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The Pineapple Thief

Your Wilderness

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: New Artrock
Label: KScope
Durchschnittswertung: 8/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Bruce Soord vocals, electric guitars, baritone acoustic guitar, acoustic guitar, synths
Steve Kitch piano, rhodes, mellotron, synths, electronic drums, percussion, hammond, strings
Jon Sykes bass guitar

Gastmusiker

Gavin Harrison drums, acoustic and electronic percussion
Darran Charles electric guitars (1,2,3,5)
Sarah Best backing vocals (1,6,7)
Kate Chapman backing vocals (1,6,7)
Ian Ring backing vocals (1,6,7)
Gareth Jones backing vocals (1,6,7)
Geoffrey Richardson violin, viola, cello (6,7)
John Helliwell clarinet (6)

Tracklist

Disc 1
1. In Exile 5.10
2. No Man's Land 4.17
3. Tear you up 4.51
4. That Shore 4.52
5. Take your Shot 4.33
6. Fend for yourself 3.43
7. The final Thing on my Mind 9.53
8. Where we stood 3.45
Gesamtlaufzeit41:04


Rezensionen


Von: Marc Colling @ (Rezension 1 von 2)


Das letzte Album der Ananasdiebe schwankte zwischen Pop und leichtem Rock, konnte wegen der fehlenden Dosis Prog aber nicht überzeugen.

Dem ist hier zum Glück (fast) nicht mehr so. Dieses Album ist das beste seit Someone here is missing. Obwohl es anders klingt. War letzteres noch sehr elektronisch, so spielen sie hier die klassischen Rockinstrumente, außer im Song THAT SHORE, wo tiefe synthetische Bässe und elektronische Drums dominieren.

Die Produktion ist ebenfalls klar und luftig, was man ja von ihnen gewohnt ist. Die Band bedient ihre Fans mit filigran und zerbrechlich arrangierten, und eher im gemäßigten Tempo vorgetragenen kleinen Juwelen. Die Zeiten eines härteren Tightly Unwound sind vorbei.

So sind IN EXILE oder NO MAN'S LAND sich langsam steigernde und härter werdende Lieder, die aber nie ganz ausbrechen. WHERE WE STOOD dagegen macht nicht einmal den Versuch auszubrechen und bleibt ruhig bis zum Schluss. Soord schafft es immer wieder, den Hörer mit vordergründig simplen Melodien auf die falsche Fährte zu locken, weil seine Songs oft unerwartete Haken schlagen. Sogar ein eingängiger Rocksong wie TAKE YOUR SHOT besitzt Elemente, die dein Ohr begeistern und nicht mehr so schnell gelöscht werden können. Es braucht allerdings etliche Hördurchgänge um all diese Feinheiten heraus zu hören.

Die A-Gitarre und das Klavier geben dann die Linie vor für den wunderbaren Song TEAR YOU UP. Erst ab Mittelteil rifft die Gitarre mal was das Zeug hält. Das absolute Highlight des Albums ist jedoch der 9-Minüter THE FINAL THING ON MY MIND. Ich mochte die längeren Tracks immer am meisten und auch hier enttäuschen sie nicht. Im Gegenteil: das monotone Gitarrenmotiv am Anfang frisst sich in die Gehörgänge und hallt noch minutenlang nach.

Einige Helfer hatte die Band dann auch noch. Allen voran natürlich Gavin Harrison an den Drums, den jeder kennen müsste von Porcupine Tree oder seinen Soloprojekten. Er spielt fast nur akustische Drums, was dem Album ein organisches Feeling gibt. John Helliwell von Supertramp steuert eine sehr gefühlvoll gespielte Klarinette in FEND FOR YOURSELF bei. Und Geoffrey Richardson von Camel spielt Violine, Viola und Cello in 2 Songs, während die Kooperation mit Darran Charles, Chef der Band The Godsticks, ebenfalls weiter geht. Er steuert ein paar Gitarrenriffs zu bei einigen Stücken.

Bruce Soord hat es geschafft. Er verlässt die eingeschlagene und einfache Route der Massentauglichkeit wieder und rudert zurück in seinen Ursprungsbereich. Die Songs sind wieder niveauvoll griffig und offenbaren bei genauem Hinhören ein zwar melancholisches aber auch hoffnungsvolles Stimmungsbild. Fans kennen das und werden dieses Album lieben.

Der Vorgänger Magnolia ist verziehen. Soord hat den Prog nicht verraten.

Anspieltipp(s): That Shore
Vergleichbar mit: Porcupine Tree? Ach nee, wie die Beatles ab Revolver, vordergründig leicht, hintergründig perfekt ausgetüftelt
Veröffentlicht am: 16.8.2016
Letzte Änderung: 16.8.2016
Wertung: 11/15
wann gehen Soord mal die Ideen aus?

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


Kollege Marc gibt sich ganz viel Mühe, den Prog auf The Pineapple Thiefs "Your Wilderness" zu hören. Ich bemühe mich ebenfalls redlich, im Gegensatz zu ihm scheitere ich allerdings kläglich. Klar, das ist keine Radiomusik – aber nur wenn man unter Radio die Stationen mit der 3 im Namen versteht: Bayern 3, SWR3, HR3. Andere Radios spielen sowas rauf und runter.

"In Exile" ("don't be afraid to miss me") poppt gleich munter los, wobei sich "munter" auf's Tempo bezieht, die Atmo ist – natürlich – auf Edeltrübsinn getrimmt, wie bei Steven Wilson, nur simpler. "No Man's Land" ist dann eine Gitarrenballade, die sich zu einem Mitklatsch-Rocker in Moll entwickelt. "Tear you up" ist wieder ein ganz normaler Poprock-Song, trübsinnig, und mit einem kurzen, wiederkehrenden Instrumentalteil, in dem Gavin Harrisons Leine mal ein bisschen gelockert wird – über die 4/4-Grenze darf er aber nicht hinaus. Erst ein Stückerl weiter darf's dann mal'n Siebener sein, aber natürlich nur vorübergehend. Prog wird's dadurch nicht.

"That Shore" ist genauso wie die bisherigen – Was! Hey! Ich bemühe mich hier wirklich nach Kräften!!!

Also. "Take your Shot": Ganz normaler Poprock-Song. Uptempo, 4/4-Takt, sogar "Oh yeah"s gibt's. "Fend for yourself" ist eine schöne, aber vollkommen übliche Gitarrenballade, verziert mit schönen Klarinetteneinwürfen von John Helliwell.

"The final Thing on my Mind": Endlich mal ein paar proggige Elemente. Da werden irgendwo vor der Mitte des Songs die textlosen Gesangsphrasen in den jeweils vorherigen Takt hineingezogen. Das ist ziemlich gut gemacht, und es verleiht dem Stück in dieser Passage eine irritierende Unvorhersehbarkeit. Hier wird der Hörer mal mit kompositorischen Mitteln aus der Bahn geworfen, und nicht mit Sound eingelullt, das gefällt mir. Allzu bald sind wir aber schon wieder in den gewohnten Hörgefilden unterwegs, und das Stück endet ähnlich vorhersehbar wie der Rest der Songs. Schade.

Mit "Where we stood", ebenfalls ein Popsong, schließt eine weeeiiische Ballade das Album ab. Vier Akkorde, wenn ich vor dem Einschlafen richtig gezählt habe, halt mit einer singenden Gitarre drüber. Naja.

The Pineapple Thief ist eine jener Bands, die sich in diesem Trübsinn-Pop/-Rock-Genre aufhalten. Das ist beileibe nichts Ungewöhnliches. Steven Wilson macht das seit Jahr und Tag. Und es funktioniert. Diese Musik verkauft sich gut, den Fans gefällt's. Un- oder gar außergewöhnlich ist das jedoch an keiner Stelle. Neulich hab ich ein Feature gehört, in dem es um Trauer in der Popmusik ging. Da gab's nur solche Musik, en masse. Wo? Im Radio.

Anspieltipp(s): Lieber nicht.
Vergleichbar mit: Steven Wilson. Mit wem sonst.
Veröffentlicht am: 8.11.2017
Letzte Änderung: 10.11.2017
Wertung: 5/15
Vollständig radiotauglicher Trübsinnpop. Pop-Punkte kriegt es, sammmerma, 12

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Pineapple Thief

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Abducting the unicorn 12.50 2
2002 137 10.00 2
2003 Variations on a Dream 12.00 2
2005 10 stories down 10.00 2
2005 4 stories down (EP) 10.00 1
2006 Little Man 12.00 2
2007 What we have sown 11.50 2
2008 Tightly Unwound 9.75 4
2010 Someone here is missing 11.00 2
2012 All The Wars 11.00 2
2013 Build a World 11.00 1
2014 Magnolia 10.50 2
2017 Where We Stood 11.00 1

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