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At War With Self

Circadian Rhythm Disorder

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; New Artrock; Progmetal
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Marco Minnemann Drums
Glenn Snelwar

Tracklist

Disc 1
1. Slate Wiper 3:26
2. Seeds of Doubt 4:19
3. Seeds of Love 3:47
4. The Mirror 1:32
5. Mirage 1:13
6. Stumbling to Sleep 1:55
7. Daydream 1:00
8. This Is Not My Reflection 3:24
9. Smash the Mirror 1:15
10. Shards, Pt. One 3:21
11. Shards, Pt. Two 2:17
12. Shards, Pt. Three 0:55
13. Nightmare 1:35
14. Running from the Dream 1:58
15. N.D.E. 1:09
16. Tunnel of Light (The Road Back) 1:43
17. Re-Birth 2:35
18. First Breath 1:22
19. New Life, Pt. One 2:23
20. New Life, Pt. Two 2:19
21. Slate Wiper, Pt. Two 0:53
22. A Day's Death 2:08
23. Completion of the Cycle 2:52
24. One and All 1:32
Gesamtlaufzeit50:53


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Vor fünf Jahren begann der Wunderschlagzeuger Marco Minnemann mit seinem "Normalizer 2"-Projekt: "Normalizer 2" ist ein rund 51minütiges Schlagzeugsolo, welches er in einem Take, improvisiert, ohne Click-Track, eingespielt hat. Dieses voluminöse Solo war um 2010 herum die Basis für das Improvisations- und Kompositionstalent verschiedener Musiker, darunter so illustre Namen wie Alex Machacek, John Czajkowski, Trey Gunn, Mike Keneally, Jason Sadites und Phi Yaan-Zek: Sie nahmen das Solo als Grundlage für eigene Kompositionen.

Eine der Regeln bei diesem hochinteressanten musikalischen Spiel war, dass das Schlagzeugsolo Minnemanns nicht verändert werden durfte, die anderen Musiker jedoch frei waren in ihrer Interpretation. Und so entstanden zahlreiche sehr unterschiedliche Alben, mal elektronisch, mal zappaesk, mal vollkommen durchgeknallt. Phi Yaan-Zek hat gar seinen Beitrag "Dance with the Anima" als "Deeper with the Anima" gar selbst ein zweites Mal interpretiert.

Satte vier Jahre hat sich Glenn Snelwar (Gordian Knot) Zeit gelassen, um nun seine Version zu präsentieren. Er begann 2011 mit der Arbeit, kontaktierte Minnemann aber erst letztes Jahr mit einem 20minütigen Demo. Minnemann nickte, und nun liegt der 51Minüter "Circadian Rhythm Disorder" vor, den Snelwar unter dem Namen seines Instrumentalprojekts At War With Self erscheinen lässt: Das erste Progmetal-Album der "Normalizer 2"-Reihe. Snelwar spielt dabei außer dem Schlagzeug sämtliche Instrumente selbst: Gitarre, Fretless-Bass, Mandoline und Keyboards.

Ausgehend von einer kurzen dreitonigen Phrase, die Minnemann auf gestimmten Becken spielt und die Snelwar inspirierte, kreierte er ein Gespinst von Musik über das Album, die immer wieder bestimmte Melodien wiederholt und variiert, ganz so wie Minnemann es mit seinem Dreitonmotiv auch macht. Immer wieder greift Snelwar dabei Melodien vom Anfang auf und variiert sie, aber auch auf Älteres von At War With Self nimmt er Bezug, zum Beispiel allem auf melodische und rhythmisch Elemente aus dem Stück "Reflections" (vom Album "A Familiar Path"). Und so webt er Stück für Stück an diesem 51Minüter. Wenn ihm etwas nicht gepasst hat oder er mit dem Fluss der Musik nicht zufrieden war, ersetzte er ganze Passagen, bis das Gesamtwerk endlich ein stimmiges Bild ergab, ganz wie bei einem Puzzle. Jedes einzelne komponierte Stück musste im Zusammenhang mit dem großen Ganzen Sinn ergeben.

Letzten Endes eine immense Aufgabe: Vier Jahre Analyse, Transkription, Auswändiglernen, Improvisieren, Komponieren, Verwerfen, Neuinterpretation, und schließlich Aufnahme resultieren in einem rauen, heftigen Progmetal-Album: Und "Circadian Rhythm Disorder" ist prompt eines der besten Alben der "Normalizer 2"-Reihe. Snelwar legt ein äußerst feines musikalisches Gespinst über Minnemanns Solo, das gleichzeitig immer genuin Metal ist, auch wenn es mal in südamerikanische Gefilde ("New Life"), mal in Neoklassik ("Seeds of Doubt") oder mal in den New Artrock ("Tunnel of Light") driftet. Passagen wie "The Mirror" oder "Re-Birth" mit seinen massiven Gitarrenriffs holen die Musik immer wieder zurück in den Metal, der dann charakterisiert ist durch seine typischen Elemente: Powerchords, Shredding oder flitzeschnelle Tapping-Soli. Gleichzeitig muss man bedenken (es ist auch nicht zu überhören), dass Minnemanns "Normalizer" kein Metal-Drumming ist. Es ist hochinteressant zu hören, wie Snelwar welche Passage des Solos interpretiert, woraus er Metal macht, woraus Latin, und woraus Neoprog. Teils spielt er damit mit Minnemann, teil aber auch gegen ihn, was der Musik unendlich viele Farben verleiht.

Wer die "Normalizer 2"-Reihe kennt, muss sich dieses Album unbedingt holen, Snelwar-Fans ebenfalls. Alle anderen finden hier ein höchst intelligentes Progmetal-Experiment vor, das seinesgleichen sucht. "Circadian Rhythm Disorder"!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.3.2015
Letzte Änderung: 31.3.2015
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von At War With Self

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2005 Torn Between Dimensions 9.67 3
2007 Acts of God 12.00 1
2009 A Familiar Path 10.00 1

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