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Filter-Kaffee

103

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Manikin Records
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Mario Schönwälder Analog and digital equipment
Frank Rothe Analog and digital equipment

Tracklist

Disc 1
1. Made @ OPD103 9:35
2. Papua Wood 20:45
3. Divania 13:35
4. Epsilon In A Dark Twilight 25:24
Gesamtlaufzeit69:19


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Frischer Kaffee gefällig? Also, richtiger altmodischer Filter-Kaffee. Frisch gemahlen, und per Hand aufgegossen. In aller Ruhe genossen. Schön heiß. Da lacht das Kaffeeherz. Und dazu vielleicht etwas Musik? Schöne altmodische Elektronikmusik?

Mit "103" legen Mario Schönwälder und Frank Rothe das dritte Album ihres Projekts vor (oder, eigentlich das vierte, erschien doch kürzlich mit "100" eine Archivsammlung mit Sessionresten aus den Anfangstagen des Duos). Wie alle Alben hat auch dieses einfach die Größennummer eines Kaffeefilters (oder des dazu passenden Filterhalters) als Titel. 103 ist schon recht groß, aber es gibt (gab) noch größere (bis 106, mindestens). Also, da können noch einige Alben kommen. Die Zahl steht offenbar für die Anzahl Tassen Kaffee, die man mit dem Filter bei einmaliger Füllung erhalten konnte, also 1x2 (102), 1x3 (103) und so weiter.

Altmodische Elektronik gibt es hier zu hören schrieb ich oben, und das war nicht im Geringsten negativ gemeint. Dichte retro-elektronische Tongemenge entschweben den Boxen, klar in der Tradition der Berliner Schule stehend (wo die Musik wohl auch in der Tat entstanden ist), sehr dynamisch und druckvoll produziert, farbig, dicht verwoben, versehen mit einem vollen, analogen Sound. Ecken und Kanten hat das Ganze auch, wabern die Klänge bisweilen recht freiformatig und angeschrägt voran (man höre z.B. die ersten Minuten des abschließenden "Epsilon In A Dark Twilight" – eine Anspielung an ein bekanntes Album aus Berlin?), während die sich immer wieder in den Vordergrund arbeitenden Sequenzemustern ab und an auch härter tackern, und gelegentlich dissonante Klangschübe für bedrohliche, zumindest mysteriöse Atmosphäre sorgen. Dazu kommen Mellotronartiges, diverses elektronisches Zischen, Fiepen, Heulen, Blubbern, Hupen, Knurren, Klirren und Flirren, kernige bis erhabene Pianoklänge, sonore Synthsizerteppiche, kosmisches Hallen und Wabern, und allerlei perkussive Einlagen.

Hochklassige Retroelektronik, wie man sie aus dem Hause Schönwälder gewohnt ist, findet sich somit auf "103". Vielleicht sind die Alben von Filter-Kaffee noch eine Spur klassischer und krautig-kosmischer ausgefallen, als die meisten anderen Produktionen des Berliners. Wer retromoderne Elektroniksounds im krautig-kosmischen Geiste liebt, der sollte von dieser Musik jedenfalls Gänsehaut bekommen. Kurzum: Wunderbar.

Filter-Kaffee! Es lohnt sich!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.9.2017
Letzte Änderung: 16.9.2017
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Filter-Kaffee

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2011 101 11.00 1
2015 102 12.00 1
2016 100 11.00 1

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