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Wume

Maintain

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik; Krautrock
Label: Ehse Records
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

April Camlin Drums
Albert Schatz Keyboards, Synthesizers, Electronics

Tracklist

Disc 1
1. Control 4:29
2. We go further 6:55
3. Ostinaut 7:58
4. Gold leaf 5:56
5. Voyager 6:15
6. Two bridges 4:58
Gesamtlaufzeit36:31


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Wume kommen aus Baltimore und sind die Schlagzeugerin April Camlin und der Keyboarder Albert Schatz. Nach einer ersten EP im Jahre 2011 ("Distance") legte die Band 2015 mit "Maintain" ihr Debütalbum vor. Angeblich hat sich das Duo nach dem norddeutschen Örtchen Wümme benannt, in dessen ehemaliger Schule das Krauturgestein Faust Anfang der 70er Jahre hauste, sich aber etwas mit der Schreibweise vertan. Vielleicht soll der Name aber auch verdeutlichen, wie ein Amerikaner in Unkenntnis deutscher Betonungsregeln das Wort Wümme aussprechen würde.

Wie auch immer, mit Faust und Krautrock liegt man hier jedenfalls ziemlich richtig. Wume machen nämlich eine Art modernen Retrokrautrock, ein Gemenge aus kosmischen Tastenexkursen und stoischen Schlagzeugmustern. Allerlei retroprogressives Tastenwerk (Synthesizer, analoge und früh-digitale Keyboards, waberndes Georgel), wirre Sequenzermuster und ein monoton dahin wuselndes Schlagzeug bestimmen die Musik, ab und zu ergänzt um ein paar schlichte, humorvoll-dilettantische Stimmeinlagen.

Kraftwerk, Neu!, Faust, die späteren Cluster und La Düsseldorf kommen dem krauterfahrenen Hörer in den Sinn, oder auch rezentere Formationen wie z.B. Kreidler, The Night Terrors oder Zombi, doch sind Wume uriger und schlichter zu Gange als letztere. Aber natürlich kopiert das Duo aus Baltimore nicht, sondern erschafft - angelehnt an die Inspirationsquellen - seine ganz eigene Klangwelt. Repetitive, dabei aber sehr farbige, vielschichtige und dichte, kosmisch-wabernde bis hektisch-hypnotische Tastenmuster purzeln hier aus den Boxen, rhythmisch geformt und voran getrieben von diversen elektronischen Sequenzen und der bewusst gleichförmigen, dabei aber trotzdem durchaus abwechslungsreichen Schlagzeugarbeit. Das klangliche Ergebnis ist etwas sperriger, elektronischer und spaciger als die Musik von z.B. Neu! oder La Düsseldorf, gleichzeitig aber nicht ganz so bizarr und seltsam wie die Hervorbringungen von Faust.

Der Geist des Krautrocks lebt auf "Maintain" auf jeden Fall wieder auf, oder es manifestiert sich zumindest eine rezente Reinkarnation. Im Vergleich zu so mancher teutonischen Produktion aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts kommt "Maintain" allerdings sehr dynamisch, druck- und klangvoll aus den Boxen. Wer Neokrautrock und Tasten-Schlagzeug-Duos schätzt (die im Prog gar nicht so selten sind), der sollte "Maintain" auf keinen Fall verpassen. Mehr davon!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.8.2015
Letzte Änderung: 10.8.2015
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Kleine Zeitreise gefällig? Für etwas mehr als eine halbe Stunde kann man sich von dem aus Baltimore stammenden Duo mit dem schönen Namen Wume in die frühen bis mittleren 70er entführen lassen und wundersamen Klängen lauschen, die der goldenen Zeit des elektronischen Krautrock zu entstammen scheinen. Allerlei bunte Synthieklänge stehen im Zentrum der Musik, die oft klingen wie in naiver Unbekümmertheit herausgeworfen, um leichtfüßig in die Gehörgänge zu tänzeln. Dabei prescht das Ganze dennoch voller Dynamik voran, ist andererseits auch dann noch voller Leichtigkeit und Beschwingtheit, wenn es einmal längere Zeit monoton hämmert (Ostinaut).

Es ist dabei nicht so, dass Wume einer speziellen Band nacheifern würden, vielmehr scheint es, als hätten sie die Essenz aus der Musik etwa von Harmonia, Kraftwerk, Cluster (ihre "verspielte" Phase ab Zuckerzeit), La Düsseldorf oder Neu! herausdestilliert und zu etwas Eigenem verrührt. Das besitzt zwar Anklänge an alle diese Bands, hat aber letzten Endes seinen eigenen Charakter. Nur von Faust kann ich hier nicht so viel heraushören, obwohl doch gerade von denen der Bandname inspiriert sein soll (siehe eine Rezi höher).

Anders als viele Bands des elektronischen Krautrock der 70er verzichtet das Duo auf den Einsatz einer Rhythmusmaschine, setzt stattdessen ein echtes Schlagzeug ein. Das bringt mehr Dynamik in die Musik und setzt einen schönen Kontrast etwa in Voyager, wo zu spacig wabernden Klängen ordentlich über die Felle gewuselt wird. Auch sonst wird das Schlagzeug variabler eingesetzt als weiland Klaus Dingers stoisch-monotones Getrommel bei Neu! und La Düsseldorf (das freilich auch seinen Reiz hatte).

Somit bietet das Duo Retro-Krautrock, wie er sein sollte: dem Geist der großen Vorbilder nacheifernd, dabei dennoch originell und eigenständig klingend. Schön! Einen Titel gibt's zum Reinhören bei Bandcamp.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Harmonia, Kraftwerk, Cluster, La Düsseldorf, Neu!
Veröffentlicht am: 31.8.2015
Letzte Änderung: 31.8.2015
Wertung: 11/15

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