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Unto Us

The Human Landscape

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: Darkhill Music
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Tom Ennis Guitars
Leopold Bluy-Sky Bass, Pedal-Steel Guitar
Alex White Keyboards
Dave Roelofs Drums
Huw Lloyd Jones Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Towers Of Babel 9:47
2. Boy 9:19
3. In A Lifetime 8:44
4. A Human Landscape 1:51
5. These Four Walls 8:09
6. Plan B 10:19
Gesamtlaufzeit48:09


Rezensionen


Von: Harald Schmidt @


Huw Lloyd Jones, der ehemalige Sänger von Also Eden macht sich mit seiner neuen Band Unto Us auf den Weg. Und zwar genau auf den Weg, den Also Eden spätestens mit dem 2013er Album Redacted verlassen hatten, nämlich den des melodischen, aber modernen Neoprogs. Auch wenn Unto Us für sich in Anspruch nehmen, dass sie sich irgendwo zwischen Metal, Jazz, Folk und Klassik bewegen: Das ist reinrassiger Neoprog, der es gut versteht, an die frühen 80er zu erinnern und gleichzeitig die Lernmomente der 2010er-Jahre zu integrieren. So ist das Klangbild zwar gefällig melodisch, bietet aber ebenso eine recht rockige Komponente und bezieht daraus seine Spannung und seinen Reiz.

Im Vergleich zu Also Eden wirken Unto Us nicht so plakativ rockig: Der Gesang ist eher klassisch und erinnert auf sehr positive Art an Ex-Pallas-Sänger Alan Reed. Die Gitarren setzen durch viele schöne Lead-Soli Akzente und die Keyboards können insbesondere durch häufigen Pianoeinsatz glänzen. Gerade diese vielen Klavierpassagen bieten einen sehr schönen Kontrast und verleihen dem Longplayer etwas Erhabenes. In diesem Gesamtbild nimmt sich lediglich das Schlagzeugspiel etwas konservativ aus; das wirkt teils zu statisch, so dass man sich fragt, wo z.B. gerade hier die von der Band genannten jazzigen Einflüsse sein sollen. Dieses rhythmisch etwas Hölzerne wirft man dem Neoprog ja meist vor – hier mitunter berechtigt.

Doch der Rest der Band bietet sehr gelungene Sounds, Kompositionen und flüssige Melodien, die immer mit einem Schuss Dramatik versehen sind. Trotz des Covers fühlt sich die Musik nicht düster an. Es gibt dunkle Momente, die gelegentlich sogar etwas Waviges an sich haben, aber insgesamt empfinde ich das Album musikalisch eher als farbig, was an den sehr gut strukturierten Stücken und den schönen Wechseln in Tempo und auch Dichte liegt. Sehr geschickt werden vielschichte, voluminöse Passagen verwoben mit sparsam instrumentierten Abschnitten, wodurch sich in fast jedem Stück ein suitenartiger Charakter ergibt; hier lassen sich die Bezüge zur klassischen Musik durchaus herstellen.

Ersthörer sollten sich vom etwas unglücklichen Opener Towers Of Babel nicht täuschen lassen, der trotz seiner 10 Minuten irgendwie nicht so richtig in Gang kommt und noch dazu mit gar schlimmen Streicher-Keyboards und langweiliger Rhythmusgruppe aufwartet. Ab dem zweiten Track wirkt die Band dann wie ausgewechselt: Tolle Melodien, viel mehr Drive, viel interessantere und logisch aufgebaute Kompositionen. Das ist dann Neoprog, wie er Spaß macht und Unto Us halten das Niveau weitestgehend bis zum Ende des Albums mit diesen Stücken, die sich fast alle an die 10 Minuten hinbewegen. Jedes Stück scheint jeweils mehrfach wie Ebbe und Flut anzusteigen und wieder abzuschwellen, so bleibt alles jederzeit in harmonischer Bewegung.

Im Vergleich zu Also Eden scheinen mir Unto Us etwas authentischer und insbesondere melodisch stärker zu sein, so dass man am Ende mit diesem melodisch-symphonischen Prog-Album sehr zufrieden sein kann. Insbesondere, weil die Reminiszenzen an die 80er recht charmant wirken, kann man hier wirklich punkten. Neoprog-Fans und Anhänger der melodisch-komplexen Progsounds können hier zielsicher zugreifen und sich auf ein reifes und ausgewogenes Album freuen.

Anspieltipp(s): Boy, In A Lifetime
Vergleichbar mit: Frühe Marillion, Pallas (gesanglich), ältere Big Big Train, 90er-Jahre Pendragon
Veröffentlicht am: 17.1.2015
Letzte Änderung: 18.1.2015
Wertung: 11/15
Neo-Prog, der sehr schön die frühen 80er mit der Neuzeit verbindet

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