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Odetosun

The Dark Dunes of Titan

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015 (VÖ: 23. Oktober 2015)
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Independent / Alternative; Progmetal
Label: Selbstverlag
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Luke Stuchly vocals
Gunther Rehmer drums, percussion
Benny Stuchly electric/acoustic guitars, bass guitar, keyboard, synthesizer

Gastmusiker

Axel Feld solo guitar (4)

Tracklist

Disc 1
1. At the Shore of the Ammonia Sea 10:02
2. Machine Horizon 13:32
3. Remember Sequoia Forest 3:56
4. The Dark Dunes of Titan 15:45
Gesamtlaufzeit43:15


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 3)


Odetosun haben ihren Sound mit dem Konzeptalbum „The Dark Dunes of Titan“ moderat fortentwickelt. Er bleibt eine Mischung aus Progressive Death Metal a la Opeth plus härteren Pink Floyd, also mehr „One of these days I'm gonna cut you into little pieces“ als „Comfortably Numb“. Wenn's folkiger wäre, würde man stellenweise vielleicht auch an Tenhi denken. Der Vergleich mit Isis – wie er schon als Teilaspekt beim Debut gezogen wurde – ist auch nicht von der Hand zu weisen, wobei ich eher die Red Sparrowes zum Vergleich heranziehen würde.

Das Albumkonzept beruht auf einem Roman von Ben Bova „As on a Darkling Plain“ (dt. „Die dunklen Wüsten des Titan“) aus dem Jahr 1972. Darin geht es um Relikte einer außerirdischen Zivilisation auf dem Titan, die von einer Expedition entdeckt werden. Diese Entdeckung stellt die Menschheit vor ungeahnte Herausforderungen.

Das Album ist strukturell sehr hübsch gemacht: „At the Shore of the Ammonia Sea“ ist mehr die harte Floyd-Richtung, während „Machine Horizon“ eher den Progressive Death Metal a la Opeth einführt. Danach gibt es mit „Remember Sequoia Forest“ ein ruhiges, instrumentales Intermezzo. Der Titelsong liefert hernach stilistisch eine gelungene Synthese der ersten beiden Stücke. Die Synthies werden eher bedächtig eingesetzt; es dominieren die Gitarren. Der Sound kommt gemäß der Science-Fiction-Vorlage etwas technisch, aber nicht unterkühlt rüber.

Obwohl als Eigenproduktion selbst verlegt, wirkt die Gestaltung der CD-Hülle im Papp-Schuber und auch das dazugehörige Booklet - mit düsteren, abstrakten Gemälden veredelt - sehr professionell gemacht.

Fazit: Im Vergleich zum Debut erscheint „The Dark Dunes of Titan“ klanglich geschlossener und zugleich noch proggiger. Odetosun bleiben auf ihrer Spur, entwickeln sich aber intelligent weiter.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Pink Floyd, Opeth, Red Sparrowes
Veröffentlicht am: 15.10.2015
Letzte Änderung: 15.10.2015
Wertung: 11/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 3)


ODETOSUN sind eine junge Augsburger Band, die mit diesem Album ihr zweites Werk vorlegen. Der Erstling war stilistisch noch ein wenig zerfahren, doch was soll ich sagen? Mit dem neuen Album macht die Band sehr vieles richtig. Inspiration und Namensgebung für das Album hat man übrigens in dem Roman „As on a Darkling Plain“ von Ben Bova (1972) gefunden, der mit deutschem Titel "Die dunklen Wüsten des Titan" heißt – The Dark Dunes Of Titan. Na, dann mal hinein in die Dünen....

Brachiale, rohe Power kommt aus den Boxen. Hier ist nichts geschliffen, hier wird gehobelt. Im wahrsten Sinne des Wortes sollten jene (nicht bös gemeint) „Weicheier“ hier aufhören zu lesen. ODETOSUN fressen dich sonst auf. Uaaarrgh. Genau so tönt es nämlich gesangstechnisch aus den Boxen. Post-Death-Prog-Metal oder so was, wie auch immer, machen ODETOSUN. Beim ersten Album habe ich diesen Gesang noch ein Stück weit verteufelt, heute hat mich der Teufel gepackt. Mehr noch, ich weiß gar nicht, wie etwas anderes zu den Stücken passen sollte.

Die Band ist eindeutig gereift. Die Kompositionen wirken schlüssig, das Album als Ganzes auch – meiner Meinung nach geht das Konzept dahingehend voll auf. Den thematischen Kontext kenne ich nicht, weil mir der Roman nicht bekannt ist, aber musikalisch finde ich das große Klasse. Ruhige, schwebende Harmonien gibt es, die die Weite des Raumes ausnutzen und dich in entfernte Bereiche tragen. Dagegen erden die harten Gitarren, der brachiale Gesang und die treibende Rhythmik. Ohne Kompromisse voran, so geht das. Und noch einmal, ich finde die beeindruckendste Entwicklung der Band dahin gehend, dass mir die Stimme nicht mal mehr ansatzweise fremd erscheint. Das passt. Schlüssig eben. Ich kann mir vorstellen, dass die Band vor allem live die absolute Wucht entfacht, sofern sie denn überhaupt live auftreten (?). Das hier auf dem Album schon Dargebotene macht mich jedenfalls neugierig. Und Augsburg liegt ja nicht aus der Welt, mal gucken, ob da mal was geht.

ODETOSUN sind mehr Metal als Prog. Darauf solltet ihr euch einstellen. Die Gitarren kreischen und sägen, was das Zeug hält, die Drums rattern vielfach geradlinig und metallen stilecht. Und der Gesang fräst dir in den Gehörgang. Dabei beginnt das Album mit einem Instrumental und – da bin ich mir sicher – macht damit den Einstieg ins Album hervorragend möglich. Himmel, welche Melodien sich darin verstecken, welche Harmonien kreischend oder getragen aus derartiger Wucht entstehen. Wahrscheinlich ist es das progressivste Stück im Albumkontext. Es sind natürlich noch mehr progressive Momente im Album zu finden, sonst wäre eine Rezension auf diesen Seiten ja total verfehlt. Die vier Stücke sind außer der „Ballade“ Remember Sequoiah Forest überlang und sprengen die 10 Minuten Marke, zwei davon sogar deutlich. Wenn das nur Vollgasmetal wäre, würde das auf Dauer eintönig werden. Ist es aber nicht, und das spricht für den enormen Tiefgang dieser CD. Kurzweil ist angesagt, obwohl die Gitarren vorwärts riffen und die Bassdrum zeitweise einem Niethammer gleich rattert. Und dennoch: Es wird immer wieder Tempo raus genommen und im Hintergrund entstehen solche von Gitarre oder Synthesizerklängen erzeugten schwebenden und schillernden Atmosphären, die losgelöst vom Rest sicherlich floydig klingen, hier aber eben Spannung im metallischen Korpus erwecken und ihm Leben einhauchen. Zeitweise erinnert mich das an die Power, die die metallischen Voivod haben, die sind auch so spaceig. Aber obwohl sie Pink Floyd huldigen (in einigen Coverversionen), fließt bei denen dieser Pink-Floyd-Kosmos gar nicht so in den Gesamtsound ein, hier eben schon. Faszinierend.

ODETOSUN sind meiner Ansicht nach wie der Laubsauger im Ohr. Hier wird alles mal ordentlich durchgepustet (eigentlich muss es ja Laubpuster heißen, oder?). Wer also mal wieder von der Herbstdepression heimgesucht wird, dem sei dieses Album dringend empfohlen. Aber auch zu anderen Jahreszeiten können ODETOSUN helfen: Z.B. auch als Wecker, um nicht in den Winterschlaf zu verfallen. Oder beim Frühjahrsputz, als Antreiber. Nur beim Sommerloch bin ich mir nicht so sicher, ob das Headbangen dann nicht doch zu schweißtreibend sein wird ;-). Klare Empfehlung meinerseits!

Anspieltipp(s): Durchhören
Vergleichbar mit: Voivod meets Pink Floyd
Veröffentlicht am: 23.10.2015
Letzte Änderung: 23.10.2015
Wertung: 13/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 3 von 3)


So, ab nach Titan, wo Odetosun offenbar auf uns warten. Und was fällt von Anfang an an "The Dark Dunes Of Titan" auf? Der Sound ist wesentlich klarer! Kein Nebel oder Schneegestöber mehr, sondern brillante Spitzen und viel mehr Glanz. Insbesondere der Bass sticht jetzt richtig schön aus dem Mix hervor, und das Schlagzeug ist ebenfalls wesentlich akzentuierter. Es ist in Sachen Produktion ungefähr der Schritt, den Robert Rodriguez damals von "El Mariachi" zu "Desperado" gemacht haben muss.

Von diesem Hintergrund profitieren die Songs natürlich bereits, und man kann darüber diskutieren, ob die im Folgenden aufzuzeigenden Qualitäten bereits auf "Gods Forgotten Orbit" vorhanden, aber angesichts einer dumpfen Produktion nicht erkennbar waren, oder ob die Süddeutschen hier tatsächlich einen kompositorischen Fortschritt erzielt haben. An Stücken wie "At The Shore Of The Ammonia Sea" und dem Titeltrack fällt jedenfalls auf, dass trotz ähnlich dümpelnden Tempos alles wesentlich schnittiger klingt, die Gitarren gelegentlich echte Post-Gilmour-Melodien spielt und im Hintergrund sogar Orgel und Synthesizer zum Einsatz kommen. Damit klingt erstgenanntes Stück ein bisschen wie die langsame Metal-Version von Eloys "Poseidon's Creation" und letzteres bringt zum Abschluss gar ein ordentliches Pfund Sludge mit, was in der Grundsubstanz ein wenig an die formidablen Matterhorn erinnert, sich von diesen jedoch bald angesichts dramatisch angelegter Keyboards à la Ga'an abhebt.

Ansonsten zu notieren ist, dass neuerdings auch die Parts untereinander stimmig gegliedert sind. Mokieren könnte man sich zwar nachwievor über das auf Dauer etwas drömelige Tempo und das Fehlen von Ausbrüchen, aber dafür gibt es ja einerseits einige Passagen, in denen die Rhythmik stärker im Mittelpunkt steht, und andererseits reißt einen "Machine Horizon" dagegen auch schon aus dem Sessel, ohne gleich die Handbremse zu lösen. In letzterer Nummer setzt man übrigens auch den Gesang prominenter in Szene, die ruhigen Zwischenparts sind hier zielführender, und trotz immer wieder verschleppten Tempos kann der Spannungsbogen auch so schon ganz achtbar gehalten werden. Zwischen diesen gelungenen Stücken fällt nur "Remember Sequoia Forest" als eher nichtssagendes Instrumental im Stil des letzten Baroness-Doppelalbums unten durch - da war frappierenderweise "Journey To Gliese" vom Debütalbum ein wenig besser.

Also? Fraglos haben sich Odetosun in den zwei Jahren von 2013 bis 2015 gesteigert und bewegen sich nun auf einem Niveau (man möge auch ruhig "Orbit" dazu sagen...), das jeden nicht völlig verstockten Progmetal-Fan erfreuen sollte. Hier gibt es nämlich einen einigermaßen ungewohnten, aber stimmungsvollen Sound, der diesmal auch entlang stringenter Songs ausgebreitet wird und umgekehrt durch die neu hinzugekommenen Gitarrensoli und Keyboardeinsätze zusätzliche Dimensionen gewinnt. Einzig die immer noch vorhandene Tendenz zum Beibehalten des gleichen Tempos kann über die 10-15 Minuten Spielzeit der Songs auf "The Dark Dunes Of Titan" ein bisschen befremdlich wirken, aber wenn das erst nach 3/4 der Spielzeit in Ansätzen auffällt, dann ist das eben schon verblüffend. Nun, um mal mein Urteil zu "Gods Forgotten Orbit" aufzugreifen: Odetosun verbreiten nunmehr Kurzweil. Und wahrscheinlich ist es hier ungleich spannender als auf Titan.

Anspieltipp(s): Für Ungeduldige: Machine Horizon
Vergleichbar mit: Eloy ;)
Veröffentlicht am: 17.11.2015
Letzte Änderung: 17.11.2015
Wertung: 11/15
Ein Pünktchen Abzug für die etwas länglichen Songs - aber einen Zacken brechen sich Odetosun damit nicht aus der Krone.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Odetosun

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2013 Gods forgotten Orbit 9.50 4

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