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Lost World Band

Of Things and Beings

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: sonstiges
Label: Samum Publishing
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Andy Didorenko guitars, violins, keyboards and vocal
Vassili Soloviev flute
Konstantin Shtirlitz drums
Aleksander Akimov percussion

Tracklist

Disc 1
1. Shapes and Objects

1. Random Objects in the Sun 3:20
2. Moving Dots 3:15
3. Water Circles 4:31
4. Time Squares 3:10

2. When the Time is Still 4:18
3. Death of Mr. Winter 1:05
4. Intertwined 3:30
5. Of Things and Beings 0:51
6. Watchbird 6:08
7. Simple as

1. One 2:13
2. Two 1:41
3. Three 1:46

8. The Structure of Madness 4:05
9. On Thin Ice 3:33
10. Downpour 3:12
Gesamtlaufzeit46:38


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Ach wie herrlich ist es doch, zur Abwechslung mal echten Profis zuzuhören. Studierten Musikern, die wissen, was sie können, und können, was sie wissen. Man muss nicht nach Entschuldigungen sichen, weil es nichts zu entschuldigen gibt, kann sich einfach zurücklehnen, und sich vertrauensvoll in die Hände von Könnern begeben. Herrlich.

Hier läuft gerade "Intertwined", ein wunderbares, anspruchsvolles A-Gitarrenstück, an dem sich so viele der auf diesen Seiten verzeichneten Gitarristen die Zähne ausbeißen würden, dass man - .... - Und dabei ausnahmsweise mal nicht technoid-kalt, sondern voller Gefühl, ganz wunderbar gespielt. Profis eben.

"Of Things and Beings" ist das sechste offizielle Album der russischen Lost World Band, die es seit 1990/91 gibt, und die seit 2003 offizielle Veröffentlichungen vorlegt (inoffizielle gibt's weit mehr, wenn man die hausgemachten CD-R-Alben und zwei Kassetten mitzählt). Die Band gibt Harmonium, King Crimson Jethro Tull, Frank Zappa und Gentle Giant als Einflüsse an, und das kann man hören. Hier jedenfalls - denn andere Alben der Band sind sehr anders, oft sehr in der zeitgenössischen Klassik angesiedelt. Sehr hörenswert!

"Of Things and Beings" eröffnet klassisch-proggig: mit einer Suite. "Shapes and Objects" (in die vier Teile "I. Random Objects in the Sun", "II. Moving Dots", "III. Water Circles" und "IV. Time Squares" unterteilt) setzt den Kurs: Der erste Teil bringt herrliche Erinnerungen an die jazzrocklastigen Alben der späten 70er wach werden, UK etwa: Harter Prog mit Jazz-Rock-Touch. Teil zwei könnte dann aus dem Repertoire von Gentle Giant stammen, mit seltsamem mehrstimmigem Gesang und Staccatopassagen. Teil drei wendet sich eher canterburigen Klängen zu, ist aber leichter, weicher als der erste Teil, und stärker geprägt durch Orchesterinstrumente. Und Teil vier wuchtet das Ganze dann mit ordentlich Drive nach Hause. Sehr geil!

Dem stilleren "When the Time is still" folgt dann das schrägste Stück des Albums, "Death of Mr. Winter", eine Art Kreuzung aus Gentle Giant und Frank Zappa. Herrlich! Es folgt mit "Intertwined", wie schon angedeutet, ein Instrumentalstück mit Akustik- und Bassgitarre, ganz wunderbar und an dieser Stelle genau richtig. Man braucht ein bissl Erholung.

Dem Song "Off Things and Beings", einem schrägen Elektroexperiment, folgt dann "Watchbird", ein Jazzrocker mit mehr Rock als Jazz. Das Stück geht ordentlich ab, sehr proggig das Ganze, und erinnert mit seiner Violine wieder stark an UK, oder an die ersten Soloalben von Bruford.

"Simple as" heißt die zweite Suite des Albums: "One" startet lyrisch, mit Akustikgitarren, Flöte, Klavier und Bongos, "Two" bewahrt diese Atmosphäre, ist aber lebhafter, und leitet schließlich über zu dem sehr tulligen "Three". Im Ganzen ist "Simple as" das sanfte Gegenstück zu dem intensiven Shapes and Objects".

"The Structure of Madness" schwenkt dann wieder zurück in die King-Crimson/UK-Richtung, schwerer rhythmusbetonter, schräger Prog-Rock, in dessen Gensuppe die Songs von King Crimsons "Red" herumschwimmen. Klasse! In die gleiche Kerbe schlägt dann auch "Downpour", das nach dem poprockigen "On Thin Ice" das Album würdig schließt: intensiver Hochgeschwindigkeitsprog, heavy, virtuos, genauso, wie moderner Prog sein muss. Sehr sehr geil.

Sehr sehr geil das gesamte Album! Ein modernes, zeitgenössisches Album, das zeigt, wie Prog heute jenseits klischeehaften Retroprogs und öd-trübem New Artrock eben auch klingen kann: Virtuos, hochkompetent, voller Spielfreude, farbenfroh, leidenschaftlich, und mit einem ausgeprägten Sinn für Abenteuer und Experiment. Herrlich!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.2.2017
Letzte Änderung: 15.2.2017
Wertung: 13/15
Großartige Scheibe, die, für mich jedenfalls, aus dem Nichts kommt. Eine echte Entdeckung!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Lost World Band

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 Awakening The Elements 8.00 1
2012 Solar Power 13.00 1

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