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PSI

Horizonte

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977 (CD-Reissue 2017, Chikadisc)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion
Label: Bellaphon / Bacillus
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Bodo Feldmann Bass
Matthias Frey Keyboards
Robert Jahn Drums, Percussion
Wilfried Kunkler Sax, Percussion
Volkmar Zimmermann Guitars

Tracklist

Disc 1
1. Unter der Schürze liegt die Würze 2:27
2. Bettgeräusche 5:31
3. Horizonte 7:27
4. Elektrisch Kall-Heinzje 5:02
5. Urschrei 2:05
6. Breikopf 8:36
7. Drall/Arkadash 9:16
Gesamtlaufzeit40:24


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Mit dem Album "Horizonte" von PSI legen die Polen von Chickadisc (ein Ableger von GAD Records) im Frühjahr 2017 ihr zweites Reissue vor. Gestartet war man im Herbst 2016 mit dem Zweitling von Toto Blanke (siehe "Electric Circus"). Wieder hat man eine ehemals deutsche Produktion ausgewählt, die wie Blankes Album in Deutschland auf dem Bacillus-Label erschienen ist.

PSI um den Tastendrücker Matthias Frey kamen aus Wiesbaden und die Band formierte sich um das Jahr 1975 herum. Die Gruppe schloss eine Vertrag mit dem ebenfalls in Wiesbaden ansässigen Klassik-Musikverlag Breitkopf & Härtel, der offenbar plante eine Label mit populärer Musik zu starten. Daraus wurde zwar nichts, doch das eingespielte Material wurde dann 1977 von Bellaphon Records auf deren Bacillus Unterlabel veröffentlicht. "Horizonte" sollte das einzige Album der Formation bleiben, die nach dem Erscheinen der LP langsam auseinander fiel.

Ein recht zeittypischer, aber exzellent produzierter (Breitkopf & Härtel hatten bei den Aufnahmen nicht gespart) und engagiert vorgetragener symphonischer Jazzrock kommt hier aus den Boxen, bestimmt von der vielfältigen Tastenarbeit Matthias Freys (der auch alle Nummern komponiert hat), und verziert mit allerlei Soloeinlagen von Sax und Gitarre. Perlende E-Pianolinien und erdig wabernde Orgelmuster sorgen bisweilen (im abschließenden "Drall/Arkadash") für Canterbury-Reminiszenzen. Ansonsten wird hier klangvoll gejazzrockt, nicht viel anders als es viele Bands in der zweiten Hälfte der 70er getan haben (in Deutschland z.B. Aera, Kraan, Munju, das Release Music Orchestra, Missus Beastly, Moira, Volker Kriegel, Virgo oder Thirsty Moon), wobei die Wiesbadener denselben in Nichts nachstanden und zudem ihrer Musik durchaus eine eigene Note beigefügt haben.

Sax, E-Gitarre und Tasten bewegen sich sehr gleichberechtig durch die Nummern, die dicht verwoben, sehr abwechslungsreich und klangvoll aus den Boxen schweben. Bemerkenswert ist zudem die ausgesprochen dynamisch und vielseitig tätige Rhythmusabteilung, die die Stücke voran treibt.

Wer krautigen Jazzrock schätzt (oder Jazzkraut), der sollte sich dieses schöne Album nicht entgehen lassen, auch (oder gerade weil) es hier ganz und gar nicht krautig zugeht, sondern sehr professionell und virtuos musiziert wird. Ich bin schon gespannt, welches Album sich Chickadisc als nächstes vorgenommen haben.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.3.2017
Letzte Änderung: 19.3.2017
Wertung: 10/15

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