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Vespero

Fitful Slumber until 5 A.M.

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: instrumental; Postrock; Spacerock; sonstiges
Label: R.A.I.G
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Ivan Fedotov Drums, Percussion, Wave Drum
Arkady Fedotov Bass, Synths, E-Bow
Alexander Kuzovlev Mandolin, Guitars, Effects, Devices
Alexey Klabukov Keyboards, Synths, Guitar, Voice

Gastmusiker

Vladimir Belov Cello
Alexey Esin Flute, Zhaleyka
Pavel Alekseev Tenor Sax
Alexander Taranenko Accordion

Tracklist

Disc 1
1. Vision 1. Ogni Fuoco 11:57
2. Vision 2. Outer Planting 8:15
3. Vision 3. Kamzas Red Sands 7:05
4. Vision 4. 1507 12:22
5. Vision 5. Ezel 6:55
6. Vision 6. Atil 14:18
7. Vision 7. Kidish Hail 8:45
Gesamtlaufzeit69:37


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Unruhiger Schlummer bis fünf Uhr morgens? Offensichtlich beschäftigt sich das sechste Studioalbum von Vespero mit dem Schlaf, oder dem, was so alles im Hirn eines Schlafenden passiert. Jedem der sieben Stücke von "Fitful Slumber until 5 A.M." ist eine Zeitperiode am frühen Morgen zugeordnet, die auch genau der Spielzeit entspricht (Track 1 "dauert" z.B. von 3:50:18 bis 4:02:15). Was wir hier also hören ist das, oder eine musikalische Umsetzung dessen, was der Protagonist (wer er auch immer sein mag) zwischen 3:50 und 5:00 erlebt, vielleicht was er träumt, worüber er nachdenkt. Oder wir sehen (hören) ihm zu, wie er sich nervös herumwälzt, und sich irgendwelchen Traum-Wach-Fantasien bzw. Gedanken hingibt. Offensichtlich ist er jedenfalls nicht entspannt und ruhig am schlummern.

Gesang und Texte gibt es - wie meist bei Vespero - keine, so dass man auch das Konzept ignorierend einfach nur der Musik lauschen kann. Diese bewegt sich weitestgehend in denselben Bahnen wie die auf den Vorgängeralben, gibt es eine moderne Variante des Spacerocks zu hören, die bisweilen in Postrockgefilde gerät. Das retroprogressive Element, auch die einstmals vorhandenen krautigen Einflüsse (siehe "Subkraut: U-Boats Willkommen Hier"), wurden allerdings weitestgehend entfernt. Dafür sind verstärkt folkige Ingredienzien vorhanden. Dieselben werden nicht nur durch die Gastmusiker an Akkordeon, Zhaleyka (eine russische Rohrblatthornpfeife) und Flöte beigesteuert, sondern auch und vor allem durch Alexander Kuzovlevs Mandolinenspiel.

Die kantigen, hackbrettartigen Einwürfe Kuzovlevs geben den sich sonst in eher typischen Spacrockgefilden bewegenden Klängen (jaulende-schwebende E-Gitarren, allerlei füllende Tastentarbeit, fiepend-zischende Elektronikeinlagen, ein munter tanzender Bass und das treibende Schlagzeug) ein sehr charakteristisches Gepräge. Etwas irdischer geben sich Vespero hier also, erinnern zumindest dann, wenn sich das Sax echohallend in den Vordergrund arbeitet an Gong, erzeugen ansonsten aber eine sehr eigene folkig-dynamische Version des modernen Spaceprogs. Dem Konzept entsprechend kommt die Musik oft etwas nervös und unruhig daher, wogen und wuseln die Klänge treibend und vielschichtig dahin, immer wieder allerdings unterbrochen von ruhigeren, klangschwebenden Inseln. Mitunter, wenn z.B. in "Atil" elektrifiziertes Cello (gespielt vom leider im Sommer 2014 unerwartet verstorbenen Vladimir Below) und Mellotronartiges aufeinander treffen, bekommt die Musik dann doch einen leicht retroprogressiv-crimsoiden Anstrich.

"Fitful Slumber until 5 A.M." bietet sehr abwechslungsreichen Instrumentalprog, der klassische Spacerockschemen, postrockige Hypnotik, einen Schuss Retroprogressives, etwas Jazz und einiges an Folk zu einem dichten Ganzen vermengt. Ein vielschichtiger Trip zwischen Wirklichkeit, Traum und Wahnsinn kommt hier aus den Boxen, der aber nie allzu hektisch oder wüst ausgefallen ist. Wer Spaciges mit leichtem Retrocharme und Postrockeinschlag schätzt und nichts gegen folkige Verunreinigungen einzuwenden hat, der sollte "Fitful Slumber until 5 A.M." dringend antesten!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.3.2015
Letzte Änderung: 28.3.2015
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Vespero

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2007 Rito 11.00 1
2009 Surpassing All Kings 12.00 1
2010 By the Waters of Tomorrow 12.00 1
2012 Subkraut: U-Boats Willkommen Hier 13.00 1
2013 Droga 12.00 2
2016 Lique Mekwas 11.00 1
2016 Azmari: Abyssinian Liventure 12.00 1
2017 Shum-Shir 10.00 1

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