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Blast Unicorn

Van Halo

(Tipp des Monats 4/2015)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Elektronische Musik; Jazzrock / Fusion; Mathrock; Metal; sonstiges
Label: Iapetus
Durchschnittswertung: 12/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Alexander Paul Dowerk touch guitars U8 deluxe, acoustic guitar, clavinova, additional programming & synths, mouth
Tobias Reber synths, drum programming, samples, electronics, voice and lyrics

Tracklist

Disc 1
1. Van Halo 0:55
2. Just Chillin' 2:55
3. Abteil 2:05
4. Gedankenstrich 0:30
5. Blast Unicorn: Final Exam 4:01
6. Waterclimber 0:46
7. Ghostmodern 2:55
8. König Kaiser Kingdom Castle 3:01
9. Music Face 0:40
10. Ausgeburt Of Love 2:19
11. Nonnenfinsternis 3:26
12. Hack In The City 0:35
13. Bobtail Builder 2:56
14. Überhaupt 1:40
15. Hitfall 0:47
16. Schattenspender 2:41
17. King Crumbles 1:16
18. Godshaped Ice Cream 2:12
Gesamtlaufzeit35:40


Rezensionen


Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 1 von 4)


Wer am 01.04. ein Album veröffentlicht, wird schnell in Richtung Aprilscherz manövriert. Ich bin mir sicher, dass es Menschen geben wird, die die Musik von Blast Unicorn genau als das betrachten. Denn was auf Van Halo zu hören ist, ist alles andere als zugänglich. Doch bevor ihr das Album jetzt schon abschreibt, lest erst einmal weiter.

Blast Unicorn MUSS Prog sein! Denn schließlich beinhalten der Bandname und das Cover das proggigste aller Fabelwesen überhaupt, das Einhorn. Nachdem diese Klarheit geschaffen ist, können wir uns auf andere Ingredienzen stürzen, die Van Halo besitzt. Da wären zum einen jede Menge Touch Guitars, gespielt von Alexander Paul Dowerk. Und zum anderen jede Menge Elektronik und Synthiesounds, weitgehend beigesteuert von Tobias Reber. Das Duo liebt es offensichtlich, Grenzen zu sprengen, denn diese Mischung aus harten Sounds, Computerdrummings und wilden Taktsegmenten lässt dem Hörer allerlei Interpretationsfreiraum. So ist es dann auch wenig verwunderlich, dass man sich mit Van Halo in einem permanenten Stilwechsel befindet. Nichts ist unmöglich, von Jazzfusion bis hin zu fernöstlichen Momenten oder dem in der Moderne angekommenen Mittelalter. Die Kürze der Stücke treibt einen dann auch förmlich beim Hören in den Wahnsinn. Kaum hat man sich auf etwas eingestellt, fordert die Musik dich dazu heraus, das gerade lieb gewonnene Momentum auch schon wieder aufzugeben.

Momente der Ruhe finden sich selten auf dem Album. Meistens rattert komplexe computerisierte Polyrhythmik durch die kurzen Songs, geprägt von wuchtigen elektronischen Gitarren, die modern verfremdet und verzerrt einen metallischen Grundton bilden. Gesang findet man nicht auf Van Halo, höchstens mal verzerrte und kratzende Stimmen. Disharmonien begegnen dir überall, die bei genauem Hinhören ziemlich einem „strukturiertem Chaos“ gleich kommen. Titel wie „Just Chillin'“ gaukeln dir dann auch noch so etwas wie Langeweile vor – lasst euch davon nicht irre leiten. Wer hier chillen kann, der ist wahrscheinlich sowieso schon erkaltet (nicht erkältet, *hüstel*). Selbst in vermeintlich ruhigeren Stücken wie „Ghostmodern“ sollte man mal genauer hinhören, da passiert ziemlich viel. Spätestens aber wenn die „Ausgeburt of Love“ und die daran anschließende „Nonnenfinsternis“ über dich hereinbrechen, kommen die Klänge einem kosmischen Wahnsinn auf der Brücke der Enterprise gleich: Beam me up, Scotty!

Van Halo wirkt hektisch und laut, für ungeübte Ohren geradezu verstörend. Beim Hören erntete ich so manche krummen Blicke von der besseren Hälfte. Ich bemerke: Van Halo ist vielleicht doch eher ein „Single Album“ und nichts für romantische Momente zu zweit. Aber ich schweife ab. Holt euch das Ding auf der Bandwebseite (die Scheibe kann schon vorbestellt werden), hört vorher aber mal rein. Van Halo braucht Zeit für das Verstehen, entfaltet aber einen wilden Rausch, wenn ihr das zulasst. Angesprochen fühlen dürfen sich all jene, die im modernen Prog Metal (Animal as Leaders) oder krass jazzigen Gefilden (Shining) unterwegs sind und einer krassen Kreuzung von sowas positiv gegenüber stehen.

Anspieltipp(s): Abteil, Ghostmodern, Just Chillin'
Vergleichbar mit: Shining, Animals as Leaders, Zweiton, Stick Men - alles gut gerührt und geschüttelt
Veröffentlicht am: 15.3.2015
Letzte Änderung: 15.3.2015
Wertung: 11/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 4)


Zu Alexander Dowerks vorigem Projekt "zweiton" schrob ich einst: "Wer wissen will, was das Wort "geil" bedeutet, sollte sich solcherlei Alben zulegen. Alexander Dowerks ZweiTon ist die Stimulation der größten erogenen Zone: des Hirns."

Aber wisster, wer es noch besser ausdrücken kann als ich? Trey Gunn. Zu Dowerks neuem Projekt Blast Unicorn schreibt der Mann: "Das hier ist so ziemlich die abgefuckteste Scheiße, die ich seit sehr langer Zeit gehört habe!"

Recht hat er. Wisster, ich hab eine rechte und eine linke Gehirnhälfte, so wie jeder normale Mensch. Alexander Dowerk und Tobias Reber haben nur eine linke, und wahrscheinlich hat jeder sogar zwei davon. Mit so Emo-Hobbitscheiße halten sich die Jungs nicht auf. Das hier ist ein Left-Brain-Fuck vom Allerallerfeinsten. Matheprog, wie es geiler nicht geht.

"Zweiton" war recht crimsoid angehaucht, aber Stücke wie "eis" und "fehlfunktion" gingen schon stark in die elektronische Richtung. Mit Blast Unicorn setzen sie da an und extrapolieren von da. In die Elektronik, und darüber hinaus weg von den üblichen Skalen, den üblichen Wiederholungen, mit anderen Worten: in die Avantgarde. "König Kaiser Kingdom Castle" etwa ist purer Avant-Prog. "Music Face" auch, aber auf ganz andere Weise. Insgesamt packt "Van Halo" sippzennsaitige Gitarren und Laptops zu einer virtuosen, intensiv-exzessiven Mischung aus nicht mehr so ganz crimsoidem Scheiß und linkshirnigem Elektrofuck zusammen, die in ebenso undurchschaubar intelligenten wie abstrakt schönen Kompositionskonstrukten resultiert. Hier verschmelzen zwei Welten auf eine Weise, wie man sie einander sehr selten so gelungen begegnen hört. Perfekt, große Kunst – und einer der ersten Anwärter auf den Titel "abgefuckteste Scheiße des Jahres 2015". Kaufen, hören, geilen.

Anspieltipp(s): Ganz hören!
Vergleichbar mit: Shining, Tuner, und ähnlichem Avant-Elektrometal aus dem King-Crimson-Umfeld
Veröffentlicht am: 19.3.2015
Letzte Änderung: 20.3.2015
Wertung: 13/15
Thorsten, wenn deine bessere Hälfte das nicht erträgt, dann ist sie vielleicht.... eher deine schlechtere Hälfte....

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Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 3 von 4)


Blast Unicorn… Bämm! Das war’s mit den Einhörnern. Das Letzte seiner Art windet sich unter dem Riffgewitter und den elektronischen Beats in einem faszinierenden Todeskampf. Erbarmungslos ergießt sich der Klangschwall über das arme Tier. Aber, oh Wunder, jedem Ende wohnt der Zauber eines Anfangs inne… und so steigen aus dem Inferno wunderbare Klangskulpturen auf, die das Ohr des Hörers erfreuen und die Synapsen elegant stimulieren. Erlebnisse auf dem Planeten Musik, die nur dort möglich sind.

Blast Unicorn, das neue Duo-Projekt von Alexander Dowerk und Tobias Reber, bietet eine eigenständige Mischung aus harten Riffs, vertrackten Läufen und allerlei elektronischen Klängen. Die aber nicht zu loser Klangschweberei verkommen, da ist schon die sehr präsente – elektronische – Rhythmuskomponente vor. Nicht zu abgehoben agieren die Zwei, so dass auch Klangforscher, die sonst eher der melodisch-sinfonischen Seite der Dinge zugewandt sind, hier besondere Erlebnisse haben können (ohne gleich vollkommen verstört zurück zu bleiben). Aber doch verdreht und gewunden genug, dass auch Freund des Avant-Schrägklangs hier mit Freuden unterhalten werden (können). Gemeinsam erobern Dowerk und Reber musikalischen Welten, die noch ein Mensch zuvor… na ja, das nicht ganz, aber einen sehr eigenständigen Charme versprüht das Einhorn allemal. Und hoffentlich war’s nicht das Letzte.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.4.2015
Letzte Änderung: 8.4.2015
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 4 von 4)


Elektronische Musik wird häufig mit Attributen wie „sanft“ und „säuselnd“ assoziiert. Und beim Blick auf das süße Einhorn, welches das Cover dieser CD ziert, könnte man erst recht auf solche Gedanken kommen. Nun, für die Herren Dowerk und Reber sind „sanft“ und „säuselnd“ offensichtlich Fremdworte, denn von der ersten bis zur letzten Sekunde geht hier die progressive Post ab, wird auf alle Einhörner, Elfen und Jester erbarmungslos eingedroschen.

Im Stakkato hämmern elektronische Klanggewitter auf die Gehörgänge ein, donnern dabei in derart polyrhythmischer Vielfalt und komplexer Verdrehung, dass sich die Gehörgänge alsbald zu einem unentwirrbaren Knoten verschlungen haben. Dazu Fetzen von Gitarren, die immer wieder ein crimsoides Element in die Musik bringen. Ebenso kurz wie das Album selbst sind auch die einzelnen Stücke, bringen es oft nicht einmal auf ein Minütchen. Aber auch in so kurzer Spielzeit bringt das Duo neben einer Menge musikalischer Energie noch eine unglaubliche Anzahl von Takt- und Rhythmuswechseln unter.

Verdreht, vertrackt, verquer - so muss Prog sein. Wunderbar.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.5.2015
Letzte Änderung: 17.5.2015
Wertung: 12/15

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