetzung.

Am Ende präsentiert uns der King Of Agogik mit seinem 2014er Werk ein progressives Angebot, an dem sich wohl mal wieder die Geister scheiden werden. Aber sind es nicht immer die Geister, die wir riefen, die am interessantesten und spannendsten sind, besonders wenn sich hinter ihnen so viel kriminelle musikalische Energie versteckt!?

Ein typisch königliches Album, weil es mal wieder den Agogik-Begriff (= Kunst der Veränderung des Tempos) sehr ernst nimmt und trotzdem jede Menge Sinn für Humor sowie Überraschendes hat.

Anspieltipp(s): Thin As A Skin
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.12.2014
Letzte Änderung: 21.12.2014
Wertung: 13/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 3)


Ah! Der König der Agogik! Ich hatte Hans Jörg Schmitz ein wenig aus den Augen verloren in den letzten Jahren, macht aber nichts, er macht auch gute Musik, wenn ich sie nicht höre. "Exlex Beats" zum Beispiel, das eigene Musik mit Zitaten kreuz und quer aus der Musikgeschichte mischt.

Sowas kann ja in die Hose gehen, wenn's nur ein Gag sein soll, oder die Zitate mechanisch in die Songs hineingeschnipselt werden, anstatt sie organisch so zu integrieren, dass es musikalisch Sinn ergibt. In diesem Sinn muss man den Einsteiger "Bronto's Navel" überhören, bei dem zum einen genau das geschieht, zum anderen Hans Jörg Schmitz nur begrenzt Chancen hat, zu brillieren - und das ist schließlich sein Album. Warum er das an den Anfang gestellt hat, bleibt unklar.

Dann startet "11th Sense". Riffs von Yes, Fanfaren von Van Halen, ELP und Asia nehmen den Hörer in Empfang, wir kapieren: hier wird die Keyboardfanfare thematisiert, und prompt folgt dann (endlich) der klassische Symphoprog, wegen dem wir gekommen sind. Wie man ein Zitat organisch integriert, zeigt dann gleich Arne Schäfer (oder ist es Dago Wilms?) mit einem Van-Halen-Gitarrensolo. Das Stück, dass sich danach entspinnt, ist deutlich überzeugender als "Bronto's Navel", nach einer Zeit bekommt man dann aber doch den Eindruck, dass es ein paar Haken zu viel schlägt.

Kein Wunder, dass mir die Stücke besser gefallen, die sich mehr Zeit beim Entwickeln weniger Ideen lassen, als die, bei denen sich die Ideen in Windeseile gegenseitig ablösen. "The venturous dream of Schlabbershirt" etwa, oder "Nomouglea", das zu Anfang genau die Ruhe verbreitet, die man nach dem Parforceritt "11th Sense" braucht, und sich erst nach und nach steigert, bis hin zu einem tollen Gitarrensolo, mit dem der Song seiner Klimax entgegenstrebt. Rätselhaft sind die kleinen Seltsamkeiten wie "Making of SWED" oder "Arrived without travelling", die immer wieder eingestreut werden, und das Album farbig halten. Höhepunkte sind Kracher wie das funkige "Musicogenic Epilepsy" oder das wuchtig rockende "Lick Me", bei denen die Musik sich am weitesten vom klassischen Keyboardprog entfernt. Wenn bei "Lick Me" die Licks schneller gewechselt werden, als man hören kann, mag sich der Effekt nach mehrmaligem Hören ein wenig abnutzen, das ändert aber nichts daran, dass der Song ordentlich abkracht.

Klar, proggiger Höhepunkt des Albums ist "Thin as a Skin", die Paraphrase von "Thick as a Brick", die Nähe zum klassischen Prog, die 70er-Sounds, hier geht meines Erachtens das Konzept des Albums am besten auf.

Vergnügliche Scheibe! Der ganze Prog auf einem Album....

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.3.2017
Letzte Änderung: 21.3.2017
Wertung: 11/15

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2006 Membranophonic Experience 6.00 3
2008 Aleatorik System 7.75 4
2009 The Rhythmic Drawing Room 10.75 4
2011 From A to A 11.00 3
2017 Morning Star 12.00 1

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