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Sh'lonk

Child of Music

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Folk; Postrock; sonstiges
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Konstantin Kornel Vocals,Guitars
Attila Kornel Guitars,Violin,Backvocals
Jens Gröne Drums
Fred Althoff Electric Bass

Gastmusiker

Kathlen Kohn Violoncello on 4,5 & 7

Tracklist

Disc 1
1. Child of Music 9.38
2. Morning Blue 7.30
3. Four Symbols I: (L) 3.44
4. Four Symbols I: (A) 5.50
5. Four Symbols I: (R) 5.15
6. Four Symbols I: (A2) 7.24
7. Nonfulfilling Vision 7.57
Gesamtlaufzeit47:18


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Sh’lonk nennt sich ein junges Quartett aus Münster und Bielefeld. Es existiert auch eine Punk-Truppe namens Shlonk, aber die sitzt in Montreal, statt in Münster, oder Bielefeld. Außerdem gibt es einen World of Warcraft-Charakter mit diesem Namen. Die WoW-Charaktere sind bekanntlich tendenziell kämpferisch. Das ist die Musik von Sh’lonk manchmal auch, doch leider nur sehr selten. Zwischen den seltenen rockig-treibenden Passagen scheinen mir die Melancholie und eine gewisse Schwermut zu überwiegen.

Der Sänger und Gitarrist Konstantin Kornel hat alle vorliegenden Kompositionen erdacht und in drei Fällen beschlossen, sie mit seinem leicht melancholisch anmutenden Gesang zu versehen. Zwei davon eröffnen das Album auf eine vielversprechende Art. Danach aber entwickelt sich die Musik in eine unerwartete Richtung.

Am besten gefallen mir Sh’lonk, wenn sie – wie in „Child of Music“ - ihre komplexe und treibende Version des progressiven (Alternative?) Rock präsentieren. Dabei wechseln die Arrangements zwischen rockig und spartanisch. In den Letzteren agieren die Gitarren so zurückhaltend, dass sogar die gezupfte Bassgitarre lauter als diese anmutet. Das darauffolgende und leicht bluesig angehauchte „Morning Blue“ scheint ein Album mit melodisch-schwermütigem Alternative Prog anzudeuten, aber dann kommt es doch ganz anders.

Nach „Child of Music“ und „Morning Blue“ erfolgt also die überraschende Wendung. In dem mehrteiligen „Four Symbols“ bevorzugen Sh’lonk die Klangbilder ohne Gesang, die im ersten Teil aus akustischer Gitarre, einer unverzerrten elektrischen Gitarre und Bass bestehen und dabei eine Ruhe und Melancholie vermitteln, die mir bisweilen schwer zugänglich und introvertiert erscheinen. Der zweite Teil besteht auch orientalisch angehauchten Melodien, ethnischer Perkussion und rockigen Gitarrenakzenten. Im dritten Teil von „Four Symbols“ wechselt sich flotter instrumentaler Postrock(?) mit sehr getragenen Passagen ab. Der darauffolgende und letzte Teil ist vermutlich nur etwas für extrem entspannte Menschen, die ihre Haltung musikalisch bestätigt haben möchten. Für meinen Geschmack in den lebhafteren Teilen wohl etwas zu alternativ rockig und in den übrigen etwas zu meditativ. Nicht ganz ohne Grund findet man auf Sh’lonk-Bandcamp-Seite das Wörtchen „Ambient“ vor. (Wobei Ambient ursprünglich etwas anderes bedeutete, als etwa innere Einkehr im Rahmen der Rockmusik. Aber ich verstehe schon, wie Sh’lonk diesen Begriff auslegen).

In „Nonfullfilling Vision“ erklingen zwei akustische Gitarren, Cello und Gesang, was eine nette akustisch-folkige Ballade ergibt, die bisweilen interessante Tendenzen zum Folk-Prog erkennen lässt.

Sh’lonk erschaffen auf „Child of Music“ ihre eigene Welt zwischen Postrock, Alternative Prog und Folk, die erst erschlossen werden will. Aber die Mühe wird mit einer ungewöhnlichen Scheibe belohnt, zu der mir vorerst keine Vergleiche einfallen wollen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.7.2017
Letzte Änderung: 14.7.2017
Wertung: 9/15

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