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Echotest

From Two Balconies

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; RIO / Avant; sonstiges
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Julie Slick bass VI,drum programs
Marco Machera bass V,vocals
Alessandro Inolti drums

Gastmusiker

Gary Slick Vocals (9)
Tim Motzer guitar (1,3,5,10)
Ian Gray Trombone (1,6)
Greg Rosen Trumpet (1,6)
Zach Lopresti Guitar (1)
Mike Visser Vocals (1,2,6),Guitar (8)
Ali Wadsworth vocals (3,6,8,10)
Pat Mastelotto Drums (5)
Sarah "Flossy" Anderson Violin (6)
Claire Wadsworth vocals,piano (8)

Tracklist

Disc 1
1. Supercell 6.42
2. Rack+ruin 3.26
3. The Mystical connected us 4.29
4. Confirmation bias 4.32
5. Beats in the Brain 4.53
6. The Plight 7.30
7. Sense of Urgency 6.16
8. Pity 3.35
9. Radio Sayonara 3.52
10. Reflect/Reflex 11.36
Gesamtlaufzeit56:51


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Echotest ist eigentlich ein Projekt für zwei Bassgitarren, das auf „From Two Balconies“ durch die zahlreichen Studiogäste mehr wie eine Band agiert. Die Initiatoren sind die Bassistin Julie Slick (Adrian Belew Power Trio, The Crimson ProjeKct) und der Bassist Marco Machera. Bevor die beiden auf die Idee kamen sich Echotest zu nennen, haben sie mit "Fourth Dementia" ein Album als Julie Slick / Marco Machera veröffentlicht. Danach kamen "Le Fil Rouge" (2015) und das vorliegende "From Two Balconies" unter dem Namen Echotest auf den Markt.

Lag der Schwerpunkt der früheren Alben des Duos Slick/Machera noch bei den Instrumentalstücken, sind nun sieben Tracks auf „From two Balconies“ mit Gesang versehen. Der Albumtitel soll von der italienischen Redewendung „Fuori come un balcone“ abgeleitet worden sein. Hier steht diese für eine besondere kreative Stimmung, die das Duo verspürt, sobald es zusammenkommt. Ebenso für eine gewisse Zerrissenheit in der Musik sowie für eine schwierige Zeit im Leben von Julie Slick.

"From Two Balconies" ist zudem ein Konzeptalbum, das laut Julie Slick „eine zeitgenössische Tragödie“ dokumentiert, in der es „um die Resonanz der Charaktere in einem stürmischen, gepeinigten Schwebezustand“ geht.

Schon das gesungene melodieselige Alternative Prog-Gesangsthema des eröffnenden „Supercell“ wird von ungewohnten Arrangement-Feinheiten begleitet, die in dem anschließenden Instrumentalteil weiter ausgebaut werden, um dann vollends ihre experimentelle Ausrichtung zu offenbaren.

Der Eindruck, dass der Gesang von Mike Vissel in „rack+ruin“ etwas gequält wirken kann, wird auch durch den eindringlichen Refrain gestärkt. Aber der an die besten Momente von Adrian Belew Power Trio erinnernde Instrumentalteil spricht da schon ganz andere Sprache.

Viele der Stücke des Albums können – auf die oben beschriebene Art – als musikalische Entsprechung der von Julie Slick angedeuteten Zerrissenheit gedeutet werden.

Das instrumentale „Confirmation Bias“ hält sich gar nicht erst mit Gesang auf, sondern fährt gleich die geballte und raffinierte Härte des Crimson-nahen „Prog“ auf.

Ich hätte es früher nicht für möglich gehalten, dass ich mal Pat Mastelotto an seinen (durchdachten) Rhythmen wiedererkennen würde, aber genau das ist bei seinem Gastspiel in „Beats in the Brain“ passiert.

In „Pity“ erklingt überraschend der von verfremdeten Pianoklängen begleitete weibliche Gesang von Claire Wadsworth. Die Schublade „Postrock“ scheint dazu noch am ehesten zu passen.

„Radio Sayonara“ scheint sich dem temperamentvoll-experimentellen Noise Rock zu widmen, während „Reflect/reflex“ als nachdenklicher Postrock beginnt, um anschließend in erstklassigen Crimson-Noise-Prog zu münden.

Der Reiz von „From two Balconies“ besteht für mich darin, dass hier über weite Strecken eine gelungene Synthese von Alternative Prog und Crimson-Prog präsentiert wird.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.5.2017
Letzte Änderung: 16.5.2017
Wertung: 10/15

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