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Hedersleben

The Fall of Chronopolis

(Tipp des Monats 2/2016)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Krautrock; Psychedelic; RetroProg; Spacerock
Label: 1305 Unterharz
Durchschnittswertung: 11/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Kephera Moon Keyboards, Vocals
Jason Willer Drums, Percussion
Ariana Jade Vocals, Violin
Ursula Stuart Bass, Vocals
Nicky Garratt Guitars

Tracklist

Disc 1
1. An empire 8:19
2. Gulf of lost souls 4:41
3. Hulmu 1:49
4. The third time fleet 6:52
5. Umbul 2:01
6. Imperator 3:44
7. Somewhen Veaa (dreamstate) 4:06
8. Ghost armada 3:48
9. The archivist 1:06
10. The fall of Chronopolis 3:24
11. These Pi-Mesons 1:33
Gesamtlaufzeit41:23


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 3)


Science-Fiction und Prog, das passt, insbesondere, wenn es um Spacerock geht. Dementsprechend haben Hedersleben aus Kalifornien eine Geschichte des britischen, 2008 verstorbenen SF-Autors Barrington J. Bayley (dem das Album auch gewidmet ist) als inspirierende Vorlage für ihr drittes Album gewählt. Im bisher offenbar nicht auf Deutsch erschienenen "The Fall of Chronopolis" aus dem Jahre 1974 geht es um ein galaktisches Imperium (das Chronotic Empire - mit Chronopolis als Hauptstadt), welches mit seiner Flotte aus riesigen zeitreisenden Raumschiffen sein Bestehen gegen allerlei aggressive Mächte zu verteidigen versucht, u.a. dadurch, dass man nachträglich in die Vergangenheit eingreift bzw. Feinde in der Zukunft bekämpft. Das geht dann aber vermutlich irgendwann schief - das Buch habe ich nicht gelesen -, sonst hätte das Ganze sicher nicht diesen Titel.

Die Besetzung der Band um Nicky Garratt hat sich im Vergleich zum Vorgängeralbum "Die neuen Welten" verändert, Bass und Gesang wurden neu rekrutiert, doch das Trio aus Garrett, Kephra Moon und Jason Willer ist weiterhin der konstante Kern des Projekts. Auch in musikalischer Hinsicht hat man sich neu ausgerichtet, sind nun nicht mehr Krautrockbezüge und Psychedelisches, kosmisches Mäandern und luftig-sphärisches Jammen klangbestimmend, sondern auch hartes Spacegerocke bzw. schwebender Retrogeprog. Zudem sind die Stücke kompakter gehalten, komplexer instrumentiert und wirken vertrackter und auskomponierter.

Tasten und Gitarren bestimmen nach wie vor das Klangbild, flächig schwebende Synthesizersounds und spaciges E-Gitarrenjaulen oft, nicht selten aber auch symphonisch-klangvolle Retrokeyboards (kräftige Orgelsounds, aber bisweilen auch ein Mellotron), akustisch-folkiges Gitarrengezwirbel und auch erdige, härter rockende Gitarrenläufe. Dazu kommen - neben der druckvollen Rhythmusabteilung - diverse Einlagen an der Violine (à la Simon House) und seltener ein fast jazziges Piano. Im Vergleich zu den ersten beiden Alben der Band wird nun - zusätzlich zu allerlei hallendem Hauchen und Seufzen - auch recht viel von Neuzugang Ariana Jade gesungen, sanft und zurückhaltend meist, gelegentlich aber auch expressiver.

Ein Gemenge aus kernigerem Spacerock, luftigem Retroprog und einigen kosmisch-krautigen, retropsychedelischen Ingredienzien (mit denen aber deutlich sparsamer umgegangen wurde als auf den ersten beiden Alben) von recht eigenem Charakter ist also auf "The Fall of Chronopolis" zu finden, das sehr dicht, farbig, druckvoll und kurzweilig aus den Boxen gleitet und sprudelt. Wer spacigen SF-Prog schätzt, der sollte die Scheibe antesten!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.12.2015
Letzte Änderung: 1.5.2016
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


Das ist mal wieder eine echte Entdeckung! Die US-Band, die sich nach einem Dorf in Sachsen-Anhalt benannt hat, widmet sich auf ihrem dritten Album einem geradezu klassischen Sujet des Progressive Rock, nämlich der Vertonung eines Science-Fiction-Romans. In wie weit die Geschichte nun umgesetzt wurde, sei dahingestellt, die Musik spricht für sich selbst: eine kernige, druckvolle Mixtur aus klassischem Spacerock und retroprogressiven Einflüssen. Ja, hier wird tief in die Geschichte des Progressive Rock zurückgegriffen, aber das Ganze wird so frisch und knackig zubereitet, das man den stilistischen Zutaten ihr Alter gar nicht mehr anmerkt.

Kernige Riffs der Gitarre und röhrende Orgel bringen ordentlich Schmackes in die Musik, dazwischen finden sich aber auch psychedelisch wabernde Passagen oder filigranes Akustik-Gezupfe. Das Ganze wird noch garniert mit einigen druckvoll sägenden Einsätzen von Neuzugang Ariana Jade an der Violine, die auch den - ätherisch wirkenden und dennoch kräftigen - Gesang beiträgt. Kurzum, The Fall of Chronopolis zeigt, dass man auch aus altbekannten Zutaten ein frisches, schmackhaftes musikalisches Mahl bereiten kann. Einzig der Umstand, dass fast alle Stücke eher unmotiviert ausgeblendet werden, stört mich hier etwas, das klingt immer so nach „uns ist kein vernünftiger Schluss eingefallen“. Ist aber verschmerzbar.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.1.2016
Letzte Änderung: 25.1.2016
Wertung: 11/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 3 von 3)


„The Fall of Chronopolis“ präsentiert eine von vielen Einflüssen profitierende, bunt gestaltete Klangwelt. Ich finde es persönlich sehr unterhaltsam, wenn Rockiges, Retroproggiges, Psychedelisches und Spaciges aufeinandertrifft, wie es beispielsweise in „Third time fleet“ der Fall ist. Wirklich erstklassig konzipiert und umgesetzt!

Die lyrischen akustischen Gitarren (wie in „Umbul“) zu Streichern und feenhaftem Gesang sind nicht unbedingt etwas, was ich in meinem Stereotypen-Denken mit einer US-Gruppe assoziieren würde. Umso netter dann die Überraschung.

Wie im Falle von „Umbul“, oder „Imperator“ wünschte ich mir allerdings öfters, dass die Komponisten von Hedersleben die Grenze von 2-3 Minuten Dauer überschreiten würden. Möglicherweise sind einige auf die gebotene Art und Weise beinahe skizzenhaft wirkenden Einfälle dem Konzept des Albums geschuldet.

Unter dem Strich bekommt der Retroprog-Skeptiker mit „The Fall of Chronopolis“ einen Gegenbeweis zur These, an die 70er Jahre angelehnte „progressiv“ ausgerichtete Musik sei in der Regel langweilig.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.2.2016
Letzte Änderung: 24.2.2016
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Hedersleben

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2013 Upgoer 10.00 1
2014 Die neuen Welten 11.50 2

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