The Third Frontier
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Informationen
Allgemeine Angaben
| Erscheinungsjahr: |
2016 |
| Besonderheiten/Stil: |
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| Label: |
Pohjola Records/Rockadillo Records |
| Durchschnittswertung: |
12/15 (1 Rezension) |
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Besetzung
| Olli "Trumpenator" Helin |
trumpet |
| Markus Pajakkala |
saxophones, flutes, clarinets, additional keys & percussion |
| Antero Mentu |
guitars |
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| Jaakko Luoma |
bass |
| Tuomas Marttila |
marimba, percussion |
| Rolf Pilve |
drums |
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Gastmusiker
| Suvi Väyrynen |
vocals (3, 6, 9) |
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| Pharaoh Pirttikangas |
vocals (7) |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Voodoo Mammoths From Neptune
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4:25
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| 2. |
Dr. Gravity's Evil Plan
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4:01
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| 3. |
Universe For Dummies
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5:52
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| 4. |
White Dwarf
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1:24
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| 5. |
Life As We Thought We Knew It
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4:55
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| 6. |
A Hundred Rabbits
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5:03
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| 7. |
Spanking Season
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2:33
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| 8. |
13 Demons In The Disco Dimension
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3:12
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| 9. |
The Last Reflection
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7:00
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| Gesamtlaufzeit | 38:25 |
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Rezensionen

Die Finnen von Utopianisti, angeführt von Komponist/Saxist/Flötist/Klarinettist/Keyboardist & Percussionist Markus Pajakkala, haben wieder zugeschlagen: Mit "The third Frontier" legen sie ihr drittes Album vor.
Die früheren Alben der Band prägte neben der klanglichen Bandbreite und der unbändigen Spielfreude eine immense stilistische Breite. Entsprechend wechselte die Besetzung nahezu von Stück zu Stück. Seit 2014 wandelte sich Utopianisti aber von einem Studioprojekt zu einer stabilen Live-Band, die mittlerweile durch die ganze Welt tourt. Das resultiert nun in einem stringenteren Album, mit Fokus auf komplexem Jazz-Rock. Die Einflüsse, von Frank Zappa bis Pekka Pohjola, sind noch da, ebenso die immense Energie der Band, die starken Grooves, allerdings ist alles deutlich homogener, Komplexität um der Komplexität Willen wurde vermieden.
Das kann man gut finden, oder ein wenig einseitig, je nach musikalischer Vorliebe. Pajakkala hat sein Ziel jedenfalls erreicht. Leider (meine persönliche Meinung) sind die Ecken und Kanten, ist der Humor dabei ein wenig auf der Strecke geblieben.
Obwohl – nicht ganz. Die Songtitel lassen es vermuten: Science Fiction, insbesondere die der 70er Jahre, inspirierte dieses Album. Es gibt jene funkigen Passagen, zu denen Frauenstimmen langgezogene "Aaaaah"s und "Uuuuuh"s singen, jene quäkigen Keyboerd-Soli, die jenen, die die Filmmusiken von Star Trek und Captain Future noch im Ohr haben, wehmütig werden lassen dürften.
Eine Art Sci-Fi/Hard Canterbury mit Big-Band-Appeal also, den Utopianisti da bieten. "Universe For Dummies" ist so ein Stück, das die Verkabelung der Boxen zum Glühen bringt: Es beginnt mit einem Staccato von Bass und Keyboards, dann steuert Suvi Väyrynen seltsame fremdartige Klänge bei. Ehe man sich's versieht, hat sich ein gewaltiger Siebener-Groove entwickelt, der bald den Hintergrund für verschiedenartigste Soli bietet: Trompete, Keyboard, Vibraphon Gitarre. Ein großartiges Stück und einer der Höhepunkte auf dem Album.
Die meisten Stücke gehen in eine ähnliche Richtung, aber mit je eigenen Schwerpunkten. "Voodoo Mammoths From Neptune" etwa klingt genau so wie es heißt. Man sieht die Voodoo-Mammuts förmlich vor dem Inneren Auge heranziehen.
"Dr. Gravity's Evil Plan" wiederum lost die Handbremse in Sachen Intensität und swingt und groovt dahin – ein weiterer Höhepunkt auf dem Album. Wilde Bläser straiten sich um die Vorherrschaft, ein fieses Orgelriff treibt den Song weiter voran. Dr. Gravity in leibhaftiger Gestalt.
Für Atmo sorgen dagegen leisere Stücke wie "White Dwarf", das als E-Piano-Solo beginnt, und dann von Bläsern dekonstruiert wird.
"Life As We Thought We Knew It" erinnert ein wenig an Frogg Cafés Meisterwerk "The Bateless Edge", bevor Reminiszenzen an niemand anderen als Chicago geweckt warden - Life As We Thought We Knew It eben
All diese Stücke haben eins gemeinsam: Sie alle haben etwas sehr Bildhaftes, Filmhaftes. Ihre Titel spiegeln sich in ihnen wider. So ist das auch bei "A Hundred Rabbits" und dem wilden "Spanking Season", das nicht nur mich an Humble Grumble erinnert, bevor ein Arcade-Solo das Stück beschließt.
"13 Demons In The Disco Dimension" ist dann der nächste dicht gewebte Geniestreich, ein Disco-Funk in 13 – und 13 weiteren Taktarten -, bevor das Album mit dem ruhigeren, aber abwechslungsreichen "The Last Reflection" seinem Ende entgegenklingt.
Markus Pajakkala hat tief durchgeatmet, und sich mit sich selbst auf einen einzigen Stil geeinigt. Wie gesagt, ob einem das gefällt, oder man es gern wieder ein wenig abwechslungsreicher gehabt hätte, das ist Geschmackssache. Das Album ist aber so oder so großartig und eine der vergnüglichsten Scheiben des Jahres.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
3.8.2016 |
| Letzte Änderung: |
4.8.2016 |
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