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Alien Gun

Tales from unbroken souls

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Neoprog; Psychedelic; Spacerock
Label: Musea Parallele
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Riobo Andres guitars, synth, vocals
Abrigo Felipe keyboards, keys, guitars, vocals
Pena Jorge bass
Alvarez Samuel drums

Gastmusiker

Yaksic Constance backing vocals

Tracklist

Disc 1
1. Pull myself down 3.56
2. Stardust 7.58
3. Blew it all to hell 5.46
4. Tumour 0.35
5. Nice to see you 4.25
6. Softly turn away Prologue 0.55
7. Softly turn away 6.43
8. Throes 1.27
9. Wasted chances 5.51
10. Pray for death 7.08
Gesamtlaufzeit44:44


Rezensionen


Von: Marc Colling @


Die Entstehung des zweiten Albums von „Alien Gun“ dauerte angeblich 8 Monate. Wenn das wirklich stimmt, dann war diese Zeit auf jeden Fall gut investiert. Leider kann ich mir aber kein Urteil erlauben in Bezug auf Entwicklung der Band oder dergleichen, da ich das Debutalbum nicht kenne.

Aus Chile kommen sie und sie haben einen im Prinzip sehr„floydigen“ Sound, wobei ich diesen Begriff eigentlich nicht mag. Bei „Alien Gun“ trifft er auch nur bedingt zu, denn sie spielen schon einen recht eigenen und auch eigenwilligen Stil. Die Musik kann ruhig und sehr atmosphärisch daher kommen, doch schnell wechseln sich diese ruhigen Passagen mal mit aufbrausenden und verstörenden Gitarrenwänden ab. Um genau so schnell wieder zu zerfallen. Das hat einen ganz speziellen Reiz und lässt den Hörer aufmerksam bleiben. Auf jeden Fall geht die Band keine kommerziellen Kompromisse ein und ihre Musik fällt komplett aus der heutigen Zeit. Die Arrangements sind zerbrechlich und sehr fein gestrickt und die Band benutzt auch öfters Soundscapes die draußen aufgenommen wurden. Das passt hervorragend und ist einmal besonders gut gelungen, wenn die Anspielung mit dem Streichholz auf die alten „Pink Floyd“ von deren „Alan's psychedelic breakfast“ kommt.

Der erste Song PULL MYSELF DOWN sowie der letzte Song PRAY FOR DEATH sind beide regelrechte psychedelische Hardrocker, die im ersten Moment verschrecken. Die Gitarre spielt im Opener ein Höllenriff an um dann im Mittelteil in einen straffen, fast schon militärischen Rhythmus abzudriften. Und der Schlusssong erzeugt ein schweres, schleppendes Riff mit viel Orgelsound. Nach mehreren Durchgängen strahlen diese eine ungeheure Kraft aus und der Hörer erahnt, dass das Leben (denn in den Texten werden immer wieder Lebensabschnitte beschrieben mit all ihren Gefühlen) nun mal grausam sein kann, und dann auch wieder wunderschön. So spielen „Alien Gun“ mit den Gefühlen der Fans, denn auch ihre Musik strahlt Ruhe, Kraft, Nervosität, Leid, Kummer und Freude aus. Und das komplett durcheinander.

STARDUST als zweiter Song wirkt anfangs beruhigend und klingt sehr stark nach PF in deren „Animals“-Phase. Doch das stark nach vorn spielende Mellotron verdrängt dann wieder den Vergleich. Sicher scheint PF immer mal wieder durch, auch durch den etwas „müden“ Gesang von Andres Riobo, Dieser erinnert hier schon etwas an Roger Waters. Der Gesang wird übrigens auch auf 2 Schultern verteilt mit dem Keyboarder Felipe Abrigo. Im Mittelteil geht der Song in eine wahre Jamsession über, um aber nach 2 Minuten wieder mühelos in die ruhige Basismelodie zu finden. Es folgt dann mit BLEW IT ALL TO HELL ein kurzes Vogelgeschrei am Anfang, das aber schnell in eine psychedelische Ballade überleitet. Diese hätte recht gut auf das Album „More“ von PF gepasst, da der Song von der Struktur ähnlich aufgebaut ist wie der „Crying Song“.

Mit NICE TO SEE YOU kratzen die Chilenen am Spacerock. Das Stück ist wiederum in den 60'ern verwurzelt, wozu der Gitarrensound und etliche im Hintergrund flirrende Orgeleinlagen beitragen. Düster und beklemmend startet dann SOFTLY TURN AWAY. Der Song erinnert mich ein wenig an „Barclay James Harvest“ in deren besseren Zeiten mit seinem zu Beginn minimalistischen Aufbau, der fast nur im Hintergrund agierenden Stimme und den tiefen elektronischen Sounds. Sogar das Gitarrensolo in der Mitte kann diesen Eindruck nur schwer verwischen. Im Gegenteil: je länger das Solo dauert (und es dauert wirklich lange) desto mehr denke ich an BJH. Der Schluss ist überraschend und leitet ein in den besten Song des Albums: WASTED CHANCES.

Natürlich ist dieses Lied das bei weitem am meisten zugängliche. Doch es versprüht eine leichte und beruhigende Atmosphäre die einfach nur richtig gut tut im Ohr. Kritiker werden zwar die Nähe zu PF bemängeln, aber wenn diese Nähe so schön und gut umgesetzt wird wie hier, dann genieße ich es.

Das Jahr ist zwar noch neu, aber diese Entdeckung macht Lust auf noch viel mehr. „Alien Gun“ haben es geschafft mich sehr zu überraschen.

Anspieltipp(s): Wasted chances
Vergleichbar mit: psychedelischer Rock der 60'er und 70'er Jahre
Veröffentlicht am: 17.1.2016
Letzte Änderung: 17.1.2016
Wertung: 12/15
Schöner und anspruchsvoller Prog aus Südamerika

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