Tales From The Bookcase
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
White Knight |
| Durchschnittswertung: |
12/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Andy Wilson |
Guitar |
| Paul Comerie |
Drums |
| Mick Wilson |
Bass |
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| Gary Marsh |
Keyboards |
| Peter Jones |
Vocals |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
In The Beginning
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3:00
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| 2. |
Queen Of The Night Part 1
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6:54
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| 3. |
Calling Her On
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11:01
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| 4. |
City And The Stars
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8:34
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| 5. |
Lights Of Home
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12:24
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| 6. |
Sunset For A New World
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7:59
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| 7. |
Almost Over
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11:04
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| 8. |
Queen Of The Night Part 2
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12:17
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| Gesamtlaufzeit | 73:13 |
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Rezensionen

Red Bazar, die seit ihrer Gründung 2007 als Instrumentalband agierten, verzeichnen mit Peter Jones von Tiger Moth Tales einen wichtigen personellen Zugang am Mikro und können als Quintett im Symphonic Prog 2016 ein Ausrufezeichen setzen. Schon im atmosphärischen Intro mit seinen langgezogenen Gitarrenleads und schönen Keyboards werden Erinnerungen an IQ, Pink Floyd oder Marillion wach.
Dieser Sound lässt erstmal alle Möglichkeiten offen, wie es danach weitergehen kann. Red Bazar nutzen dieses Intro als Absprung in ihre durchaus rockige Version des klassisch-britisch inspirierten Prog: Kräftige E-Gitarren und die groovig-tighte Rhythmussektion reißen den Hörer von Beginn an mit. In den Zwischenspielen können Band und Sänger aber auch sehr zurückgenommen agieren, nur um hernach wieder rockig auszubrechen. In dieser rauen Form erinnert das sogar öfters an die irischen Vorzeige-Progger von Dead Heroes Club.
Calling Her On ist dann der erste von einer Reihe epischer Longtracks und besticht durch ein Füllhorn an Abwechslungsreichtum und bleibt auf die komplette Länge stimmig strukturiert – da ist alles drin, was der Fan des symphonisch-melodischen Retro- oder Neo-Prog liebt. Das ist mit Power und Leidenschaft vorgetragen und orientiert sich plagiatfrei an den Vorbildern der 70er und 80er.
Spätestens hier gilt es festzuhalten, welch gute Figur Pete Jones als Sänger abgibt. Er intoniert sehr variabel, wahlweise als Rock-Sänger oder auch als expressive Charakterfigur, womit er sich – durchaus absichtlich – in die Nähe der Theatraliker Peter Nicholls oder Peter Gabriel begibt. Neben dem starken Gesang setzt bei Red Bazar vor allem die Gitarre zahlreiche Akzente und bestimmt im Vordergrund den Gesamtsound, wobei die Rhythmusfraktion dem Hörer, oft fast unmerklich, so manche vertrackte Kapriole unterschiebt. Die Keyboards sind – etwas ungewöhnlich für den symphonischen Prog – weniger auffällig und agieren vielfach verfeinernd und deswegen letztlich dennoch sehr effektiv.
Auch im Mini-Epos The Lights Of Home muss man wieder mehrfach an die Kollegen von Dead Heroes Club denken, die ja ebenfalls symphonisch und gitarrenbetont auftreten: Die vielen rauen Gitarrenriffs und etwas kehlige Gesang sind in der Form sonst nur selten anzutreffen.
Auch wenn sich das abschließende Queen Of The Night II dahinwindet wie ein langer Wurm, der sein Ende nicht findet, muss man feststellen, dass die besonderen Stärken von Red Bazar gerade bei den langen und streng strukturierten Stücken zum Tragen kommen: Die souveränen Kompositionen werden ebenso durch die druckvolle Produktion getragen wie durch die technisch versierte Musikerschaft und den ausdrucksstarken Gesang. So darf traditioneller britischer Prog klingen, wenn er in die 2010er transportiert wird – dieses Album sollten Sympho-Fans unbedingt antesten.
| Anspieltipp(s): |
Lights Of Home |
| Vergleichbar mit: |
Dead Heroes Club und anderen neueren Sympho-Proggern |
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| Veröffentlicht am: |
5.5.2016 |
| Letzte Änderung: |
5.5.2016 |
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Das erste Album der Band mit Gesang kann Anhänger von modernem und melodiösem Symphoprog voll und ganz überzeugen. Der Sänger Peter Jones singt sehr vielfältig und kann Emotionen ausdrücken. Auch ist er für die Texte verantwortlich, die allesamt lesenswert sind. Und Liebhaber von langen Songs werden ihre helle Freude haben, denn nur das Intro ist ein kurzer 3-Minüter, alle anderen Tracks sprengen das sogenannte Singleformat um Längen. Die Band lässt ihren Songs Luft zum atmen, verändert im Laufe der Spielzeit öfters die Stile und ermöglicht es so dem Hörer ständig Neues zu entdecken.
Die Nähe zu Pink Floyd ist im Intro zwar unüberhörbar, doch erweist sich im Laufe des Albums, dass Red Bazar auch viele andere Einflüsse aus diversen Bands und Zeitepochen in ihre Musik einfließen lassen. Ich könnte jetzt unzählige dieser Bands aufzählen, was aber zu nichts führen würde. Red Bazar sind eine eigenständige Band in einem bestimmten Genre. Und dieses Genre beherrschen sie.
So ist bereits QUEEN OF THE NIGHT PART 1 ein leicht vertrackter und schleppender Song der den Hörer sofort fesselt. Schwebende Keyboards, solierende Gitarre und ein solides Rhythmusfundament ziehen sich durch den Song. CALLING HER ON folgt dann mit ruhigem Beginn, geht in eine leicht riffende Gitarre über, genau wie das folgende CTY AND THE STARS. Hier wird ebenfalls noch ein tolles Gitarrensolo gespielt.
Ein erster Höhepunkt ist dann THE LIGHTS OF HOME. Hier wird dem Hörer Abwechslung geboten. Sehr ruhiger Beginn, variabel, viele Takt- und Tempowechsel, leicht raue Gitarre, mal an Marillion erinnernde Passagen, dann treibende Drum und Bass. Die Ballade SUNSET FOR A NEW WORLD ist dann etwas zu lang. Dennoch hörenswert durch einen sehr ungewöhnlichen Rhythmus und schöne Gitarrenläufe.
Mit einer tollen Rhythmusarbeit, schönen elegischen Keys, leicht schleppendem Rhythmus und einer guten Gesangsleistung ist ALMOST OVER der Kashmir Song der Band. Extraklasse! Und QUEEN OF THE NIGHT PART 2 steht dem in nichts nach. Bildet somit einen mehr als überzeugenden Abschluss eines Albums, das uneingeschränkt Freunden des (leicht) sinfonischen Progrocks empfohlen werden kann.
Der Wechsel von einer reinen Instrumentalband zu einer Band mit Frontmann ist der Formation geglückt. Ach ja, der Sound ist klar und leicht retro, was mir sehr gut gefällt.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
IZZ, IQ, Pink Floyd, Marillion, Led Zeppelin usw. Jede vergessene Band möge uns verzeihen |
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| Veröffentlicht am: |
18.7.2016 |
| Letzte Änderung: |
19.7.2016 |
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