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Next To None

Phases

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017 (07.07.)
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: Inside Out
Durchschnittswertung: 8.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Max Portnoy drums
Thomas Cuce vocals, keyboard
Derrick Schneider guitar
Kris Rank bass

Tracklist

Disc 1
1. 13 0.53
2. Answer me 6.25
3. The Apple 3.51
4. Beg 2.47
5. Alone 9.30
6. Kek 10.30
7. Clarity 7.28
8. Pause 4.22
9. Mr. Mime 3.13
10. Isolation 1.26
11. Denial 8.05
12. The Wanderer 19.45
Gesamtlaufzeit78:15


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Zur Zeit der Aufnahmen zum Erstwerk „A Light in the Dark“ waren die Musiker noch zwischen 15 und 17 Jahre alt. Das resultierte in einer teilweise nicht ganz ausgereift wirkenden Version des Progmetal, der für meine Ohren auch allzu spontan durcheinandergeworfene Elemente von Poprock, Thrash Metal, Hardcore und Glamrock beinhaltete.

Nach den Aufnahmen zu „A Light in the Dark“ wollte der Gitarrist Ryland Holland lieber das Berklee College of Music besuchen, als weiterhin die damals wohl bekannteste Teenie-Progmetal-Combo zu verstärken. Der neue Gitarrist heißt Derrick Schneider und soll angeblich ein Shredder vor dem Herrn sein. Dafür hat es sich aber vergleichsweise zurückgehalten, wenn auch diese Neigung manchmal zum Vorschein kommt.

Die Songtexte sind den immer noch sehr jungen Musiker auch sehr wichtig. Mehrere Texte von „Phases“ drehen sich um das Thema Gier.

Musikalisch gibt es sehr oft volles Metalbrett auf die Ohren, was die Musikologen wohl zu einer knallhart-komplexen Mischung aus Prog- und Hardcore-Metal sagen würden, die in den härteren Passagen Schrei- und Growl-Gesang und in den melodischeren einen hierzu passenden „cleanen“ Gesang in bester James LaBrie-Manier bietet.

Die für mich oft nach Kids-Metal klingenden Passagen des Erstlings sind einer bedeutend reifer und homogener wirkenden Musik gewichen. So jugendlich wild und dennoch diszipliniert haben Dream Theater meines Wissens allerdings bisher noch nicht musiziert. Auch wenn die Inspiration für einige Einfälle sicher von der ehemaligen Band des Mike Portnoy stammt. Und sein Sohn Max Portnoy beweist hier in jedem Stück, dass er ein hervorragender Schlagzeuger ist. Sogar die Bassgitarre ist über weite Strecken hörbar als sie ihren Anteil zum Gelingen des Ganzen leistet.

Sehr kreativ, wie man auf verspielte Weise die Vaudeville-Zwischenspiele in „Beg“, die Nu Metal-Turntables in „Apple“, seltsame Collagen und Latin-Elemente in „Kek“, Surf-Rock in „The Wanderer" und swingende Boogie-Einfälle in „Alone“ dem Hardcore-Progmetal beimengt. Und die manchmal sehr schrägen Einwürfe des Keyboarders Thomas Cuce (wie in „Mr.Mime“) zeugen von beachtlicher Vorstellungskraft. Dieser Keyboarder hat auch noch die Begabung einen bemerkenswerten Sänger abzugeben. Bei so viel Talent in einer einzigen Person könnte man doch glatt neidisch werden.

In „Denial“ glaubt man zunächst eine Ballade vor sich zu haben, bis es unvermittelt bald wieder ans virtuose Abrocken geht. Melancholische Zwischenspiele gehören übrigens auch zu den Stilmitteln des in jeder Hinsicht talentierten Quartetts.

In dem Longtrack „The Wanderer“ können Next to None ihre miteinander kontrastierenden Facetten des Dream Theater-Progmetal und des Hardcore-Metal auf ein neues Level hieven. Wobei die melodischere DT-Variante im Gegensatz zum Rest des Albums die Oberhand gewinnt.

Wenn sie über 40 sind, werden die Musiker die Songs kaum mit so viel unbändiger Energie nachspielen können. Aber bis dahin sichern die riffenden, oder flink solistisch agierenden Gitarren, das technisch anspruchsvolle Drumming, der variable Gesang und die dicht-rasanten Synthesizerklänge ein erstklassiges Hardcore-Progmetal-Vergnügen für den hartgesottenen Musikfreund.

Wenn die Jungs so weitermachen, werden sie es noch sehr weit bringen, so dass der Bandname bald nicht mehr übertrieben erscheint.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.6.2017
Letzte Änderung: 25.6.2017
Wertung: 11/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Mit ihrem Debütalbum "A Light In The Dark" kamen mir Next To None doch ein wenig frühreif vor, was sich in unausgewogenen Songs, quantitativ überbordender, dabei jedoch nicht immer sattelfester Instrumentalarbeit äußerte und die an und für sich originelle Mischung aus verspieltem Progmetal mit Nu- und Core-Einflüssen doch ziemlich herunterzog. Mittlerweile sind zwei Jahre vergangen, und Next To None sind zwar immer noch blutjung, dürften - und sollten - aber in der Zwischenzeit ordentlich dazugelernt haben. Schauen wir also, was "Phases" diesbezüglich hergibt.

Wenig überraschend ist natürlich, dass das Quartett seinen Gesamtstil vorerst nicht umgeworfen hat. Immer noch gibt es überaus aggressiv gestimmten Progmetal, der abschnittsweise diverse als gemeinhin als "modern" empfundene Stile aufgreift. Das äußert sich wieder mal in Form von abgedrehtem Kreischgesang, Rap- und Scratch-Einsätzen, sprunghafter Nu-Metal-Dynamik, später auch mal Dubstep- oder Industrial-Einwürfen und immer wieder mal auch rhythmisch komplexem Einton-Riffing à la Meshuggah. Gemäß dieser Vorlagen - und das scheint denen allen gemein zu sein - kombiniert man derart harsche, hektische Passagen immer wieder mit supermelodischen Mainstream-Refrains in Klargesang, was in dieser Hinsicht natürlich an einschlägige Charts-Bands wie Trivium, Avenged Sevenfold oder Five Finger Death Punch gemahnt und in den kürzeren Zwei- bis Sechsminütern ("The Apple", "Beg", "Pause", "Mr. Mime") natürlich besonders durchschlägt. In den längeren Stücken kommt dafür natürlich stärker der traditionelle Progmetal durch, aber darauf komme ich später noch mal zurück.

Vorher ist nämlich zu klären: Haben sich Next To None denn aktuell hörenswert weiterentwickelt? Und tja, das ist so eine zwiespältige Angelegenheit. Wenn ich mir "Phases" anhöre, dann komme ich in dieser Hinsicht zu dem Schluss, dass Thomas Cuce & Co. den Großteil der vergangenen zwei Jahre damit verbracht haben, alleine oder im Team an ihren Instrumenten zu spielen. Ausgiebigste Instrumentalpassagen machen immer noch einen Löwenanteil der Spielzeit aus, und Next To None scheuen sich nicht, auch ausgefallenste Exkurse zu unternehmen. Die von Siggy angesprochenen Vaudeville- oder Ragtime-Passagen (okay, diesen Trick gab's auf "Metropolis Pt. II" ja auch gelegentlich) gehen dabei relativ locker von der Hand, genau wie ähnlich gelagerte Rockabilly/Twang-Einwürfe (zu finden in "Alone" und "The Wanderer"), und spielerisch agieren Next To None diesmal recht versiert - kleinere Wackler und Aussetzer gibt es immer noch, aber weniger oft als auf "A Light In The Dark" und diesmal immerhin in ungleich schwierigerem Terrain.

Und nun die Kehrseite: Andere Missstände des Debütalbums haben Next To None hingegen, soweit meine alten, verkalkten Ohren ein derartiges Urteil erlauben, nicht behoben. Immer noch kommen die meisten Songs kaum auf den Punkt und die fraglos beeindruckenden Instrumentalpassagen bauen keine Spannungsbögen auf, sondern zersägen auch angesichts nachwievor krasser Brüche zwischen verschiedengestaltigen Passagen mittelfristig alles. Das betrifft die langen Nummern ebenso wie die kurzen: So beginnt "Beg" als netter Tribut an Strapping Young Lad oder System Of A Down, schwächelt aber bereits im Refrain mit wenig überzeugenden Raps und stumpft zum Ende hin ab, und in "The Apple" tut man sich mit dem Gegensatz aus Komplexität in den Strophen und dem Mainstream-Refrain keinen Gefallen - beide Komponenten stellen sich dabei wechselseitig jeweils als platter Pop und als zielosses Gebolze bloß. In "Mr. Mime" wiederum misslingt der Versuch an Psyche-Gesang à la Jonathan Davis, und "Pause" lässt seinen Refrain zwar gut anklingen, macht dann aber den Deckel nicht drauf (dieses Abbrechen an der Stelle, wo Dream Theater & Co. noch eine Steigerung draufsetzen würden, könnte man freilich als dem Songtitel geschuldetes Konzept auffassen).

Und tja - in den Longtracks scheitert man mit sowas entsprechend, denn natürlich werden in "Alone", "Kek", "Clarity", "Denial" und "The Wanderer" zumeist nur verschiedenartige Passagen irgendwie - also ohne einen hörbaren tieferen Sinn oder Querbezug - aneinandergefügt. Beispielsweise besteht "Alone" eigentlich nur aus einem Song-artigen Mittelteil, der von zwei längeren Instrumentalpassagen ein- und ausgeleitet wird, und lediglich "Clarity" führt gegen Ende nochmals Melodien in geänderter Form vor, die es früher im selben Stück schon mal gab. Dazu gibt es dann noch peinlich formulierte Texte (etwa in "Alone": "All I feel is that nothing is real" Oder in "Kek": "He's the king of the island, he's almost god"), und schon ergibt sich trotz gewonnener Spielstärke wieder ein ähnlicher kruder Eintopf wie auf "A Light In The Dark".

Sehen wir's positiv: Songwriting könnten - und sollten - Next To None dann eben als nächstes lernen. Dann ergäben sich vielleicht auch nicht nur bessere, sondern auch kompakter, straffere Stücke, die genau auf die Stärken des selbst gewählten Stils zugeschnitten sein könnten. Überhaupt: Angesichts der Länge dieses Albums wirkt die Formulierung "The passion's gone, words have no meaning" in "The Wanderer" beinahe wie ein sarkastisches Eingeständnis. Es gibt für Next To None also wie erwähnt noch viel (oder auch nicht...) aufzuholen, bis auf weiteres können gestandene Bands wie Evergrey, Hemina & Co. noch ruhig schlafen.

Anspieltipp(s): Clarity
Vergleichbar mit: zwischen Trivium und Vangough
Veröffentlicht am: 11.7.2017
Letzte Änderung: 11.7.2017
Wertung: 6/15
Spielerisch besser als das Debüt - sonst gibt's aber immer noch viel zu tun

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Next To None

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2015 A Light In The Dark 8.33 3

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