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Tiger Moth Tales

Cocoon

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Neoprog; RetroProg
Label: White Knight Records
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Peter Jones All instruments, drum programming

Tracklist

Disc 1
1. Overture 4:32
2. Spring 0:35
3. The Isle Of Witches 11:04
4. Summer 0:30
5. Tigers In The Butter 14:55
6. The First Lament 7:41
7. Autumn 0:31
8. The Merry Vicar 6:41
9. A Visit To Chigwick 8:50
10. Winter 0:45
11. Don't Let Go, Feels Alright 13:32
Gesamtlaufzeit69:36


Rezensionen


Von: Harald Schmidt @ (Rezension 1 von 2)


Cocoon ist ein Album, das klingt wie ein langgehegter Traum, den sich Pete Jones erfüllt hat. Lässt sich bereits am Künstlernamen Tiger Moth Tales erkennen, dass Steve Hackett mit seinem zweiten Solo-Album Spectral Mornings (mit Tigermoth) ein Quell der Inspiration ist, wird dies auch akustisch evident. Neben Hacketts Frühwerk schimmern aber auch seine jüngeren Werke sowie Genesis und Big Big Train oder überhaupt der klassische britische bzw. viktorianisch geprägte Prog durch. Als klangliches Gegenwicht lassen sich allerdings auch sehr moderne Einflüsse erkennen wie z.B. von Frost oder den neueren Kaipa. Und so wird Cocoon zu einem melodischen Prog-Album mit besonderer Farbigkeit, Dynamik und Vielseitigkeit.

Beeindruckend ist die Bandbreite der Ausdrucksformen, die dem Werk einen mitunter cineastischen Charakter verleihen: Da sind zum Einen Hörspielelemente wie gesprochene Passagen und kleine Geschichten, viele Geräusche, die in den Intros liebevoll das Songthema einführen. Zum Anderen wird musikalisch aus dem Vollen geschöpft: Mal retro-proggige, mal neo-proggige und gelegentlich fast schon kitschige Larmoyanz und Melancholie werden getragen von gutem Gesang und komplexen Arrangements aus vielseitiger elektrischer und akustischer Gitarre, Orgel und diversem Gebläse. Es dürfen dann aber auch donnernde Drums, dröhnend-fette Keys oder Loops einfließen, die dafür sorgen, dass das Gesamtbild nicht rückwärtsgerichtet, sondern frisch und kraftvoll aus den Boxen klingt.

Damit diese musikalisch versierte und tiefgehende Leistung nicht zu verkopft daher kommt, wird das Album immer wieder mit typisch britisch-schrägen Humoresken entkrampft, so dass man zeitweise fast glauben möchte, ein verlorenes Werk der 70er zu entdecken. Dass dem nicht so ist verdanken wir der oben beschriebenen Tatsache, dass der Sound durchaus neuzeitlich angemessen ist.

Es ist erstaunlich, wie Pete Jones es als Solo-Künstler versteht, eine ganze Band zu simulieren, leiden doch sonst viele Ein-Mann-Produktionen unter einer gewissen Eindimensionalität oder klanglichen Schwächen. Hier aber klingt selbst das programmierte Drumming passend und fügt sich gut ein. Pete Jones entpuppt sich als sehr begabter und technisch versierter Multiinstrumentalist und noch dazu fantasievoller Geschichtenerzähler. Man spürt, dass er als Profi-Musiker - wenn auch im kommerziellen Bereich – genug von der Sache versteht, um seinen Ideen zur passenden und geschmackvollen Umsetzung zu verhelfen.

Hört man das Album geschlossen und am Stück – und genau das sollte man auch tun – so entfaltet es sich in seiner vollständigen Breite und vermeidet Ermüdungseffekte beim Hörer, einfach weil es abwechslungsreich und melodienstark genug ist, um immer wieder überraschende Momente entstehen zu lassen. Da ist es nur recht und billig, dass es zahlreiche wunderbare Keyboard- und Gitarrensoli gibt, die die breit angelegten Epen immer wieder zu instrumentalen Höhepunkten führen.

Und wer weiß – vielleicht erfüllt sich der schon als Kleinkind erblindete Pete Jones einen weiteren Traum, indem er auf dem nächsten Tiger Moth Tales-Album ein paar Gitarrensoli von niemand geringerem spielen lässt als Steve Hackett. Cocoon zählt – nicht zuletzt durch die sehr gelungene musikalische Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart - auf jeden Fall zu den hochinteressanten zeitgenössischen Entdeckungen und darf als Pflichtprogramm für alle Fans des melodisch-komplexen Progressive Rock bezeichnet werden.

Anspieltipp(s): The Isle Of Witches
Vergleichbar mit: Steve Hackett, Frost, Kaipa, Genesis
Veröffentlicht am: 7.1.2015
Letzte Änderung: 8.1.2015
Wertung: 12/15

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 2 von 2)


Wer öffentlich kundtut, Steve Hackett als große Inspiration für sein Songwriting „benutzt“ zu haben und der obendrein von einigen Szene-Kennern als „Genesis 2.0“ apostrophiert wird, der muss sich nicht wundern, wenn sein Debüt mit eben diesen Referenzen verglichen wird – und dabei natürlich nur vergleichsweise schlecht weg kommt. Seien wir ehrlich: bei allem Respekt für die musikalische Leistung des Pete Jones und seine mit Humor getragenen Songwriter-Qualitäten kann „Cocoon“ nur als ungefähre Angabe einer Stilrichtung gelten. Lassen wir also besser das Vergleichen.

Jones hat ein Faible für skurrile, märchenhafte Geschichten. Und setzt dem Hörer gleich zu Beginn des Albums einen „Hexencocktail“ vor, der sich als einigermaßen irritierender Opener erweist. Danach wird es deutlich ansprechender mit melodischem, teils rein instrumental gehaltenem NeoProg. Gelegentlich kommt ein leichter Kitsch-Faktor hinzu, der sich nicht allzu positiv ins Gesamtbild einfügt. Obwohl: „The First Lament“ schmilzt und lässt schmelzen.

Alles in allem ein ordentliches Debüt, das mit einem geringeren Anteil an Verrücktheiten und stattdessen mit mehr songdienlichen musikalischen Elementen für mehr Aufmerksamkeit und eine bessere Wertung hätte sorgen können.

Anspieltipp(s): The First Lament
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.4.2017
Letzte Änderung: 13.4.2017
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tiger Moth Tales

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