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Thierry Zaboïtzeff

Multiple Distortions

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; RIO / Avant; sonstiges
Label: Booster / wtpl-music
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Thierry Zaboitzeff Electric Cello, Bass, Guitars, Keyboards, Percussion, Sampling, Electronics

Tracklist

Disc 1
1. Rebonds 6:01
2. Le lac des signes v.3 7:28
3. Overdrive 4 5:33
4. Maniphands 2:21
5. Sign 2 2:42
6. Vorschrift 3:46
7. Continents 4:56
8. Overdrive 8 4:41
9. Confusion 4:41
10. Lose-extended for electric bass guitar quintet 8:41
11. Pourquoi tant d'agitation? 4:36
12. Die Maschine 6:45
13. Overdrive 3 4:53
14. Overdrive 5 3:35
15. Wings 4:34
Gesamtlaufzeit75:13


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Nach einer Reihe von nur als Download oder als limitierte CDR (oder “on demand”) erhältlichen Werken, veröffentlicht Thierry Zaboitzeff, der es übrigens immer noch (Stand: Frühsommer 2016) als nötige erachtet, gleich auf der Startseite seiner Internetpräsenz auf die Tatsache hinzuweisen, dass er einstmals einer der beiden Köpf von Art Zoyd war, mit “Multiple Distortions” wieder ein Album ganz normal (vielleicht bald: “altmodisch”) auf CD. “Archives 2005-2016” lautet der Untertitel, was den Ursprung des hier Vorzufindenden auch gleich definiert. Wie bei “Iva Lirma” handelt es sich also um eine Sammlung von allerlei Nummern, die diesmal im eben genannten Zeitraum aufgenommen wurden. Die Stücke von “Iva Lirma” entstanden dagegen in den Jahren 2002 bis 2007.

Man kann sicher nicht behaupten, dass Zaboitzeff hier sonderlich andere Musik im Angebot hat als auf den Vorgängeralben. Im Grunde hat er seinen Stil spätestens mit “Heartbeat” gefunden, eine Art Vereinfachung des damals bei Art Zoyd vorzufindenden Klangs, und hat seitdem eher wenig daran geändert (mit Ausnahme des delikaten „Nebensonnen“). Die stilistische Breite hat sich allerdings über die Jahre erhöht, hielten mit der Zeit auch tanzbodenartige, weltmusikalische und leicht metallisch-rockige Sounds Einzug in Zaboitzeffs Musik.

Eine Art von elektronisch-klangvollem One-Man-Kammerprog ist daher auch auf “Multiple Distortions” meist vorzufinden, der voluminös, angeschrägt, abwechslungsreich und eher düster dahin gleitet, unterfüttert mit allerlei Tastensounds und Elektronikdröhnen, gleichzeitig aber von eher kammermusikalisch-symphonischem Charakter, ganz im Geiste der franko-belgischen Rockavantgarde aus dem Art-Zoyd-UZ-Umfeld. Ganz typisch diesem Sound verpflichtet ist z.B. “Le lac des signes v.3”, oder das wunderbare “Lose-extended for electric bass guitar quintet”.

Allerdings hat Zaboitzeff mehr zu bieten – die oben erwähnte Erweiterung der stilistischen Breite – z.B. sehr rockige, getragene bis kantig-sperrige Instrumentalnummern, die etwas an moderne Stickprog-Gefilde erinnern (ja, so in etwa an die Stücke der Stick Men), wie man es z.B. in den vier „Overdrive“-Nummern hören kann. Ansonsten gibt es recht viele wirre Gemenge aus Elektronikmustern, Midi-Instrumentalimitationen, allerlei Gesampeltem und Perkussivem (meist aus der Dose) zu hören (“Maniphands”, “Continents” oder “Confusion” seien als Bespiele genannt. Dazu kommen freiformatige Klanggefüge, die wieder eher nach moderner Kammermusik klingen (“Sign 2” z.B.).

Etwas aus der Reihe tanz das humorvolle “Vorschrift”, in dem Akustigitarrenartiges, Banjogeschrammel, Wums-Ums-Rhythmen und Bossa-Geklimper munter voran tanzen. Apropos Wums-Ums. Bisweilen arbeitet sich hier immer mal wieder eher monotones Rhythmusgewummer nach vorne (wie schon auf früheren Alben des Franzosen), allerdinge meist in einem sperrig-schrägen Klangumfeld (wie man es z.B. im abschließenden “Wings” hören kann).

Alles in allem kommt “Multiple Distortions” ziemlich homogen aus den Boxen und verströmt die typische (gewohnte), auf allen Produktionen Zaboitzeffs vorzufindende mächtig-sonor-angedüsterte, von Bassklängen und Elektronik bestimmte Atmosphäre (vom Cello ist - im Gegensatz zu früher - allerdings eher selten etwas zu hören). Wer die Musik von Art Zoyd und das bisherige Schaffen Zaboitzeffs schätzt, der macht hier nicht viel falsch, so er denn mehr dieser Klänge braucht. Wer Zaboitzeffs Musik noch nicht kennt, für den wär “Multiple Distortions” dagegen ein durchaus brauchbarer Einstieg.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.5.2016
Letzte Änderung: 4.6.2016
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Thierry Zaboïtzeff

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1984 Prométhée 9.00 1
1992 Dr. Zab & his robotic strings orchestra 10.00 1
1997 Heartbeat 10.00 1
1998 India 9.00 1
1999 Alice 8.00 1
2000 Nebensonnen 10.00 1
2000 Miniaturen 12.00 1
2001 Dr. Zab Vol. 2 9.00 1
2004 Mïssa Furïosa 11.00 1
2007 Iva Lirma 11.00 1
2008 Voyage au centre de la terre 12.00 1
2010 Sequences 10.00 1
2012 Sixteenth 11.00 1
2013 Planet Luvos 11.00 1
2014 The Cabinet of Dr.Caligari (DVD) 10.00 1
2014 Aria Primitiva 11.00 1

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