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Harald Grosskopf & Eberhard Kranemann

Krautwerk

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017 (28.07.)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: bureau b
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Harald Grosskopf electronics,electric drums,percussion
Eberhard Kranemann electronics,electric guitar,hawaiian guitar,cello,vocals

Tracklist

Disc 1
1. Midnight in Düsseldorf Berlin 6.47
2. Ou Tchi Gah 4.40
3. Texas Paris 2.44
4. Happy Blue 8.46
5. Buddhatal 12.28
6. Be Cool 7.46
Gesamtlaufzeit43:11


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Den Schlagzeuger Harald Grosskopf muss man keinem Freund der elektronischen Musik vorstellen. Er ist auf mehreren Alben von Ashra und Klaus Schulze zu hören.

Der auf dem vorliegenden Album Gitarren und Cello spielende Eberhard Kranemann kann eine Kontrabassausbildung am Dortmunder Konservatorium vorweisen, hat mehrere Alben als Fritz Müller veröffentlicht und war mit dabei als die teilweise legendären Combos Kraftwerk, NEU! und Pissoff gegründet wurden. Dass die Interessen von Kranemann weit über die Musik hinausgehen, zeigt der Blick auf seine Webseite.

Nach ihrer ersten Begegnung, die erstaunlicherweise erst 2016 stattfand, beschlossen die beiden verdienten Musiker ein Projekt zu starten, in dessen Musik die Düsseldorfer und die Berliner Schulen der elektronischen Musik aufeinandertreffen sollten.

Dementsprechend heißt das eröffnende Instrumental „Midnight in Düsseldorf Berlin“. Der Track vereinigt die atmosphärischen Berliner Schule-Referenzen, die experimentellen Beiträge der elektrischen Gitarre und das an die 80er Jahre erinnernde elektronische Schlagzeug.

Auch „Ou Tchi Gah“ hat ungewöhnliche Ingredienzien zu bieten: trancig-schamanische Sprechgesänge, melodische Gitarrenlinien, ethnische Perkussion und ein tragendes Sequencer-Motiv ergeben ein originelles Klangbild.

„Texas Paris“ wird zwar von bluesigen Gitarrenlicks eröffnet, fortgeführt wird das leider sehr kurze Stück aber von schwebenden Synthesizerklängen, die von Gitarren-Soundscapes und einem dezenten Rhythmus begleitet werden.

Das Fundament von „Happy Blue“ besteht aus einem steten, mitunter dance-floor-mäßig stampfenden Rhythmus, über den schamanenhafter Sprechgesang sowie ständig wechselnde Synthesizer-Klänge, Sequencer-Motive und elektronische Effekte gelegt werden.

„Buddhatal“ bietet, dem Titel entsprechend, meditative, fernöstlich eingefärbte Klänge, die allem Anschein nach von den Synthesizern und einem Cello stammen. Dass es nicht allzu meditativ wird, dafür sorgen diverse Klangeffekte, deren Ursprung nicht immer eindeutig zu ermitteln ist.

„Be Cool“ hat (mal wieder) tanzbar-stampfende Rhythmen zu bieten, über die ein energetisches Geflecht aus Synthesizern, Perkussion, Sequencern, einer gemäßigt avantgardistischen Gitarre und den sprechenden Stimmen seine Wirkung ausbreitet. Mitunter kommt mir dabei das Duo Yello in den Sinn.

Insgesamt halte ich „Krautwerk“ für eine originelle und hörenswerte Elektronik-Veröffentlichung, die entgegen der weit verbreiteten Meinung über die elektronische Musik recht viel Abwechslung zu bieten hat.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.7.2017
Letzte Änderung: 25.7.2017
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Zwei Urgesteine krautrockigen Musikschaffens haben sich hier zusammengetan, und man muss sich fragen: warum erst jetzt? Denn das Debüt ihrs gemeinsamen Projekts, indem die beiden den Sound der Düsseldorfer und der Berliner Schule elektronischer Musik zusammenführen wollen, ist absolut gelungen.

Krautwerk ist ein passender Titel für das gemeinsame Album der beiden. „Kraut“ sowieso, aber auch „Werk“. Denn die hier eingesetzten Rhythmen klingen stets, als entstammten sie einer Fabrik: maschinenartig stampfend, bewegen sie sich in mehr oder weniger schleppendem Tempo vorwärts, können aber auch leichtfüßig und verspielt, geradezu tanzbar daherkommen (Happy Blue); aber auch in diesen Momenten haben sie etwas maschinelles, wie von einem wundersamen Apparat, in dem sich tausende kleiner Zahnrädchen rhythmisch bewegen. Bisweilen werden diese Rhythmen noch von allerlei Rasseln und Scheppern oder auch rhythmischen Stimmeinsätzen ergänzt. Über diesem ausgeprägten rhythmischen Fundament werden verschiedenste Klänge elektronischer oder nichtelektronischer Natur ausgebreitet: treibende Sequenzerpatterns in der Art der Berliner Schule elektronischer Musik, schwebende synthetische Klangflächen, aber auch aggressive, gelegentlich leicht angeschrägte Gitarren, sowie eher strukturlose Geräusche. Sehr schön auch das kräftig gegen den Strich gebürstete Cello in Buddhatal!

Das Ganze vereint sich zu einem dichten Klanggeflecht, das klar in der Tradition elektronischen Krautrocks steht, aber nicht einfach „retro“ klingt, sondern quasi den Geist des Krautrock in unsere Gegenwart transformiert. Der „Düsseldorfer“ Anteil scheint mir dabei zu überwiegen, aber das passt schon; da kamen eh die abenteuerlicheren Klänge her. Ein schönes Dokument zeitgenössischen Krautrocks!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.8.2017
Letzte Änderung: 8.8.2017
Wertung: 11/15

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