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Alex’s Hand

Künstler Scheiße

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; Punk; RIO / Avant; sonstiges
Label: R.A.I.G
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Nic Barnes Drums, Percussion, Vocals
Kellen Mills Bass, Vocals, Synthesizers, Found Sounds, Electronics
Ben Reece Guitars, Vocals
Max Steiner Guitars
Rieko Okuda Keyboards, Synthesizer

Gastmusiker

Carl Andrew O'Sullivan Vocals
Johannes Schleiermacher Flute, Sax
Charlotte Birkenhauer Vibraphone
Peter Kuhnsch Percussion, Whistles, Bells
Rob Mattessi Trumpet
Otto Horvath Trombone
Stephen Barnes Piano

Tracklist

Disc 1
1. Mars Travolta 6:52
2. Samba 10:19
3. Oh Bill 5:56
4. Trained 2:46
5. Slave 14:27
6. Back to Evan 0:49
7. Evans Lips 8:48
8. Habibs 11:33
Gesamtlaufzeit61:30


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Alex’s Hand kommen eigentlich aus Seattle, wo die Band 2011 um den Bassisten Kellen Mills und den Schlagzeuger Nic Barnes zusammen fand. Irgendwann in der Mitte des zweiten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends hat sich die Formation allerdings in Berlin niedergelassen. Dort entstand offenbar ihr drittes Studioalbum mit dem geistreichen Titel “Künstler Scheiße”, welches 2016 vom russischen Label R.A.I.G veröffentlicht wurde.

Ihren ersten Tonträger veröffentlichten Alex’s Hand im Jahre 2012 mit der EP “Madame Psychosis” auf der - so ist es auf der Bandcamp-Seite der Band zu lesen - eine Mischung aus Indie-Rock, Jazz, Punk und Avant-Pop zu finden war. Offenhörlich hat sich daran seither nicht viel geändert, könnte man doch auch den Inhalt von “Künstler Scheiße” so charakterisieren, wobei man vielleicht das Wort Pop durch Rock (oder Prog) ersetzten sollte.

Recht schräges, komplex-freakiges, jazzig-freiformatig-punkiges Gerocke ist auf “Künstler Scheiße” zu hören, bestimmt von Gitarren, Bass und Schlagzeug, klanglich verwoben von allerlei Tastenwerk und verziert mit diversen Gastbeiträgen an Gebläse und Perkussion. Vergleiche könnte man – der Titel des ersten Tracks deutet es an – mit The Mars Volta ziehen, wobei es bei Alex’s Hand etwas roher und kantiger zugeht, Elektronik und Keyboards nicht ganz so deutlich im Mix stehen wie bei den einstigen Kollegen aus Texas und kein vergleichbarer Gesang vorkommt. Wenn das Vibraphon sich nach Vorne arbeitet und schräg-jazzig gerockt wird, könnte man an Zappa denken, sicher ein klares Vorbild im Geiste, frönen die Seattle-Exil-Berliner doch einem ähnlichen dadaistisch-jazzig-komplexen Ansatz.

Im Weltweiten Netz wird “Künstler Scheiße” oft als eine Art Kreuzung aus Zappa, Mr. Bungle und The Mars Volta beschrieben, was ganz gut passt. Zumindest sollten Progger, die die eben Genannten schätzen auch recht gut mit Alex’s Hand klarkommen. Im Grunde wird hier um einen jazzig-bluesig-punkigen Kern aus doppelt besetzten E-Gitarren, Bass und Schlagzeug progressiv-komplexer Prog gewoben, angereichert mit diversen Tasteneinagen (es wird auch mal einsam am Piano soliert), allerlei Gebläse, freiformatigem Klanggemalen, bizarren Elektronikgespinsten und gelegentlichen Vokaleinlagen, meist recht derb durcheinander gemischt. Aufgrund der großen Besetzung, bzw. der größeren Anzahl an Gastmusikern, ist das Ganze allerdings ziemlich abwechslungsreich und farbig ausgefallen, wenn auch etwas wirr (das Cover passt hier ziemlich gut zur Musik), wobei man auch feststellen muss, dass sich die verwendeten klanglichen Ingredienzien über die lange Dauer der Scheibe doch eher wenig verändern. Trotzdem: Schrägprogger sollten die Band bzw. “Künstler Scheiße” auf jeden Fall einmal antesten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.11.2016
Letzte Änderung: 19.11.2016
Wertung: 11/15

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