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Aican

Don't Go Deep Into The Forest

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: instrumental; Postrock
Label: R.A.I.G
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Roman Varaksin Drums
Maxim Shein Bass
Vitaly 'Krikston' Pereladov Guitars

Tracklist

Disc 1
1. The Field of Boneless Creatures 6:47
2. Don't Go Deep Into The Forest 19:35
3. Enio's Drowsy Lake 6:55
4. Mental Butter Spray 18:20
Gesamtlaufzeit51:37


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Prog wird auch in Jekaterinburg am Ural gemacht. Aican starteten dort 2009 als Quartett und legten im Jahre 2011 ihr Debütalbum "Art Saves/Kills" vor. Danach löste sich die Gruppe offenbar kurzzeitig auf, ehe man dann wenig später als Trio wieder auferstand. Roman Varaksin, Maxim Shein und Vitaly 'Krikston' Pereladov brauchten dann allerdings einige Zeit, bis sie den Zweitling fertig gestellt hatten. "Don't Go Deep Into The Forest" erschien erst im September 2016 beim russischen Label R.A.I.G.

E-Gitarre, Bass und Schlagzeug sind vornehmlich auf "Don't Go Deep Into The Forest" zu hören, vertrackt verwoben, ausladend klangmalend, spacig wabernd und hallend rockend. Eher gemächlich, melancholisch und elegisch gleitet die Musik voran, versehen mit viel Volumen und Atmosphäre, wogenden Mustern von Bass und E-Gitarre, dezent-verspieltem bis wuchtigem Getrommel, freierem Tonmalen, aber auch gelegentlichen härteren Ausbrüchen und verhaltenem Lärmen, fast metallischen Riffs und bösem Knurren. Am besten bringt man die Musik daher wohl in der Postrock-Schublade unter, auch wenn hier gelegentlich komplexe, fast retroprogressive, im Geiste des Scharlachroten Königs erzeugte, von einer entsprechend eingesetzten E-Gitarren dominierte Klangmuster und jazzig-rockige Geflechte aus den Boxen gleiten.

Allerlei weitere Sounds sind hier auch zu hören, die man eigentlich keinem der drei oben genannten Instrumente zuordnen kann. Flächige Tastentöne, Streicherartiges, sonores Dröhnen, mellotronverwandtes Flöten und weitere füllende Elektronikmuster lassen sich zumindest an den ruhigeren Stellen klar ausmachen, auch wenn sich keiner der drei Protagonisten dafür verantwortlich zeichnet. In "Enio’s Drowsy Lake" wird zudem erst einmal akustisch Geklampft, begleitet von Streicherflächen – ich bilde mir gar ein da ein Piano zu hören -, ehe wieder die E-Gitarre jaulend-singend einsetzt. Hier schrammt die Band erst knapp am Kitsch vorbei, sorgt dann aber doch noch für hymnische Sperrigkeit.

Das abschließende "Mental Butter Spry", sicher der Höhepunkt der Scheibe, beginnt erst verhalten, fast zärtlich hallend, um sich dann langsam steigernd, mit flotten Rhythmen versehen in kantig-metallische Shoegaze-Gefilde voranzuarbeiten, immer wieder unterbrochen von fast entspanntem, jazzig-melancholischem Jammen.

"Don't Go Deep Into The Forest" ist ein gelungenes Album mit einem atmosphärisch-klangvollen progressiven Instrumentalpostrock, das ziemlich viel Spaß macht, bzw. den Hörer auf eine ausgedehnte, melancholisch-düstere, aber auch seltsam warme, hymnisch-erhabene Klangreise mitnimmt. Empfohlen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.3.2017
Letzte Änderung: 26.3.2017
Wertung: 11/15

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