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Tim Bowness

Lost in the Ghost Light

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Ambient; ArtPop
Label: InsideOut Music
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Tim Bowness Vocals, Backing Vocals, Synths and Rhythm Programming (6)
Colin Edwin Electric, Fretless and Acoustic Bass Guitars
Bruce Soord Guitars (1, 3, 5, 7, 8), Backing Vocals (1)
Hux Nettermalm Drums (1, 2, 5)
Stephen Bennett Keyboards, Additional Guitars (1, 2, 4, 5)
Andrew Booker Drums (3, 4, 7, 8)

Gastmusiker

Ian Anderson Flute (8)
Kit Watkins Flute (1, 6), Waterphone (6)
Andrew Keeling String Arrangements (3, 4, 5), Flute (3, 4, 5), Acoustic Guitars (4)
Steve Bingham Violin (7, 8)
David Rhodes Guitar (3)
Charlotte Dowding Violin Ensemble (3, 4, 5)
Pete Smith Rickenbacker Bass (7)

Tracklist

Disc 1
1. Worlds of Yesterday 5.41
2. Moonshot Manchild 8.58
3. Kill the Pain that's killing you 3.44
4. Nowhere good to go 4.46
5. You'll be the silence 9.01
6. Lost in the Ghost Light 1.41
7. You wanted to be seen 5.32
8. Distant Summers 4.06
Gesamtlaufzeit43:29


Rezensionen


Von: Marc Colling @


Olala würde der Franzose beim Lineup von Tim Bowness neuem Solowerk sagen. Wer da alles wieder in seiner Band mitspielt, das ist schon beachtlich. Und als wenn das noch nicht reichen würde schiebt er noch einige Gastmusiker der ersten Kategorie dazu. Siehe oben. Nach 25 Jahren im Musikbusiness hat er sich einen guten Namen gemacht durch seine vielseitigen Kollaborationen. Ob mit Steven Wilson im Duo No-Man, Phil Manzanera, Peter Hammill, Robert Fripp oder Banco De Gaia. Immer wieder taucht er auf Soloprojekten dieser Künstler auf und hinterlässt seinen Fußabdruck.

Doch das will ja noch nicht heißen, dass uns der Sänger auch ein gutes Album präsentiert. Zu oft wurde ich von namhaften Musikern enttäuscht die nicht das hielten, was man sich von ihnen versprach. Doch Bowness überlässt nichts dem Zufall und so schrieb er die Texte schon mal selbst. Das Konzeptalbum handelt über einen Rockstar der sich so seine Gedanken macht über das, was auf sowie hinter der Bühne abläuft. Auch die Veränderung des Fanverhaltens im Musikkonsum (Streaming, immer älter werdend, jüngere Künstler ziehen nach und sind erfolgreicher) ist ein wichtiges Thema für den Musiker.

Für mich persönlich ist aber vor den Texten immer noch die Komposition das Wichtigste. Gute Musik mit mittelmäßigen Texten geht ja noch, aber umgekehrt? Knüpft er also an seinen überaus gelungenen Vorgänger „Stupid things that mean the world“ an? Ja, das tut er absolut. So viel schon mal vorweg. Behutsame Entwicklung durch den Einbau von 2 längeren Tracks die Raum bieten für u. a. schöne Gitarrensoli.

YOU'LL BE THE SILENCE ist ruhig, klingt erhaben und wirkt beruhigend mit seinem monotonen Rhythmus, seiner eleganten Klavierlinie und der nur gehauchten Stimme von Bowness. Zusätzlich hört man zum Schluss hin noch ein schönes Gitarrensolo. MOONSHOT MANCHILD fließt majestätisch dahin und bietet großartige Melodiebögen zwischen den Soli. Man hört ein Mellotron, im Hintergrund schwebende Keys und einen warmen, behutsam gespielten Bass von Colin Edwin (Porcupine Tree). Diese beiden Tracks allein bieten über 18 Minuten Träumereien, Bilder im Kopf von unendlicher Schönheit und sie versetzen den Hörer in eine andere Welt. Sofern dieser die Gabe besitzt sich auf diese Musik einzulassen. Dass er textlich über traurige Gedanken und Erkenntnisse seiner Hauptfigur „Moonchild“ singt, kommt noch hinzu.

Bereits der Opener WORLDS OF YESTERDAY lässt keine Zweifel aufkommen, dass Tim Bowness sein Songwriting noch perfekter gestaltet hat. Die Streicher sind hervorragend im Arrangement eingebunden, wirken keine Spur aufgesetzt und die Querflöte passt wunderbar. Dass er aber auch anders als soft kann, beweist er uns mit dem überaus hektisch gespielten KILL THE PAIN THAT'S KILLING YOU. Mit seinem perkussiven Charakter, der härter als sonst eingesetzten Gitarre und seiner teils verfremdeten Gesangsstimme wirkt der Song aufgekratzt und wütend. Chapeau, Mr. Bowness.

Nicht so gut gelungen ist ihm NOWHERE GOOD TO GO, das wenig Spannung aufbaut, trotz der wiederum schönen Flöte. Das klingt zu bemüht in seiner Suche nach dem großen Leid im Leben. Dagegen fängt YOU WANTED TO BE SEEN großartig mit einer traurigen Flöte und Violine an, die die negativen Seiten des Startums verdeutlichen. Die Musik schleppt sich förmlich nach vorne und erst nach 2 Minuten leitet eine Kehrtwende zum proggigen Teil über. Harte Gitarrenfetzen, grollender Bass und Drum, vertrackte Melodie. Bis die Gitarre übernimmt und zum versöhnlichen Ende führt. Das ist ein Highlight des Albums.

Völlig anders dann der Schlusstrack DISTANT SUMMERS. Sein ruhiges Klavier, das mit Besen gespielte Drumset, der Standbass und vor allem das phantastische Flötenspiel von Ian Anderson verleihen dem Song Erhabenheit und Größe. Überzeugender Track mit ruhigem Charakter.

Wie bereits erwähnt finde ich das vorliegende Album noch einen Tick besser als das bereits überzeugende Vorgängeralbum. Es mag an den beiden Longtracks liegen oder vielleicht einfach an der Tatsache, dass es keinen wirklichen Ausreißer nach unten gibt. Tim Bowness ist ja bekannt dafür, dass er ruhige und höchst interessante Musik schreiben kann ohne all zu viele technischen Spielereien zu benutzen. Die Musik steht immer im Mittelpunkt. Sicher ist erneut Herbststimmung angesagt, und das bei einem Album das jetzt im Frühling erscheint. Oder wollte Bowness uns den Soundtrack für eine sonnige Rast in einer Blumenwiese schreiben?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.2.2017
Letzte Änderung: 14.2.2017
Wertung: 11/15
Bowness geht seinen Weg erfolgreich weiter

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tim Bowness

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2014 Abandoned Dancehall Dreams 10.00 1
2015 Stupid Things that mean the World 10.00 2

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