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Discipline.

Captives of the Wine Dark Sea

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: The Laser's Edge
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Paul Dzendzel Drums
Chris Herin Lead and Rhythm Guitars
Mathew Kennedy Bass
Mathew Parmenter Vocals,Keyboards,Violin,Rhythm and acoustic Guitars,Ebow,Tambourine

Tracklist

Disc 1
1. The Body Yearns 9.25
2. Life imitates Art 4.21
3. S 4.13
4. Love Songs 3.44
5. Here There is no Soul 3.22
6. The Roaring Game 6.13
7. Burn the Fire Upon the Rocks

1. Introduction
2. The Seventh Wave
3. Picture from the Beach
4. Make Believe
5. Bonfire
6. Return
7. I've grown accustomed to your Fade

14.31
Gesamtlaufzeit45:49


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Diesmal war der Zeitabstand seit dem letzten Studiowerk „To Shatter All Accord“ (2011) für die Discipline-Verhältnisse gar nicht mal so groß. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass die hohen Standards von „To Shatter All Accord“, „Unfolded Like Staircase“ und „Push & Profit“ auf dem 2017 neuen Album „Captives of the Wine Dark Sea“ nur stellenweise vorzufinden sind.

„The Body Yearns“ und „Life Imitates Art“ sowie die instrumentalen „S“ und „The Roaring Game“ bieten noch auf überzeugende Art und Weise den leicht düsteren Peter Hammill/Van der Graaf Generator-Prog, wie man ihn von Discipline gewohnt ist.

Zu den Erkennungszeichen von Discipline gehören nicht nur die selten in dieser Eindeutigkeit gewählten Vorbilder, sondern auch die meist Keyboard-lastigen Arrangements, die mitunter die Geigenklänge überzeugend integrieren. Dabei überzeugen die Musiker als versierte Instrumentalisten, die die Einfälle des alleinigen Stückeschreibers Matthew Parmenter professionell umsetzen. Der Chef trägt als Keyboarder und Geiger (und natürlich als Sänger) seinen wesentlichen Teil zum Ganzen bei. Jede gespielte Note wirkt dabei sehr…diszipliniert.

Das leichtgewichtige „Love Songs“ scheint in der Tradition von The Beatles, oder Paul McCartney komponiert worden zu sein. Der Songtext schildert allerdings einen schwermütigen Charakter, der sich von den Liebesliedern eindeutig distanziert. „Here there is no Soul“ ist ein episch angehauchter Rocker zwischen Mainstream und Prog, der mir musikalisch recht farblos vorkommt.

Auch bei den weiten Teilen des mehrteiligen „Burn the Fire upon the Rocks“ scheint mir die zündende Inspiration gefehlt zu haben. Zumindest erwarte ich von Discipline nicht unbedingt eine entspannt wirkende Auslegung von Neoprog. Oder ist das eher eine Verschmelzung von Westcoast Rock und Prog, was in dem Longtrack geboten wird? Zum Ausklang bietet „Burn the Fire upon the Rocks“ einen überzeugenden symphonisch-epischen Instrumentalteil, der glücklicherweise auch lebhaftere Tempi aufweist.

„Captives of the Wine Dark Sea“ gehört meines Erachtens nicht zu den besten Werken von Discipline, aber man bekommt eine überwiegend solide Leistung für sein Geld.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.7.2017
Letzte Änderung: 13.7.2017
Wertung: 10/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 2 von 2)


Der Vorgänger „To Shatter All Accord“ konnte vor 6 Jahren alle Kritiker und Fans überzeugen. Und der Nachfolger steht dem in nichts nach. Das Album klingt roh und ungeschliffen, bietet harsche Momente die durch melodische Passagen entschärft werden und verzichtet in 2 Songs auf den Gesang. Die beiden Instrumentals S und THE ROARING GAME sind mit ihren komplexen Motiven dabei Felsen in der Brandung der anderen Songs, die zwischen Songwriting wie in LOVE SONGS, Alternativerock mit 60'er Jahre Orgel wie in LIFE IMITATES ART, simpel-rockigem und hervorragend gespieltem Artrock wie HERE THERE IS NO SOUL und überzeugendem Retroprog wie in THE BODY YEARNS hin und her schwenken. In letzterem schwingt der Geist von Van der Graaf Generator mit, was mich an das sehr gelungene letzte Album „Do not disturb“ der Kultband erinnert.

Bleibt der viertelstündige Schlusstrack BURN THE FIRE UPON THE ROCKS, der in 7 Teile gesplittet wurde. Das klingt nach 60'er Jahre Retroprog mit mächtigem Mellotron, dezentem Bass und Schlagzeug in einem warmen Sound und einer Gitarre die zwischen tollen Soli und kurzen Riffs pendelt. Im Mittelteil verliert der Track zwar kurz den Faden, doch die Band schafft es zum Schluss hin mit rein instrumental gespieltem psychedelischem Hippiefeeling den Song dann doch zu einem spannenden Ende zu führen.

Die 2 Longtracks sowie die beiden komplett ohne Gesang gespielten Songs bieten ausladende Instrumentalparts mit komplexen Läufen, die kurzen Songs eher zugängliche Musik. Die Mischung erscheint mir gut gelungen und das Album wird mit der Zeit sicher noch besser. Die Konsequenz, mit der die Band die 60/70'er Jahre herauf beschwört, besonders im Schlusstrack und dem Opener, ist jedenfalls mutig und verdient Anerkennung.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.8.2017
Letzte Änderung: 11.8.2017
Wertung: 11/15
bester Retroprog und somit für Fans dieses Genres Pflicht

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Discipline.

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 Push & Profit 12.00 3
1997 Unfolded Like Staircase 11.00 2
1999 Live - Into The Dream 12.00 1
2005 live 1995 (DVD) 9.00 1
2010 Live Days 9.50 2
2011 To Shatter All Accord 11.67 3
2014 This One's for England 11.00 1

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