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Order of the Living

Heartwards

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Postrock; RIO / Avant; sonstiges
Label: Luova Records
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Jari-Matti Nurminen Guitars, Vocals, Synthesizers, Keyboards
Janne Kaipainen Synthesizers, Electronics
Mikko Määttä Synthesizers, Keyboards
Jaakko Peltonen Double Bass, E-Bass, Vocals

Gastmusiker

Joonas Lantto Piano
Heikki Sillanpää Trombone, Baritone Horn
Aku Rouhiainen Trumpet
Aleksi Keurulainen, Janne Maunu, Jarkko Laitinen, Joonas Rantala, Matti Kortet, Mika Lahtinen, Timo Laakso, Ville Heilala Choir

Tracklist

Disc 1
1. Language hive 8:08
2. Heartwards 12:02
3. Transformation 3:45
4. Plateau 3:13
5. Waltz mirror 3:54
6. Walts for staying alive 6:06
7. Above the horizon 4:22
Gesamtlaufzeit41:30


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Order of the Living kommen aus Jyväskylä, einer 270 km nördlich von Helsinki gelegenen Stadt (mit über 135000 Einwohnern die siebtgrößte Finnlands), und fanden im Oktober 2013 zusammen. Allzu viel mehr ist über die Formation nicht herauszufinden, nur noch, dass der Gitarrist und Tastendrücker Jari-Matti Nurminen offenbar der kreative Kopf der Band ist. Ende 2015 legte die Gruppe jedenfalls mit "Heartwards" ihr Debütalbum bei Luova Records vor (siehe den Labellink oben). Im Februar 2016 soll auch eine LP-Version folgen.

Wenn man aus einer Stadt namens Jyväskylä kommt, dann kann man ja nur progressive und etwas seltsame Musik machen, oder? Und in der Tat gibt es Solcherlei auch auf "Heartwards" zu hören. Als "progressive rock", "chamber music" und "electronic" charakterisiert die Band ihre Musik und solch eine Mischung kommt hier auch aus den Boxen. Ein komplizierter, reich instrumentierter Kammerprog ist auf "Heartwards" oft zu hören, angereichert mit allerlei Elektroniksounds und Keyboardtönen, ergänzt um eine gute Prise Postrock und ein paar folkig-skandinavische Einsprengsel. Vor allem im einleitenden "Language hive" macht sich zudem ein angeschrägter RIO-Avant-Einschlag bemerkbar, der auch auf dem Rest des Albums vorhanden ist, etwas gedämpfter allerdings, eher unterschwellig, bleibt man da doch alles in allem eher auf der melodisch-klangvollen Seite des Klangspektrums.

Es wird stellenweise viel gesungen auf "Heartwards", auf Englisch und oft im Chor, trotzdem seltsam zurückhaltend, doch immer eindringlich und stimmsicher, so als würde sich hier der Kammerchor der Oper von Jyväskylä ein Stelldichein geben. Ansonsten gleitet die Musik symphonisch und voluminös dahin, getragen von allerlei Tastenwerk, hallenden Pianoeinlagen, elektronischem Gewusel, diversem Gitarrengejaule bzw. Akustikgeschrammel, sonor schnurrenden Basslinien und dem Gastgebläse. Bisweilen wird auch einmal, begleitet von dezentem Elektroniksummen, entspannt akustisch Geklampft ("Transformation") oder zu allerlei elektronischem Plätschern, Akustikgitarrengeplinge und Blech einprägsam Gesungen ("Waltz mirror").

Order of the Living haben hier eine sehr eigene Mischung am Start. Die Finnen ergehen sich auf "Heartwards" in einem modernen Prog, der weder retro noch allzu schräg und abgefahren ist, der aber sehr einfallsreiche und auf vertrackte Art und Weise ausladende Gesangseinlagen, sperrige Elektronik, Kammerrockiges und skandinavisch-elegisches Postgerocke miteinander vermengt und einen Schuss Artpop hinzufügt.

Vergleichen könnte man das Album vielleicht vorsichtig mit "Anthropogonia" von Plain Fade, doch ist die Musik von Order of the Living dichter und symphonischer ausgefallen, elektronischer und kammerrockiger und der Gesangsanteil ist doch deutlich kleiner. Wie auch immer: Ein ausgesprochen originelles und beeindruckendes Debüt!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.1.2016
Letzte Änderung: 24.1.2016
Wertung: 12/15

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