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Karfagen

7

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Neoprog; RetroProg; Worldmusic / Ethno
Label: Caerllysi Music
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Antony Kalugin keys, vocals, percussion, programming
Max Velychko guitar
Olha Rostovska vocals
Kostya Shepelenko drums
Oleg Prokhorov bass

Gastmusiker

Will Mackie narration
Ivan Rubanchyuk drums (2)
Serg Kovalov bayan, accordion (1,5)
Helen Bour oboe
Lesya Kofanova flute, recorder

Tracklist

Disc 1
1. Seven Gates 28:27
2. Now and Ever 6:36
3. Hopeless Dreamer 7:36
4. Alight Again 9:25
5. Seven Gates (edit)   (bonus track) 15:25
Gesamtlaufzeit67:29


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Ganz trocken „7“ heißt das siebte Album von Antony Kalugins Formation Karfagen. Aber es ist nicht nur das siebte Album der Formation, sondern auch ein Konzeptalbum um die Zahl 7. Kalugin schreibt dazu eine Einleitung, die sein Interesse an der mystischen Zahl 7 erklärt und ein paar Gedanken, die zur Entstehung vor allem des eröffnenden Longtracks „Seven Gates“ geführt haben, erläutert. Zum ersten Mal in seiner Karriere hat Kalugin nach eigenen Worten auf ein Album hinkomponiert und nicht bereits seit längerem vorhandenes Material zurückgegriffen. Und Material hätte er genug gehabt, so kann er bereits das achte Karfagen-Album mit dem Titel „Omnitenna“ ankündigen.

„7“ beginnt mit einem über 28minütigen Stück, wie es typischer für Kalugin nicht sein könnte. Sanfte Tastenteppiche, sirrende und flirrende Synthies, elegische Gitarrenarbeit, sanft pulsierende Rhythmik, epische Melodie-Bögen… so entfaltet sich ein farbiger, zwischen großem Bombast und filigranen Momenten geschickt wechselnder, sinfonischer Longtrack, der wirklich ausgearbeitet und nicht nur wie eine Ansammlung von Versatzstücken wirkt. Melodischer Prog, wie er sein sollte. Karfagen klingen hier mehr nach Sunchild, als Sunchild selbst zuletzt auf ihrem aktuellen Album. Wem also Sunchilds „Synaesthesia“ zu poppig-mainstreamig geraten ist, der kann sich nun mit Karfagens „7“ schadlos halten.

Die drei folgenden etwas kürzeren Stücke folgen der Linie des Openers, setzen allenfalls mal ein paar etwas rockigere Akzente. Aber insgesamt ist „7“ ein sehr sanftes, wohlklangiges Album geworden, welches gegen Ende so gerade noch den Absturz ins allzu gefällige vermeidet. Wie immer bei Karfagen werden ein paar Folk- und Ethno-Elemente in den Neo-Retro-Prog-Mix eingeflochten, was dem Ganzen sehr gut tut.

Warum es dann noch die ‚editierte‘, sprich fast um die Hälfte gekürzte Version von „Seven Gates“ als ‚bonus track‘ ganz am Schluss geben muss, entzieht sich meiner Kenntnis. Stört aber auch nicht weiter, auch in der gekürzten Version macht das Stück eine gute Figur.

Auch wenn die Vorgänger-Alben durchaus etwas wagemutiger und überschäumender daherkamen, Karfagens „7“ ist ein schönes Album sanften, verspielten, farbigen Progressive Rocks geworden, welches sich immerhin nirgends besonders stark anlehnt. So wird eben ganz die musikalische Vision des Antony Kalugin befördert.

Anspieltipp(s): ...reinhören über Antony Kalugins Bandcamp-Seite möglich...
Vergleichbar mit: Sunchild, Flower Kings, Kaipa, Camel
Veröffentlicht am: 5.10.2015
Letzte Änderung: 5.10.2015
Wertung: 10/15

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Von: Harald Schmidt @ (Rezension 2 von 2)


Ein Album mit einem Longtrack und noch dazu gleich einem 28-Minüter zu beginnen, ist schon ein mutiges Unterfangen. Da muss der Anzug richtig sitzen und ich will da noch gar nicht mal Alben wie V von Spock’s Beard oder gar Yes‘ Close To The Edge als Maßstab nehmen. Bei Karfagen sitzt dieser Anzug gar nicht so schlecht. Es fehlt lediglich der modische Schnitt oder der gewisse zeitlose Charakter, wenn man auf ein so antiquiertes Modell setzt. Ja, so könnte man es sagen: An der einen oder anderen Stellen sitzt es etwas weit – die Schulter zu breit, die Bein zu pludrig.

Karfagen setzen – in der von ihnen bekannten Manier und ohne einen Hauch von Innovation oder Experimentierfreudigkeit – auf ihren keyboardgeschwängerten, symphonischen Prog, der irgendwo zwischen Neo und Retro zu verorten ist. Nicht sonderlich temporeich, nie kompliziert, aber dafür vielschichtig werden nahezu alle Tracks vorgetragen. Zu diesem Behufe bedient man sich überdeutlich gewisser Zutaten, mit denen die Heroen vergangener Tage uns einst beglückten. Insbesondere Pink Floyd mit ihrer balladesk-federnden Getragenheit der Division Bell-Phase tauchen immer wieder auf, Now And Ever ist der beste Beleg hierfür.

Das Album folgt einem recht durchschaubaren Strickmuster und so wechseln sich einerseits melodisch starke und andererseits recht lasche und weichgespülte Momente lustig ab. Hopeless Dreamer ist recht gelungen, startet zwar sehr verhalten, entwickelt aber zunehmend einen schönen Groove. Das ist dann recht launiger Sympho-Prog der leichten Art. Alight Again hingegen ist eher das Negativbeispiel – lau und wenig substantiell, man vergisst fast, dass Musik läuft und beginnt, sich nebenher die Zeit zu vertreiben.

Zahlreiche Passagen wirken etwas gestreckt und man könnte die Stücke gezielter ausrichten durch Kürzung solcher Abschnitte – offenbar hat die Band das auch irgendwie erkannt und liefert als Bonustrack ein auf 15 Minuten gekürztes „Edit“ des eröffnenden 28-Minüters. So werden neben den schönen Momenten eben auch die Schwachstellen recht schnell offenbar: Die permanent sanften Klänge wirken auf Dauer etwas eintönig und würden in Verbindung mit komplexeren Passagen durchaus stärkere Wirkung entfalten können. Aber Karfagen wollen dies anscheinend gar nicht: Es geht um die Entfaltung hymnisch-symphonischer und fließend-atmosphärischer Momente in Kombination mit Reminiszenzen an die Vergangenheit. Das Album ist also nichts für Abenteurer und Forscher, bedient aber eine klare Zielgruppe innerhalb der Szene und das insgesamt doch einigermaßen ordentlich.

Anspieltipp(s): Hopeless Dreamer
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.10.2015
Letzte Änderung: 27.10.2015
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Karfagen

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 Continium 8.00 1
2007 The Space Between Us 6.00 2
2010 Solitary Sandpiper Journey 9.00 1
2011 Lost Symphony 10.00 1
2013 Aleatorica 11.00 1
2014 Magician's Theater 11.00 1
2016 Spektra 8.00 2

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