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Levin Minnemann Rudess

From The Law Offices Of Levin Minnemann Rudess

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion; Mathrock; sonstiges
Label: Lazy Bones Recordings
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Tony Levin bass, chapman stick, cello, guitar (on "Riff Splat")
Marco Minnemann drums, guitar
Jordan Rudess keyboards, GeoShred, seaboard, wizardly noises

Tracklist

Disc 1
1. Back to the Machine 4:19
2. Ready, Set, Sue 3:32
3. Riff Splat 5:34
4. What is the Meaning? 4:21
5. Marseille 4:19
6. Good Day Hearsay 3:31
7. Witness 5:04
8. Balloon 3:00
9. When The Gravel Falls 4:09
10. The Verdict 4:30
11. Free Radicals 1:35
12. Magistrate 3:40
13. Shiloh's Cat 4:34
14. The Tort 5:11
15. Testimony   (bonus) 3:21
16. Habeas Porpoise   (bonus) 4:02
17. The Tort (Ver. 2xb - 74)   (bonus) 5:04
Gesamtlaufzeit69:46
Disc 2
1. The Deposition   (DVD)
2. Tony Whistles
3. Jordan & GeoShred
4. Tony Home Studio Tour
5. Jordan Barnes Paints LMR Cover
6. 'Dom' Back Story
7. 24 Bit Audio Tracks
8. 24 Bit Bonus Solo Tracks


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 1 von 2)


Zu den Herren Tony Levin, Marco Minnemann und Jordan Rudess muss man ja nicht mehr viel sagen, musikalische Ikonen unserer Zeit. Nun haben sich die Drei zu ihrem zweiten Album zusammengefunden. Das Ganze heißt „From The Law Offices Of Levin Minnemann Rudess“ und der Titel wird auch mit einer kleinen Rahmengeschichte zum Leben erweckt. Levin, Minnemann und Rudess posen auf dem Cover und im Booklet als Anwälte. Die Mission der Firma wird erklärt und man erhält Einblick in die Büro-Räumlichkeiten. Witzige Idee, die allerdings dann in der Musik keinen weiteren Niederschlag findet.

Die Musik ist dann erwartbar unerwartet, oder so. Logischerweise frickeln L M R oftmals was das Zeug hält und bis der Arzt kommt. Schon der Auftakt „Back To The Machine“ setzt hier gleich Maßstäbe. Da ist der Hörer sofort drin im Album oder er sucht verschreckt Deckung.

Und so geht das dann weiter. Wilde Instrumentalornamentik, abgedrehte Basslinien, vertrackte Rhythmik, Gitarren-Shredding vom Feinsten und allerlei, teils kuriose, teils futuristische Tastenklänge. Rudess nutzt weidlich seine iPad-basierten Spielzeuge, die schon etwas ältere Morphwiz-App, wie auch die noch relativ neue GeoShred-App, die eigentlich ein Gitarren-Synthesizer ist. Da beide Apps für den 'Ottonormalmusiker' im App-Store verfügbar sind, kann man dann auch gleich auf Entdeckungsreise gehen und zum Nachspielen ansetzen. Oder auch das Seaboard, welches eine Art Revolution im Keyboard-Markt darstellt (interessierte Keyboarder, einfach mal googeln oder auf YouTube gucken und staunen).

Das Minnemann ein brauchbarer Gitarrist ist, weiß man ja spätestens von seinen Solo-Alben, aber hier greift auch mal Levin zur Gitarre und überrascht auch mit diesem Instrument. Und damit der Hörer nicht vom musikalischen Overkill dahingerafft wird und nur noch unter Betäubung lauschen kann, streuen die Drei an passenden Stellen auch mal ruhigere Töne ein, so ist „Balloon“ fast schon eine Art Ballade (zumindest schön verträumt). In diese Kerbe schlägt auch das melancholische "Testimony", da sind wir aber schon im 'Zugaben'-Teil des Albums. Meist geht es munter zwischen vertracktem Mathrock, Metal-Anklängen, Hardrock, brachialem Jazzrock und schrägem Instrumentalgeschredder hin und her. Und Rudess greift neben seinen futuristischen Instrumenten auch schon mal zum guten alten Piano und entlockt diesem mal lyrische, mal dynamische Läufe.

Die Ideen gehen diesen Musikern auch nicht so schnell aus, so fördert nahezu jeder Hördurchlauf wieder neue Details, neue Gimmicks, bislang unentdeckte Wendungen zu Tage. Kreative, abwechslungsreiche Instrumentalmusik, die es mit „da-schau-her-bin-ich-gut“ glücklicherweise nicht übertreibt, sondern eher vor unbändiger Spielfreude birst.

Neben der Einzel-CD gibt es auch eine Digipak-Ausgabe mit DVD. Auf der DVD finden sich das komplette Album in einem hochauflösenden Stereo-Mix (kein Surround, schade, das wäre wohl interessant gewesen) und allerlei Gimmicks, wie- äh – Interviews, seltsame Einlagen der Helden, Studio-Outtakes, Solo-Tracks der Protagonisten (nur Audio). Das normale Album klingt allerdings schon so gut, so dass der DVD-Stereo-Mix jetzt nicht so viel mehr bietet. Am Interessantesten auf der DVD ist sicherlich das Video, in dem sich Rudess mit dem GeoShred austobt. Danach fragt man sich schon, wie viele Gitarren-Parts auf dem Album wohl damit erzeugt worden sind. Fans greifen natürlich trotzdem zum CD-/DVD-Paket.

Mit ihrem zweiten Album legen Levin, Minnemann und Rudess einen der Instrumental-Kracher des Jahres vor. War aber auch irgendwie zu erwarten…

Anspieltipp(s): Back To The Machine, Riff Splat, The Tort... eigentlich geht so gut wie alles
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.7.2016
Letzte Änderung: 31.7.2016
Wertung: 12/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


Fast nichts falsch machen kann man, wenn Talent auf Spielfreude trifft - und das noch in dreifacher Ausführung. So oft ist von großen Namen die Rede, von Ausnahmetalenten und von Virtuosen - hier stimmt es mal, ohne Einschränkung.

Fast nichts falsch machen?

Nun, wie Ethlie Ann Vare es einst ausdrückte: Das Problem mit drei zertifizierten musikalischen Genies auf einem Album ist, dass du, wenn es dir nicht gefällt, denkst, es sein dein Fehler.

Und was soll man dagegen auch sagen - sie hat ja Recht. Oder anders gesagt: Du darfst zwar sagen "das gefällt mir nicht", nicht aber "dass ist schlecht". Solche Alben können einem den Unterschied zwischen Geschmack und Qualität erklären.

Also: Muss einem nicht gefallen. Ist auch nicht der Sinn der Sache. Sinn der Sache: Spaß haben im 17/16-Takt. Und, Junge, gelingt denen das! Heimatland! Levin, Minnemann und Rudess beginnen im 5/8-Takt, und von da an wird es nicht mehr leichter. Spaß kann harte Arbeit sein.

Wirft die Frage auf, ob es bei virtuoser Musik auch virtouses Hören braucht.

In jedem Fall aber Humor. Denn wer die drei ein wenig kennt, weiß, dass nicht alles hier bierernst gemeint sein kann. Das Album spannt sich zwischen traditionellerer Fusion ("Marseille", "Shiloh's Cat"), Zappaeskem ("Back to the Machine"), LTE ("What ist the Meaning") und Dreamtheatralischem ("Good Day Nearway") und Minnemannierismen a la "Witness" auf (es gibt sogar ne Ballade!) - und ist insbesondere bei Stücken wie dem letztgenannten äußerst vergnüglich und humorig.

Und trotzdem verflucht anspruchsvoll.

Zudem ist nicht alles gleichermaßen auskomponiert: Hier stehen fertige Stücke neben Skizzenhaftem, Ideen neben Improvisationsvehikeln. Man muss sich schon ein wenig hindurchfinden durch diese Arbeiten der drei Ausnahmemusiker. Aber wie immer bei solchen qualitätvollen Alben wird aufmerksames Hören belohnt: "From The Law Offices Of Levin Minnemann Rudess" ist ein Knaller.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.8.2016
Letzte Änderung: 2.8.2016
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Levin Minnemann Rudess

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2013 L M R 11.00 1

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