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Burning Ghosts

Reclamation

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion; Metal
Label: Tzadik
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Daniel Rosenboom Trompete, Flügelhorn
Jake Vossler Gitarre, Baritongitarre
Richard Giddens Kontrabass
Aaron McLendon Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. FTOF 8:00
2. Harbinger 5:45
3. The War Machine 6:08
4. Radicals 7:02
5. Betrayal 5:33
6. Gaslight 2:21
7. Catalyst 4:21
8. Zero Hour 2:43
9. Revolution 2:25
Gesamtlaufzeit44:18


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Burning Ghosts ist ein Projekt des aus Kalifornien stammenden Jazzmusikers Daniel Rosenboom. Zusammen mit Gitarrist Jake Vossler, Bassist Richard Giddens und Schlagzeuger Aaron McLendon widmet er sich in dieser seit 2016 bestehenden Formation der Kombination von Jazz und Metal. Nach dem bei einem Minilabel erschienenen, titellosen Debüt ist das Quartett mit dem Nachfolger Reclamation bei John Zorns Tzadik-Label gelandet, wo das Album Mitte 2017 in der Reihe „Spotlight“ herausgebracht wurde.

Auch wenn ihre Musik komplett instrumental gehalten ist, versteht die Band sie als politisches Statement; dies wird eben ausschließlich mit musikalischen Mitteln verkündet. Dass die Band irgendwie unzufrieden mit den herrschenden Verhältnissen ist, merkt man jedenfalls sofort, denn die Musik klingt voller Wut und Aggression, wird derb und brutal, gleichzeitig vertrackt, komplex und mit zahlreichen Breaks und Windungen versehen um die Ohren gehauen.

Für den aggressiven Part sorgt insbesondere die fast permanent metallisch riffende Gitarre, die in verqueren, kantigen Läufen die Musik geradezu zerfräst, während die Trompete neben schrillem Kreischen auch mit bisweilen schon lyrischen Melodien dazu einen harten Kontrast bildet. Nicht weniger versiert agieren Kontrabass und Schlagzeug, die hin und wieder auch solistisch hervortreten; Gaslight etwa ist ein reines Duett von Kontrabass und Schlagzeug, die hier zusammen ein kunstvoll verwobenes Geflecht entwickeln, das von nervöser Unruhe beherrscht wird.

Das Quartett ist dabei keineswegs nur im Hochgeschwindigkeitsmodus unterwegs, schaltet durchaus auch mal ein paar Gänge in Tempo und Dynamik zurück - freilich nur, um rasch wieder Anlauf für die nächste Attacke auf die Gehörgänge zu nehmen. Und musikalische Kompromisse werden auch in solchen Passagen nicht gemacht, wie das fast schon freiformatige Zero Hour zeigt.

Ein fantastisches Album für Liebhaber jazzmetallischer Klänge. Die Kombination von Bläsern mit Metal-Gitarren ist zwar prinzipiell auch nicht mehr ganz neu, Burning Ghosts gelingt es trotzdem eigene Akzente zu setzen und eine ebenso eigenständige wie fordernde Musik zu schaffen. Groß!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.7.2017
Letzte Änderung: 14.7.2017
Wertung: 12/15

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