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Joan Silver Pin

Chiaroscuro

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik; Postrock; sonstiges
Label: R.A.I.G
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Alexander Senko Keyboards, Guitars, Bass, Red Trunk, Electronics, Sounds
Pavel Zhulin Trumpet
Tatyana Ipatova Voices
Oleg Pankratov Drums, Guitars, Bass

Gastmusiker

Stas Ignatiev Guitar (Track 5)
Rabar Rabar Sax (Track 4)

Tracklist

Disc 1
1. Dead Drunk Dracula 5:23
2. Chiaroscuro (slipping across that twilight zone) 6:35
3. Mere Words 5:46
4. Four Crossings 7:04
5. Projection 10:20
6. for Paulina 6:30
7. LVT 7:47
8. The Arabian Nightmare 18:45
9. Throughout 1:55
Gesamtlaufzeit70:05


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Joan Silver Pin ist (oder war) ein Projekt des Moskauer Multimediakünstlers Alexander Senko. Senko bezeichnet sich selbst als Komponisten, experimentellen Klangkünstler, Programmierer und Toningenieur, doch kann er offenhörlich auch Tasteninstrumente und Gitarren bedienen. Zur Formation gehören zudem der Trompeter Pavel Zhulin, die Sängerin Tayana Ipatova und der multiinstrumental veranlagte Schlagzeuger Oleg Pankratov. 2006 erschien mit "Chiaroscuro" das Debütalbum der Gruppe auf dem russischen R.A.I.G-Label, dem bis dato kein weiteres Werk gefolgt ist. Vermutlich existiert das Projekt in dieser Form nicht mehr. Senko ist aber bis heute vor allem als Macher von optisch-akustischen Installationen sehr aktiv.

Auf einer Seite des schmucken Pappfaltteils in dem die CD geliefert wird ist ein Zitat zu finden, das Aufschluss über den seltsamen Bandnamen gibt. "Being of many variable colours, and of great beautie, although of evil smell, our gentlewomen doe call them Jone Silver-pin", steht da, was offenbar ein gewisser John Gerarde (ein englischer Chirurg und Botaniker) in seinem 1596 erschienen Buch “The Herball” geschrieben hat. Es geht da um Mohnblumen (garden poppies), die man damals offenbar (auch) als "Johanna Silbernadel" bezeichnet hat, was sich vermutlich auf das Opium bezieht, dass man aus ihnen gewinnen kann. "Chiaroscuro" ist dagegen dem Italienischen entlehnt und bedeutet "helldunkel".

Helldunkle Musik ist hier auch in der Tat zu finden (wobei das Dunkle überwiegt) und ein wenig nach Opiumrausch klingt das Ganze bisweilen auch. Ausladende, angedüstert-mysteriöse Klanglandschaften gibt es auf "Chiaroscuro" zu hören, irgendwo im Grenzgebiet von Elektronischem und Postrock, versehen mit allerlei experimentelleren Einlagen (wobei es nie schräg oder wüst wird).

Retrowaveartige Synthesizerklänge, Ambientartiges, schwebende Tastenschübe, kosmisch-spacige Elektronikmuster, gelegentliche Ausflüge in den Jazz (Darkjazz?) und treibend-hypnotische Postrockmomente lösen sich hier ab, erweitert um freiformatigere Klangvermengungen und Soundgewebe. Elektronisches und Tastentöne bestimmen vielseitig, mal pulsierend, mal wabernd, mal giftig zischend, mal machtvoll dröhnend, mal rhythmisch wummernd und immer recht voluminös und sehr dicht das Klanggeschehen, ergänzt um sägende E-Gitarreneinschübe, die getragenen, sehr klangprägenden Trompetenlinien Zhulins, allerlei Perkussion, gelegentlich auch Schlagwerk und Bass, noch seltener Sax, und die kraftvoll-kantig-schamanenhaften Gesangseinlagen Tayana Ipatovas.

Die Kombination von mächtigen, postpunkig-waveartigen Tastensounds und elegischen Trompetenklängen erinnert an das eine oder andere Stück von Tuxedomoon, ansonsten bietet "Chiaroscuro" aber ein sehr eigenes (eigenartiges), atmosphärisches, progressives und abwechslungsreiches Klanggemenge, das einmal anzuhören ich jedem Elektronik- und Postrock-Adepten sehr empfehlen möchte!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.12.2014
Letzte Änderung: 8.7.2016
Wertung: 12/15

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