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Iris Divine

Karma Sown

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: Sensory Records
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Navid Rashid Vocals,Guitars
Brian Dobbs Bass
Kris Combs Drums,Keys/Programming

Tracklist

Disc 1
1. The everlasting Sea 6.19
2. Fire of the Unknown 5.32
3. A Suicide Aware 5.23
4. Mother's Prayer 5.39
5. Prisms 6.10
6. In Spirals 6.29
7. Apathy Rains 5.21
8. In the Wake of Martyrs 7.59
Gesamtlaufzeit48:52


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


"Karma Sown" ist eigentlich die zweite Scheibe von Iris Divine. Die erste, "Convergence", kam bereits 2011 und ist immer noch als Download erhältlich. „Karma Sown“ ist aber das erste Werk, das bei einem (in den Progkreisen) bekannten Label veröffentlicht wurde.

Im Zusammenhang mit Iris Divine werden gerne Namen, wie Rush, King X, Alice in Chains, Lamb of God, Pantera, Dream Theater und Porcupine Tree genannt.

In den meisten Fällen finde ich diese Namen als Inspirationen nachvollziehbar, (nur die Spuren vom Stachelschweinbaum konnte ich bisher nicht entdecken): die treibenden Grooves von King‘s X und Rush, die Hardcore-Schlagseite von Pantera und Lamb of God und die Komplexität von Dream Theater. Dies alles kann der Hörer stellenweise und immer wieder in der Musik von Iris Divine entdecken. Ich würde da noch Alternative Metal-Anflüge in der Art von Tool hinzufügen. Am Ende handelt es sich dabei aber doch um die Musik von Iris Divine und nicht etwa um die zusammegeklauten Puzzlesteine.

Ein stilistischer Hinweis könnte noch darin bestehen, einige Bands zu nennen, für die Iris Divine als Vorgruppe fungierten: Fates Warning, Periphery, Katatonia und Orphaned Land.

Die von Iris Divine gebotene Version vom komplexen Metal ist gut dazu geeignet, den Progmetal-affinen Hörer alleine durch ihre enorme, in virtuose Bahnen geleitete Energie mitzureißen, die durch die druckvollen Produktion und Abmischung optimal vermittelt wird.

Es ist schon beeindruckend, welch vollen, zwischen Direktheit und Komplexität wechselnden Sound dieses Trio da zustande bringt. Ich hätte dahinter mindestens fünf Musiker vermutet.

Falls sich jemand beispielsweise am Montagmorgen schlapp und lustlos fühlt: "Karma Sown" laufen lassen, eine Besserung ist dann mehr als wahrscheinlich.

Gekonnt strukturierten, progressiven Heavy Metal-Songs ohne aufdringliche Refrains und sonstige Metal-Klischees machen diese Anschaffung bei entsprechendem Musikgeschmack mehr als sinnvoll!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.3.2015
Letzte Änderung: 23.3.2015
Wertung: 11/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Auch unabhängig davon, ob man The Laser's Edge (und seine Sublabels) vorrangig mit (modernen) Retroprog-Koryphäen wie Wobbler, White Willow oder District 97 in Verbindung bringt, scheinen Iris Divine zum härteren Teil des Label-Repertoires zu gehören. Das ist zumindest der Eindruck, der beim Querhören von "Karma Sown" entstehen kann, denn sehr oft setzt das Trio aus Virginia auf schweres, immer wieder mal auf Taktwechsel abzielendes Riffing. Die zahlreichen eingestreuten Elektro-Effekte bestärken diesen Eindruck, und überraschend oft ertönen in der Musik auf dem Debütalbum auch verzerrte Sprach-Samples. Der oberflächliche Eindruck deutet also auf modernen Progmetal hin...

...aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn einerseits ist das mit der Komplexität auf "Karma Sown" so eine Sache: Für diesen Punkt sprechen hauptsächlich die Riffs und Rhythmen sowie ab und an eine abgefahrene Instrumentalpassage mit Crimso-Anleihen. Andere Zutaten weisen dagegen in eine sehr viel zugänglichere, mainstreamige Richtung: Das wäre vor allem der starke, fast immer in harmonisierter Form ertönende Gesang, auffällig ist aber auch, dass die Musik oft in den Strophen rockige Töne anschlägt. Dazu wird dann eher verhalten gerifft, stattdessen begleiten die Gitarren den Gesang melodisch mit, und auf diese Weise erinnertn Iris Divine sehr an Queensrÿche. Andersherum gibt es durch ruhigere B-Passagen sowie Intros, in denen arpeggierende A- und Klargitarre rausgeholt werden, immer wieder auch balladeske Momente, die in diesem Arrangement an Fates Warning um 1990 denken lassen. Im Extremfall, sprich: in "Apathy Rains" mit seinem 6/8-Takt klingt indes noch mit gläsernen Echogitarren etwas New Artrock an.

Die eigentlich relevante Schlussfolgerung zu diesen Beobachtungen ist allerdings die, dass Iris Divine hiermit die vernehmliche "Härte" und Komplexität wiederum aufwiegen. Das geschieht mit Hilfe des Songwritings: Die schwersten, hektischsten Passagen gibt's fast immer nur vor bzw. zwischen den Strophen oder eben dann, wenn soliert oder instrumental gearbeitet werden soll. Hierbei wiederum sind die Songs zumeist geschlossen, denn üblicherweise läuft das so ab, dass es in der Mitte eines Songs erst eine ruhige Passage, dann einen Instrumentalpart samt Steigerung gibt, dann aber wieder bekannte Elemente in Gestalt a) des Hauptriffs, b) des Refrains oder c) von beidem aufgegriffen werden und so den jeweiligen Song beschleießen. Insgesamt ergibt sich hiermit aber eine relativ ausgewogene, nicht spektakuläre, aber definitiv unterhaltsame Mischung, was übrigens auch für den bemerkenswert klaren Sound gilt - das Album klingt zugleich kraftvoll und transparent, und jede Stimme ist durchgängig nachvollziehbar.

Alles eitel Sonnenschein also? Nicht ganz, aber das liegt meines Erachtens weniger daran, dass Iris Divine hier schlechte Arbeit geleistet hätten, sondern eher daran, dass mit der Zeit deutlich wird, dass das Trio doch etwas unter seinen Möglichkeiten agiert. So gibt es in den Songs einige sehr gelungene, zumeist instrumentale Überraschungsmomente wie beispielsweise diesen schnellen, spaßigen Part bei 3:25 von "Fire Of The Unknown" oder die Crimso-Momente bei 2:30 in "Prisma" - sehr schön jeweils. Nur leider macht man daraus keine größeren, potenziell wahnwitzigen Sachen, sondern kehrt binnen Minutenfrist zur Hauptsubstanz des jeweiligen Songs zurück. Ähnliches gilt für das Ende von "Apathy Rains", das nach einem Dampfhammer-Part bei 3:15 dann doch unerwartet offen endet. Ebenfalls keinen befriedigenden Abschnitt findet das Beinahe-Instrumental "In Spirals", das nicht nur in der Mitte ein bisschen zu locker ausgefallen ist, sondern zudem am Ende lediglich zwar lauter, zugleich aber auch inkohärent wird. Hm.

Fraglos liegt "Karma Sown" letztlich aber trotzdem im grünen Bereich. Denn in seinen besten Momenten entsteht immer noch ein sehr gelungener Crossover aus Komplexität und Eingängigkeit, von der nicht nur die kürzeren Songs wie "A Suicide Awake" oder "Mother's Prayer" zeugen, sondern zuletzt auch das achtminütige "In The Wind Of Martyrs". Das wäre als Mini-Longtrack mit einem stringenten, dramatischen Aufbau aus Vorspiel, Hauptriff, liedartigem Hauptteil, vertracktem Instrumental-Mittelteil, rhythmischer Variation der Strophe und schließlich Verarbeitung des Hauptriffs bestens geeignet, um den Hörer zu überzeugen. Über die genannten kleineren Schwächen (zu denen ich persönlich noch den Hang zu zu vielen Samples zählen würde) kann man dann ja hinwegsehen und darauf hoffen, dass Iris Divine ihr weiteres Potenzial nach Kräften ausschöpfen mögen.

Anspieltipp(s): A Suicide Awake, In The Wake Of Martyrs
Vergleichbar mit: Queensrÿche, Fates Warning, Redemption
Veröffentlicht am: 8.8.2017
Letzte Änderung: 8.8.2017
Wertung: 10/15
Ganz ordentlich, aber natürlich mit Luft nach oben

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© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
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