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Project: Patchwork

Tales From A Hidden Dream

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Funk; HardRock; Neoprog; Rock / Pop / Mainstream; Progmetal
Label: recordJet
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Gerd Albers Gitarre, Keyboards, Schlagzeug, Percussion, Gesang
Peter Koll Gitarre, Produktion

Gastmusiker

Johannes Hahn Keyboard ("Beginning")
Marek Arnold Saxofon ("Beginning"), Keyboard ("Oblivion")
Lars Begerow Gesang ("Oblivion")
Claudia Kettler Gesang ("Oblivion")
David M. Scholtz Gitarre ("Oblivion")
Thomas Orth Klavier ("Oblivion", "Oblivion Things")
Matthias Becker Bass
Martin Schnella Gitarre ("The Turning Point"), Gesang ("Land Of Hope And Honour")
Volker Wichmann Keyboards ("The Turning Point", "Incomprehensible")
Olaf Kobbe Gesang ("The Turning Point")
Kirchenchor "Kreuz & Quer" Gesang ("Elysium")
Jessica Schmalle Gesang ("Land Of Hope And Honour")
Claudia Orth Flöte ("Land Of Hope And Honour")
Michael Ettema Gitarre ("Land Of Hope And Honour")
Stefan Mageney Gesang ("Not Yet")
Magdalena Sojka Gesang ("Not Yet", "Bau' dir ein Schloss")
Yossi Sassi Gitarre, Bouzouki ("Not Yet")
Kay Ernst Gitarre ("Not Yet")
Jost Halenta Bass ("Not Yet")
Frank Göbel Gitarre ("Bau' dir ein Schloss")
André Müller Gesang ("Incomprehensible")
Melanie Nocon Gesang ("Incomprehensible")
Kalle Wallner Gitarre ("Incomprehensible")
Oliver Hanf Gitarre ("Incomprehensible")
Markus Schüttler Bass ("Incomprehensible")

Tracklist

Disc 1
1. Beginning 3:58
2. Oblivion

1. Introduction
2. Always The Same
3. Focus Points
4. Oblivion Things

13:24
3. The Turning Point 6:55
4. Elysium 0:51
5. Land Of Hope And Honour 5:14
6. Not Yet 5:10
7. Every End Is A Beginning (Bau' dir ein Schloss) 6:16
8. Oblivion Things (Reprise) 3:25
9. Incomprehensible

1. Sunday Morning Crime
2. Mind Confusion
3. Cracking The Case
4. Finale

  (Demo)
17:51
Gesamtlaufzeit63:04


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Im Prinzip hat es mit dem, was sich hier Project: Patchwork nennt, angefangen wie bei Mike Oldfield: Ein Mann, viele Ideen und jahrelange Arbeit an ausladenden Kompositionen. Was Gerd Albers, wie dieser Mann im vorliegenden Fall heißt, nun von den Gegebenheiten her anders gemacht hat: Er hat es nicht dabei belassen, im sprichwörtlichen stillen Kämmerchen seine Musik aufzunehmen (obwohl - mehr dazu später), sondern sich in Peter Koll einen Kompagnon ins Boot geholt, noch viele weitere Gäste eingeladen, und so steht uns als Ergebnis in Form vom "Tales From A Hidden Dream" keineswegs ein eigenbrötlerisches Kauzprog-Album ins Haus, sondern vielmehr eines jener typischerweise ziemlich großangelegten Gastmusiker-Alben. Da gab es in letzter Zeit neben dem alten Platzhirsch Ayreon so einige von: Circle Of Illusion, Dorian Opera, Flaming Row, Airs, Telergy, und auch eigentliche Solokünstler wie Devin Townsend oder Richard Campbell haben sich zu Musical-artigen Alben verleiten lassen.

Natürlich wäre es auch bei Project Patchwork völlig unsinnig, dieses Album an der Prominenz seiner Gäste zu bewerten, dennoch muss natürlich festgehalten werden, dass diese Liste hier schon in quantitativer Hinsicht beeindruckend ist (und die halbe Flaming-Row-Mannschaft macht ebenfalls mit - die personellen Überschneidungen zwischen solchen Projekten sind immer wieder einen Schmunzler wert). Und eine solche Geste wie jene, dass sämtliche beteiligten Musiker dann in den (ausführlichen) Linernotes zum jeweiligen Song auch noch mit Fotos berücksichtigt werden, ist tatsächlich mal etwas neues, was die außermusikalische Komponente eines solchen Albums angeht.

Nun aber zur Musik: Erfreulicherweise gehen Albers und Koll auf "Tales From A Hidden Dream", obschon der Stil das altbekannte Terrain zwischen Hardrock und Neoprog bestenfalls mal für Ausflüge gen Pop, Folk, Metal oder Funk verlässt, keine allzu ausgetretenen Wege. "Oblivion" beispielsweise ist trotz des üblicherweise zu Kitsch und Pomp einladenden Gegensatzes von Strophe (leichte Progmetal-Anklänge) und einem halbakustischen, weiblich gesungenen Refrain ("Always the same...") keinesfalls so ausgefallen, wie unter normalen Umständen zu befürchten gewesen wäre, sondern schiebt später zum totalen Kontrast noch mal einen regelrechten Death-Metal-Part nach. Lediglich über "Bau' dir ein Schloss" könnte man streiten, denn es ist durchaus möglich, diese Ballade in den falschen Hals zu bekommen und sie entweder als Silbermond-Huldigung oder als das "My Child" dieser Platte zu begreifen.

Der andere wichtige Punkt bezugs dieser Stilistik liegt dagegen wohl darin, dass die eingangs erwähnte Heimarbeit letztlich doch sehr oft durchschlägt und die Musik oft genug doch noch einen gewissen Stilles-Kämmerchen-Charakter bewahrt. Und da wiederum wirkt "Tales From A Hidden Dream" nicht überproduziert, sondern lebhaft und geradezu erfrischend ungeniert. Hierunter fallen beispielsweise die sehr an Iron Maiden angelehnten Passagen von "The Turning Point" oder der Glamrock (unterbrochen von Orient- und Funk-Einsprengseln - ersteres sollte angesichts von Yossi Sassi aber auch nicht verwundern) in "Not Yet". Kulminieren tut diese Charakteristik letztlich und folgerichtig im abschließenden "Incomprehensible", das offenbar schon der Bezeichnung nach im Demostadium belassen wurde: Hier kratzt die Gitarre, scheppert das Schlagzeug, und trotzdem macht dieses über weite Strecken an Heart Of Cygnus erinnernde Stück jede Menge Spaß.

Somit ist "Tales From A Hidden Dream" damit auch unterm Strich ein gelungenes Debüt, das mit dem, womit man es angesichts der Rahmenbedingungen vergleichen würde, gar nicht so viel gemeinsam hat. Das gilt weder für die Musik, die wie berichtet sehr oft eben typische Wendungen meidet und wesentlich mehr Druck aufbaut als die geschliffene Konkurrenz, noch für das Drumherum, zumal "Tales From A Hidden Dream" auch kein fortlaufend erzähltes Rock-Musical ist. Aber gut, darauf hätte man ja auch schon beim eher ungewöhnlichen Scrabble-Cover kommen können.

Anspieltipp(s): Incomprehensible, The Turning Point, Not Yet
Vergleichbar mit: wahrscheinlich würde so eine Mike-Oldfield-Progoper klingen
Veröffentlicht am: 26.3.2015
Letzte Änderung: 26.3.2015
Wertung: 11/15

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