Scambot 2
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Exowax |
| Durchschnittswertung: |
12/15 (1 Rezension) |
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Besetzung
| Mike Keneally |
guitars, keys, vocal |
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Gastmusiker
| Ben Thomas |
vocals |
| Jesse Keneally |
vocals |
| Pete Griffin |
bass |
| Kris Myers |
drums |
| Bryan Beller |
bass |
| Joe Travers |
drums |
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| Doug Lunn |
bass |
| Gregg Bendian |
drums, percussion |
| Evan Francis |
saxophones, flutes |
| Marco Minnemann |
drums |
| Rick Musallam |
guitar |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
In The Trees
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10:28
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| 2. |
Roots Twist
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3:02
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| 3. |
Sam
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3:20
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| 4. |
Clipper
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4:36
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| 5. |
Forget About It
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0:46
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| 6. |
Pretzels
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4:25
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| 7. |
Buzz
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4:32
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| 8. |
Race The Stars
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3:44
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| 9. |
O
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1:26
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| 10. |
Roll
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6:23
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| 11. |
Constructed
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3:46
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| 12. |
Freezer Burn
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5:23
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| 13. |
Scores of People
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5:22
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| 14. |
Cold Hands Gnat
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4:00
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| 15. |
Proceed
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3:19
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| Gesamtlaufzeit | 64:32 |
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Rezensionen

Scambot ist zurück! Scambot! Wisstscho, Scambot, Musiker und Komponist, den der Industrielle Boleus T. Ophunji ausbeutet. Mittels einer ausgeklügelten Überwachung kontrolliert dieser jeden seiner Schritte…
Und auch alle anderen alten Bekannten sind wieder mit von der Partie: Scambots Band The Quiet Children, die Band mit den Bowlingkugelköpfen, die sprechende Katze Chee, aber auch ein paar Neulinge sind dabei: Ophunjis Mutter Blenda, Campland Standish, ein beliebter und subversiver Medienmensch, Scambots bester Freund Kootch und Gott, ein Komitee erleuchteter Wesen am Rande des Universums, das Seltsamkeiten und Fernsehen mag, weshalb es eine Reality-Show namens "Scambot" kreierte; und das Tom, einen kleinen roten Käfer, als Abgesandten einsetzt.
Und die Geschichte setzt genau da ein, wo sie in Teil 1 endete: Auf einer Yacht, das Bhagavad Gita kommt vor, Wrangthorn, ein Abtrünniger aus dem Komitee, und Überwachungsmöwen.
Die Musik, in die Keneally die Fortsetzung seiner auf "Scambot 1" begonnen Geschichte kleidet, ist wieder äußerst breit aufgestellt: Es dominieren neben Zappa-Einflüssen verschwitzter Rock, und natürlich auch wieder Jazz, Canterbury und Avantgarde. Und Gentle Giant…
Das beginnt schon mit dem ersten Stück, “In The Trees”. Kategorie: WTF!!! Jazzmetal mit allem drum und dran, einschließlich Growling! Jazzmetal mit Growling? Das dürfte Keneallys erster Versuch in dieser Richtung sein. Und er haut dir gleich die Faust auf's Auge, Keneally-Style. Das Ding ist absolut over the Top und ein würdiger Anschluss an den Geniestreich "Scambot 1".
"Roots Twist" geilt dann gleich weiter: Ein unwiderstehlicher, funkiger Groove, seeehr lässig, insbesondere von Seiten Keneallys und Joe Travers'. Überhaupt der Rock: Keneally rockt auf diesem Album, teils sogar recht klassisch. "Roll" ist so ein Beispiel, zur Zeit eins meiner Lieblingsstücke auf "Scambot 2": Ein absolutes Schwergewicht mit einem Uber-Riff, getränkt in literweise Iommi.
Oder "Sam", noch so ein Groover. Mich erinnert der Song sehr an "Wooden Smoke" (den Song). Ähnlich wie dort channelt Keneally auch hier einerseits Neil Young (das Riff im Refrain) und andererseits John Coltrane (das – nebenbei: geniale - Gitarrensolo).
Doch Keneally wäre nicht Keneally, wenn er sich mit ein, zwei (oder auch nur siebenundzwanzig) verschiedenen Stilen zufrieden gäbe. "Pretzels" und "Buzz" sind tiefe Verbeugungen vor Gentle Giant, einschließlich ihrem Vibraphon. Und nicht nur instrumental macht Keneally das besser als alle, von denen ich weiß, dass sie sich mal an Gentle Giants Stil versucht haben, er singt "Pretzels" auch noch so wie Kerry Minnear – dessen Arbeit er, wie er betont, sehr bewundert.
Anderes geht in eine zappaeske Avantgarde-Richtung: Etwa das kurze “Forget about it”, mit seinem wunderbaren Sax-Arrangement von Evan Francis, oder das seltsame, atmosphärische "O".
Pop? Ja klar, gibt es auch. "Race the Stars" ist veritabler Creedence-Pop. Und Akustik-Gitarrenstücke gibt es. Und “Constructed"! Einer von Keneallys extrem raren Country-Walzern. Nur echt mit einer Pedal Steel-Gitarre… Und ein echtes erstes Mal: "Clipper" ist das einzige Keneally-Stück mit einem klassischen Fade out!
Erneut schlägt Keneally mühelos die Brücken zwischen all diesen Stilen und fusioniert sie zu etwas, das man mittlerweile einfach nur noch Keneally nennen muss. Der Mann ist mit seinem verquasten Genie eine Ausnahmeerscheinung und wird es auch in Zukunft bleiben. Doch während "Scambot 1" sein bis dato reifstes, gelungenstes und bestes Album war, bleibt "Scambot 2" ein wenig dahinter zurück. Der Anfang mit “In The Trees” ist genial, vertrackt, wild, gegen Ende aber lassen Intensität und Spannung doch ziemlich nach. Es gibt immer noch genug versponnene Momente, etwa am Ende von "Freezer Burn" oder in "Scores of People", aber die volle Power liefert das Album nicht mehr.
Trotzdem: "Scambot 2" ist wieder ein ganz großartiges Stück Keneally, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Außerdem haben wir jetzt sieben Jahre auf die Fortsetzung gewartet – und sieben Jahre sind echt genug.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
5.8.2016 |
| Letzte Änderung: |
5.8.2016 |
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