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Radare

Im Argen

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Jazz; Postrock
Label: Golden Antenna
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Fabian Bremer Gitarre, Keyboards, Zither
Henrik Eichmann Schlagzeug, Klarinette, E-Piano
Jobst M. Feit Keyboards, Gitarre
Matthias Jurisch Bass, Posaune

Tracklist

Disc 1
1. Please Let Me Come Into The Storm / Luke 10:06
2. Das einsame Grab des Detlef Sammer 4:12
3. Burroughs 6:36
4. The Queue 4:22
5. Damsel In Distress 9:58
Gesamtlaufzeit35:14


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Radare nennt sich ein mir bis dato völlig unbekanntes Quartett, dessen Mitglieder in Wiesbaden und Leipzig ansässig sind. Mit ihrem dritten Album Im Argen, erschienen Ende September 2015, erreichten sie erstmals meine Gehörgänge und sorgten, so viel sei vorab gesagt, für erfreutes Erstaunen; die Band ist eine echte Entdeckung.

Radare zeigen sich auf Im Argen als Vertreter eines musikalischen Minimalismus, der immer wieder an die Mülheimer Bohren & der Club of Gore erinnert. Da reichen eine kaum hörbare Grundierung mit tief brummendem Synthesizer, wenige, wie hingeworfene Töne des E-Pianos und ein in Zeitlupe gespieltes Schlagzeug, um Bilder von Einsamkeit und Verlorenheit zu evozieren. Wenn dann noch die elegisch gespielte Klarinette dazukommt, ist das musikalische Stimmungsgemälde perfekt. Dazu darf die E-Gitarre immer wieder ein wenig grummeln, mit so einer leichten Andeutung von Aggressivität, letzten Endes aber auch in Melancholie verharrend und der Musik eine postrockige Aura verleihend.

In diesem Spannungsfeld zwischen Ambient Jazz und Postrock bewegt sich die - komplett instrumentale - Musik über das gesamte (kurze) Album hinweg, wobei die postrockigen Elemente dann doch für Eigenständigkeit gegenüber den Mülheimer Kollegen sorgen. Das zeitlupenartige Tempo bleibt auch überwiegend erhalten. Nur gelegentlich wird es einen Tick schneller, kann das E-Piano auch einmal rhythmischer gespielt werden; nicht, dass in solchen Momenten Hektik ausbrechen würde. Die hier zelebrierte Langsamkeit steht in krassem Gegensatz zu dem auf dem Cover abgebildeten Auto-Crash, der einem Actionstreifen entstammen könnte.

Neben der Klarinette sorgt noch ein weiteres ungewöhnliches Instrument für eine zusätzliche Klangfarbe: in The Queue setzt die Posaune zu einer elegischen Melodie an, während die E-Gitarre in diesem Stück dezent psychedelisiert. Eine originelle Kombination.

Mit Damsel in Distress wird es zum Abschluss dann doch einmal ein bisschen dynamischer. Das Stück baut sich ganz Postrock-typisch allmählich zu einem mächtigen Klanggebirge auf, die Gitarre psychedelisiert dabei wieder ordentlich. Ein schöner Abschluss eines trotz der vorherrschenden Langsamkeit keineswegs langatmigen Albums. Wer sich vorstellen kann, Musik im Stil von Bohren & der Club of Gore mit einem kräftigen Schuss Postrock vermischt goutieren zu können, sollte es unbedingt antesten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.10.2015
Letzte Änderung: 2.10.2015
Wertung: 11/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 2)


Sehr ruhig, schleppend, sich langsam entwickelnd, leicht jazzig, dabei aber stets sehr angenehm in Klang und melodisch, aber nicht abgegriffen. So in etwa würde ich den Sound auf „Im Argen“ beschreiben. Auch beim Vergleich mit den weitaus dienstälteren Bohren & der Club of Gore schließe ich mich an. Jazzige Akzente sind aufgrund der Instrumentierung, aber auch harmonisch ebenfalls zu finden. In „Das einsame Grab des Detlef Sammer“ klingt stellenweise „What a wonderful world“ an, was ein wenig irritiert, aber auch sehr schön ist. Die Songs geraten zuweilen ein wenig in Fahrt, aber ohne dass man als Hörer außer Atem geraten würde oder dieses bei den Musikern vermuten würde.

Musik in diesem Stil lässt den Hörer zur Ruhe kommen, entspannt trefflich und wirkt trotz aller schönen Harmonien nie vom Geist der Süßlichkeit angekränkelt. Für Radare (wie für Bohren) aber gilt: wer schnelle Rhythmuswechsel, handwerkliche Artistik am Instrument oder Rock mit Eiern sucht, ist hier ganz falsch. Lieber zu dieser Musik bei Kerzenschein in die Badewanne legen und relaxen...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Bohren & der Club of Gore
Veröffentlicht am: 18.1.2016
Letzte Änderung: 18.1.2016
Wertung: 11/15

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